B-Sandwich-Fanfiction


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"Romeo und Julia?! Was soll denn die Scheiße, wir hätten doch wenigstens was vernünftiges machen könn, wenns schon Theater sein muss". "Ja...ey alle machen so was cooles wie Homepage oder so nur wir? Wir machen natürlich spießer Theater, na super...", stimmte ich meiner Freundin Kim zu. Wir hatten Projektwoche an unserer Schule, jede Klasse musste was machen und dass dann am Ende vorstellen. Und unsere wundervolle Lieblingsklassenlehrerin Frau Buchgeister-Reimann hatte die schöne Idee doch ein Theaterstück aufzuführen. Wir konnten uns natürlich nicht dagegen wehren. Und es musste auch noch ausgerechnet Romeo und Julia sein. Innerlich lachte ich schon diejenigen aus, die die Hauptrollen bekommen, weil die am meisten üben müssen, und das ist auch am peinlichsten. Meine beste Freundin Kim und ich standen auf dem Schulhof und regten uns darüber auf. Mit finsterer Miene wanderte mein Blick über den Schulhof, er blieb ein paar Mädchen hängen, die kicherten. "Lesley geh schon" "Er wird dir schon nicht den Kopf abreißen" sprechen die anderen dem einen Mädchen Mut zu und schubsten sie. Ich beobachtete das Szenario weiter. Der Typ, der gemeint war, war Bill. Oh grrrrrr, Bill. Ich hasste ihn. Bill und sein Zwillingsbruder Tom waren in Kims und meiner Klasse. Aus irgendeinem Grund konnte ich Bill nicht leiden, Tom war eigentlich ganz nett. Aber Bill...Ich musterte ihn. Irgendwas hatte er an sich, was ich nicht mochte. Er hatte schwarz gefärbtes, schulterlanges Haar, enge Klamotten, schwarz lackierte Fingernägel und schwarz geschminkte Augen und war irgendwie so....anders. Naja, is ja wurscht, die Hälfte der Schule liebte ihn, die andere hasste ihn. Ich gehörte eindeutig zu letzteren. Das Mädchen wurde also in Bills Richtung geschubst wo sie dann vor ihm  stand, herumdruckste und peinlich berührt auf den Boden glubschte. Solche Situationen beobachtete man häufiger mit Bill. Das Mädchen nuschelte irgendwas und drückte ihm einen Brief in die Hand. Nein, wie süüüüüß.  Boah, wie konnte man nur auf so was Schwules stehn?! Der Typ war doch echt gay, aber hallo, wer schminkt sich denn schon als Junge?! Ich schenkte Bill einen abfälligen Blick als wir an ihm vorbeiliefen. "Gibs was zu glotzen? Neidisch?!", zickte er mich an. "Auf soWAS wie DICH ganz bestimmt nicht!", gab ich nur zurück. Das war bei uns Standard, wo wir nur konnten machten wir uns runter.

Am nächsten Tag ging echt alles schief, was nur schief gehen konnte. Ich verschlief, musste mich tierisch beeilen, verpasste natürlich auch noch die Straßenbahn, in der ersten Stunde war heute Mathearbeit also verpasste ich die erst mal schön. Wie mich das alles ankotzte. "Naja...wenigstens haben wir jetzt Deutsch, da könn wir penn", meinte Kim und grinste. Deutsch war echt zum einschlafen. Nachdem wir unsere olle Lehrerin begrüßt hatten, fing sie auch schon an zu labern. "Wie ihr ja wisst fängt am Montag die Projektwoche an und wir werden ja Romeo und Julia spielen. Also die Rollen müssten schon mal verteilt werden, dass ihr euch in eure Rollen reinfindet. Ich dachte mir, dass es keine Streitereien gibt losen wir die Rollen einfach aus, getauscht werden kann nicht hinterher, das gibt nur wieder Chaos". Bla bla bla, mach einfach fertig aber stör mich nicht beim pennen, dachte ich. Aber es interessierte mich dann doch wer welche Rolle bekam. Die Rollen für Bühnenbild und Technik waren leider schon weg, das hätte ich gerne gemacht, weil man da so wenig machen muss^^. "So dann kommen wir jetzt zu den Hauptrollen". Sie zog ein Zettelchen. "Bill wird Romeo spieln!" Hahahah, dachte ich, ch lachte ihn so aus. Wenn ich mir vorstellte, wie er in so schwulen Strumpfhosen über die Bühne hopst. "Und Julia wird sein..." Sie mischte nochmal kräftig durch. Ich bekam schon so ein ungutes Gefühl, und das sagte mir, dass ich gleich gezogen werde. "Julia mit Bill zusammen ist...." Sie faltete den Zettel auseinander. "Lena" Na super ich wusste es, ich wusste es einfach dass ich jetzt drankam. Toll. Mit Bill ein Liebespaar spielen, mit BILL...ICH?!! Schon bei dem Gedanken an eine Kussszene wurde mir ganz anders. Ich warf ihm einen bösen Blick zu. Boah ey wenn Blicke töten könnten, wäre er schon mausetot. Nach der Stunde ging ich zu Frau Buchgeister-Reimann. "Ähmm...könnte ich meine Rolle nicht eintauschen? Weil...sie müssen verstehn, Bill und ich...das KANN nicht funktionieren..." "Na um so besser, man muss im Leben auch mit Leuten, die man nicht mag, zusammenarbeiten können!", sagte sie promt. Hallo? Was sollte das denn?! "Aber.." "Nix, keine Wiederrede. Ich hab gesagt kein Tausch also wird auch nicht getauscht, aus basta" Na suuuuper! Jetzt freute ich mich ja so richtig da drauf. Ich bekam erst mal mein tolles "Drehbuch" in die Hand gedrückt, was ich übers Wochenende durchlesen musste, dass wir gleich Montag mit den Proben anfangen konnten. Dumme....*piep*. Ey die Buchgeister hasste mich. Ihr kam es wohl auch noch gerade Recht, dass ich genau die Rolle hatte, die ich nicht haben wollte.
Ich wachte auf...hach, war Wochenende ne schöne Erfindung. Da fiel es mir wieder ein. Ich musste ja dieses scheiß Drehbuch lesen. Also holte ich mir erstmal nen Buamkuchen und Tee und machte es mir im Bett und dem dummen Drehbuch gemütlich. Oh gott war das alles schnulzig...Und so ne Scheiße musste ich dann mit Bill machen-.-
Montag hatte ich das Buch dann durch, ich ging schon total demotiviert in die Schule, die nächste Woche konnte ja auch nur dumm werden. Wir trafen uns in der Aula und fingen mit den Proben auch sofort an, immerhin dauerte das ganze Stück ja auch ziemlich lang. Ich stand da jetzt dumm vor Bill auf der Bühne rum und er laberte mir so 'n schnulzen Zeugs da rein. Ich musste voll lachen. Ich lachte ihn so aus, ich lachte schon fast Tränen. "Was ist denn jetzt schon wieder los?! Jetzt reiß dich doch mal zusammen!", schnauzte mich die Olle an. Bill funkelte mich wütend an. "Ey du bist so lächerlich...", presste ich zwischen meinem Lachen raus. "Denkst du etwa ich hab Bock diese Scheiße hier mit dir zu machen? Lieber mit jedem andren nur nich mit dir...aber ICH kann mich wenigstens mal zusammenreißen!", schrie er. "Gut dann sind wir uns ja wenigstens einig, ich will nämlich auch nicht diese dumme Julia spielen!", schrie ich zurück. "Jetzt reißt euch gefälligst zusammen und benehmt euch nicht wie im Kindergarten!", nun schrie Frau Buchgeister-Reimann auch noch. Da ich kein Bock auf Stress mit der hatte, weil Lehrer ja leider etwas mächtiger sind als wir, sagte ich nichts mehr und konzentrierte mich auf die Probe. Zum Glück kamen am Anfang noch keine Szenen mit Körperkontakt zwischen Romeo und Julia, also Bill und mir. Missmutig leierte ich meinen Text runter. Wir hatten früher Schluss als sonst, wegen der Projekttage, aber ich wollte noch nicht nach Hause. Ich wollte nicht zu meinen Eltern, oder eher Erziehungsberechtigten. Eltern konnte man die auch nicht nennen. Meine leiblichen Eltern kannte ich nicht, in meiner frühen Kindheit wurde ich von einer Pflegefamilie in die nächste geschickt, nirgendwo war ich richtig zu Hause gewesen. Mein "Vater" schlug mich und meine "Mutter". Jedes Mal wenn ich von der Schule nach Hause kam hatte ich Angst. Von daher war ich froh als Herr Weintz, unser Philosophielehrer, der mit an unserem Projekt arbeitete zu mir kam und meinte, Bill und ich sollten länger dableiben und unsere Parts noch mal üben. Ich war froh über jede Minute, die ich nicht zu Hause sein musste. Die Zusatzprobe verlief ganz gut. Ich versuchte einfach nicht drauf zu achten, dass es Bill war, der meinen "Geliebten" spielte und so musste ich auch nicht lachen. Später am Nachmittag kam ich dann nach Hause, mein Eriehungsberechtigter war schon wieder betrunken. "Wo kommst du so spät her?!", schrie er mich sofort an. "Von der Schule, wir hatten länger weil-", versuchte ich zu erklären, doch er unterbrach mcih :"Lüg mich nicht an! So lang geht die Schule nicht! Wo warst du?" "Hab ich doch schon gesagt: IN DER SCHULE!" , ich sah immer noch betreten zu Boden. "Ab ins Zimmer, aber sofort! Zwei Wochen Telefonverbot!" Ich verstand gar nicht, was ich jetzt schon wieder verbrochen hatte. "Sofort hab ich gesagt", schrie er und scheuerte mir eine. Wie so oft brannte meine Wange wie Feuer. Schnell lief ich in mein Zimmer und fing an zu weinen, wie jeden Tag. Ich hasste es hier zu sein, ich wollte nicht mehr hier wohnen, jeden Tag war es dasselbe.
Allmählich fing das Theaterstück an mir Spaß zu machen, obwohl ich mich dagegen sträubte. "Oh Julia, spürst du nicht, wie sich mein Herz nach dir sehnt...!", säuselte Bill. "Ihr, spürt IHR nicht, wie mein Herz sich nach EUCH sehnt muss das heißen!", raunte ich ihn an. War diese Junge denn zu dumm sich irgendwas zu merken. "Dann meinetwegen eben IHR, wenn eure Hoheit es so verlangt!", schnauzte er zurück. "Lena, jetzt reg dich nicht so auf, jeder macht mal Fehler...", versuchte mih die Reimann zu besänftigen. "Ja aber doch nciht jetzt, morgen ist die Aufführung, da muss das schons itzen, nur weil der zu dumm ist seinen Text zu lernen will cih mcih nciht blamieren morgen!" "Ach ja?! Ich bin zu dumm? Dann such dir doch nen Besseren!" "Schluss jetzt mit dem Zickengehabe ihr probt das jetzt ohne euch zu zanken. Lena, jeder macht mal Fehler, und Bill, reg dich nciht immer sofort so auf!" Bill warf mir einen giftigen Blick zu, sagte aber nichts mehr dazu. Nach der Probe zog ich mich um, als plötzlich die Tür aufging. es war Bill. Gings dem noch gut, ich standhier in Unterwäsche. "Schon mal was von anklopfen gehört?!" Er stand nur da und glotzte mich doof an. Sein Blick file auf eine meiner vielen blauen Flecken, die ich dank meines erziehnugsberechtigten hatte. "Glotz nich so, dreh dich gefälligst um!" Er drehte sich um und ich zog mich schnell an. "Womit verdiene ich denn solch Ehrenhaften Besuch?", sagte ich dann immer ncoh in wütendem Ton. "Ich hab da kein Bock mehr drauf! Ständig machst du mcih vor allen runter. Du bist auch nicht perfekt, ja?!" "Hör mal zu: Ich hab wirklich nciht die geringste Lust mit DIR dieses Stück zu spieln und wenn du einfach zu dumm bist dir was zu merken, ist das ja wohl nciht mein Problem!" "Denkst du ICH will mit jemanden wie DIR das machen?! Sie mal nicht so eingebildet, du führst dich echt auf wie die Prinzessin auf der Erbse...ich jedenfalls hab kein Bock ständig angemacht zu werden, ich bin froh wenn mrogen alles zu Ende ist, dann muss ich wenigstens ncihts mehr mit DIR machen!", schrie er mcih asn und knallte die Tür hinter sich zu. Das wars mal wieder. Wie immer, wir stritten uns ohne Grund und beleidigten uns die ganze Zeit. Tzzzzz eingebildet? ich? alles klar. Wer fühlt sich denn hier wie der King?! Grrrr Bill regte mich so auf. Immer wenn wir miteinander redeten regte mcih das so auf, dass meine Hände schon zitterten und es überall kribbelte, so war ich auf 180. Ich schlenderte zur Bushaltestelle und wartete auf den Bus. Es grauste mir shcon wieder bei dem Gedanken nach Hause zu kommen. Voller Angst bestieg ich den Bus. Zu Hause angekommen steckte ich meine Schlüssel ins Schloss und drehte ihn um. Ja, es war abgeschlossen, miene "Eltern" waren also nicht zu Hause. Hatte ich heute ja nochmal Glück gehabt. Schnell verkroch ich mich in mein Bett und daachte an morgen. Morgen war die Aufführung von unserem Theaterstück. Hoffentlich passiert mir nichts Peinliches, dachte ich die ganze Zeit. Irgendwann schlief ich dann ein.
Ich blinzelte, mien Blick blieb an meinem Wekcer hängen. Scheiße! Schon 7 Uhr, ich hatte total verpennt. Jetzt aber schnell. Ich raste ins Bad um zu duschen, in windeseile machte ich mcih ertig, Frühstück ließ ich heute aus, rannte zum Bus und schaffte es grade noch ihn zu erwischen. Puh Glück gehabt. Die Generalprobe verlief ganz gut, ich wurde von Stunde zu Stunde nervöser, wegen heute Abend. Jetzt war es so weit. Wir waren alle umgezogen, standen hinter der Bühne und warteten auf unseren Auftritt. Man war das irre. Ich hatte totales Lampenfieber. Und dann ging es los. Wie wir in den letztean Tagen immer wieder geübt hatten funktionierte alles einfach perfekt. Ich bekam gar nciht richtig mit, wie alles passierte. Esbgeschah wie in Trance. Mein gedächtnis fand ich erst wieder, als ich auf dem boden lag. Ich hörte Bill als Romeo schluchzten. "Oh nein, Julia, meine geliebte Julia...Ich will nicht ohne euch leben, wenn ihr tot seid, dann will ich auch sterben, so finden wir uns im Reich des Todes wieder" Bla bla bla, das übliche Gschnulze. Ich spürte, wie seine Lippen meine berührten, das musste leider sein, stand im Drehbuch...Dann Trank er das Gift und viel tot um (xD). Die Leute applaudierten! Ich war irgendwie froh, dass das ganze Theater jetzt vorbei war, aber irgendwie auch traurig. Nachdem wir uns umgezogen hatten und alle durch den Hiinterausgang aus der AUla kamen, wartete Bills Famile auf ihn. Seine Mutter umarmte  und beglückwünschte ihn. Traurig sah ich zu ihnen rüber. Auf mcih wartete neimand. Miene Erziehnungsberechtigten hatte es nicht interessiert, was für ein projekt wir hatten udn dass wir überhaupt so eine Projektwoche hatten und die interessierte gar ncihts. Am Montag kam Kim ganz Aufgeregt auf mcih zu:"Lena, wir schriebn morgen Mathe, has du gelernt?" Ach du scheiße, stimmt ja. "Nein, hab cih nciht...was machen wir denn jetzt?" "Also es gäbe da euíne Möglichkeit..." Sie kuckte sich kurz um dass uns auch neimand hörte, dann sagte sie:"Wir kalun uns die Lösungen" "Bist du verrückt?", flüsterte ich erregt. "Was solln wir denn sionstmachen, wir stehn eh shcon beide auf 5...das ist unsere einzige Möglichkeit" Verdammt, sie hatte Recht...Wir konnten Mathe einfach nciht, so sehr wir uns auch bemühten...und diese Arbeit war die letzte für diese Schuljahr. "Okay, wir machen das" Wir besprachen alles ganz genau, ncoh heute musste unser Plan funktionieren. Kim überredte mcih, das sie Wache hielt und ich sollte die Lösungen suchen und kopieren. Den Schlüssel zum lehrerzimmer zockten wir in der Sportstunde unserem Sportlehrer, der war eh zu dumm das zu merken und da er die letzten paar Stunden eh in derHalle bleiben würd,e würde er es erst mal nciht bemerken. Wir schwänzten einfach Franze, das war kein Klasseninterner Kurs, die anderen aus dem kurs dachten dann wir wären shcond en ganzen Tag krank, also vfiel das nicht auf. Mit klopfendem Herzen shcloss ich heimlich die Tür zum Lehrerzimmer auf. Es musste schnell gehn, wir wussten ja nciht, wann jemand kommt. Hmm...wo hatte Herkströter denn sein fach. In windeseile durchsuchte ich alles. Hah, da wars doch. Die Aufgaben lagen direkt oben drauf. Schnell schlich ich mit den Aufgaben und den Lösungen zum Kopierer. "Soso, was suchst du denn hier?! Das ist doch hoffentlich kein Betrugsversuch!" Ich wirbelte herum. Vor mir stand Herr Weintz. Scheiße, ich war in der Falle, es gab keinen Ausweg mehr, er hatte mcih eiskalt erwischt. "ich..äh...bitte, sagen sie niemanden etwas...", flehte cih ihn an. "Ich sähe keinenGHrund deiner Bitte Folge zu leisten...es sei denn..." "Ich amche alles, aber bitte bitte, lassen sie mich nciht auffliegen" , ich wusste gar nciht, wa sich da alberte. Ich wusste nur, dass ich dafür von der Schule fliegen konte, wenn das rauskam. "heute NAch der sechsten St8nde in meinem Büro", sagte er und grinste mcih fies an. Ich ncimte nur stumpf und vershcwand mit den kopien aus dem Lehrerzimmer. "Und? Alles geklappt?", fragte Kim. "Na logo, kennst mcih doch", log ich. Ich weiß auch nciht, aber ich wollte ihr nciht die Wahrheit sagen. Nach der Schule ging ich dann also in herr Weintz' Büro, ahnungslos, was mcih erwarten würde. Bestimmt irgendwelche Strafarbeiten, cih war auf das Schlimmste gefasst. AUf alles, nur nciht auf das, was mich wirklich erwartete. "Da bist du ja schon, ich bin sehr erfreut", sagte er wieder mit diesem dreckigen Grinsen und schloss die Tür. Mit einem lauten Knacken drehte sich der Schlüssel im Schloss. "Und jetzt zu uns beiden..." sagte er und kam mir näher. ZU nah. Ihc wich eine Schritt zurück. "Nicht so schüchtern", flüsterte er. Es war einfach ein ekelhftes Flüstern. Er strich mir durchs Haar, ich wollte das nciht. Genauso wenig wollte ihc es, als er mir an den hintern fasste. "§Lassen Sie mciih los", sagte ich. "Nana, wer wird denn hier böse, willst du von der Schule fliegen?!" Ich schüttelte nur geschockt den kopf. Dann passierte alles ganz schnell, er riss mir mein T-Shirt vom Leib, öffnete seine Hose. Ich wehrte mcih nciht, ich war viel zu geshcickt und hatte einfach Angst dass er mich verrät. Das war so eklig, ich musste ihm eine Blasen. Ich wusste gar nicht, was mcih amchen sollte. Es war einfach nur wiederlich. Noch wiederliocher war sien Stöhnen. Nach einer Halben Stunde war es endlich vorbei und ich durfte nach Hause. Diesmal war ich froh, nach Hause zu gehn. Sofort ging ich duschen, obwohl cih ja schon am Morgen geduscht ahtte. Ich fühlte mcih so dreckig, es war einfach nur ekelahft und pervers gewesen. Ich ekelte mcih sogar vor mir selber. Voller Hass betrachtete ich mein Spiegelbild. "Was bist du nur für ne Gottverdammte Schlampe", sagte ich zu mir selbst. Ich wollte nicht mehr ich sein. Ich nahm ein Rasierklinge voin meinem Erziehungsberechtigten und schnitt mir einfach in den linken Arm. Das Blut lief runter, ich beobachtete es, jetzt tropfte es fast zu Boden, schnell hielt ihc meinen Arm übers Waschbecken. Ich schnitt nochmal, es war wie ein Befreiung, der Schmerz befreite mcih. Langsam färbte sich das Waschbecken rot. Mir wurde schwindelig und kurz schwarz vor Augen. Schnell nahm cih einen Verband und band ihn um meinen Arm. Am nächsten Tag zog ich einen pulli an, obwohl es draußen warm war, aber ich wollte nicht, dass jemand meine Wunden sieht. Ich schämte mcih einfach für alles, was gestern passiert war. Die Mathearbeit lief dank der Lösungen, die ich dann ja doch ncoh mitgenommenn hatte, sehr gut.
~Vier Wochen später~ Iweder erwartete mich Herr Weintz in seinem Büro, wie jeden Tag der letzten vier Wochen auch. Mich grauste es schon bei dem Gedanken, was gleich alles passieren würde. Ich klopfte an die Tür. "komm ruhig rein", flötete er schon wieder total notgeil. "Nicht so schüchtern, Kleines", sagte er. iHhhh ich verabscheute seine Stimme. Und dann war es wie sonst auch, er öffnete siene Hose, zog mein T-shirt auf um sich aufzugeilen. Aber diesmal machte er sich plötzlcih an meinem gürtel zu schaffen. Er zog mir mein Hose aus und mienen String ebenfalls. Ich wusste ganz genau, was jetzt passieren würde... Es hatte höllisch wehgetan, immerhin war ich ja Jungfrau gewesen...zumindest bis heute. Als ich zu Hause war schloss ich mich wieder ins Bad ein, wie immer wenn cih von Herrn Weintz' Büro kam. Ich nahm zielsicher die Rasierklinge und schnitt mir in den Arm, asl plötzlich die Tür aufging. Ich hatte doch abgeschlossen...oder nicht. Nein hatte ich wohl diesmal nciht. Denn mien Adobtievvater stand in der Tür. "Soso, das machst du also immer hier drin! Du bist ja echt nciht mehr zu retten, was fällt direin?!", schrie er schon wieder, kam auf mich zu. Er packte mcih im Nacken und schlug meine  Kopf ans Waschbecken. Ein stechender Schmerz machte sich von meiner Stirn aus über meinen Kopf breit. Irgendiwe schaffte ich es dann mcih von ihm loszukämpfen und rannte in mein Zimmer.
Am nächsten Tag verging sich Herr Weintz wieder an mir, ich konte mich nicht wheren, sonst würde ihc von der Schule fliegen, und das wollte ihc nicht. Als es endlich vorbei war rannte ich aus seinem Büro, zum Klo. Ich musste kotzen, es wra einfach nur wiederlich. Herr Weintz war wiederlich, ich war wiederlich. Heulend sank ich zu Boden und kauerte eine Ewigkeit am Boden, bis sich eine Hand auf meine Schulter legte. Ich erschrak und sah auf-direkt in zwie Rehbraune Augen. Bills Augen. "W...Was machst du hier?", stotterte ich total geschockt, dass er jetzt noch in der Schule war, es war immerhin schon 5 Uhr. "Was machst DU hier?", fragte er in einem in meiner Gegenwart für ihn ungewöhnlich normalen Ton. "Ich hab zu erst gefragt", sagte ich und wischte schnell meine Tränen weg, dass er nciht sha, das sich geweint habe. Aber vergebens, es war unübersehbar. "Ich hatte noch SV Sitzung..." sagte er. Stimmt ja, er war ja Schülersprecher oder sowas komsiches. "Und jetzt du..warum bist du hier?...Ich...ich hab gesehn wie du heulend aus Herrn Weintz Büro gerannt bist..." Bei dem Gedanken an Herrn Weintz' Büro kam es mir shcon wieder hoch und ich musste wieder weinen. "Nichts..geht dich nichts an", hörte ich mcih dann kühl sagen. "Nichts? sicher? ..Aber das ist doch nicht das erste Mal, ich hab shcon öfters gesehn wie du total ängstloich zu sienem büro geschlichen bist...und wie du total fertig wieder rausgekommen bist...Komm, ihc kann mir nicht vorstelln, dass du wirklich so kühl und gefühlslos bist, wie du immer tust...", Bill sah mich an. Und zum ersten Mal entdekcte ich etwas, was ich ncoh nie gesehn hatte in seinen Blicken: Wärme. Ich bekam schon wieder einen Heulanfall. Zaghaft legte er sienen Arm um meine Schultern. Lange saß ich da so, schluchzte vor mich hin und Bill streichelte sanft meine Schulter. "Komm, lass uns gehn, hier ist es kalt...und der Hausmeister will Feierabend machen", sagte Bill und lächelte mcih an. Das brachte mich automatisch auch zum Lächeln. Schweigend liefen wir nebeneinander zur Bushaltestelle. Wir hatten beinahe denselben Weg, er musste nur eine Haltestelle eher als ich aussteigen. Als meine Haltestelle kam sagte er: "Musst du nciht aussteigen?" Ich schüttelte den Kopf und blieb sitzen. Er starrte mcih fragend an. "Ich will nicht nach Hause...die merken es eh ncih, wenn cih mal nciht dabin", gab ich leise zu. "oh...du...kannst natürlich mit zu mir kommen" Ich verstand die Welt nciht mehr, plötzlich verstanden wir uns. Wir redeten normale Sätze miteindander...Bill und ich! Ich hätte nie gedacht, dass das mal passiert. Bills Mutter öffnete die Tür. "Hallo ihr beiden", sagte sie freundlich, ließ es sich aber nicht anmerken, dass sie sehr Erstaunt über meine Anwesenheit war. "Kann Lena heute Nacht hier bleiben?"; fragte Bill und gab seiner Mutter einen bedeutenden Blick, der wohl hieß: Sag bitte ja, ihc erklär dir alles später. "Natürlich", sagte sie und lächelte mcih an. sie hatte das selbe Lächelns wie Bill und strahlte ganuso viel Wärme damit aus, wie er. Bill fürhte mcih die Treppe hoch in ein Gästezimmer, das total gemütlich aussah. Bill ging raus und kam ein paar Minuten später mit einer Kanne Tee und zwei Tassen wieder. Er reichte mir eine Tasse und schenkte Tee ein. "Danke", sagte ich. Er pflanzte sich neben mich aufs Bett. "...Was ist denn eigentlich passiert?", fragte Bill nach einiger Zeit. "Ich will nicht drüber reden...", sagte ich nur knapp. Es war mir irgendwie total peinlich und ich schämte mich dafür. Zum einen natürlich,weil ihc von Herrn Weintz zum Sex gezwungen wurde und zum anderen, weil ich ja die Prüfungslösungen klauen wollte..."Ich hol dir was, wasdu zum Schlafen anziehn kannst", teilte Bill mirmit, verließ das Zimme rund kam nach zwei Sekunden wieder. Er reichte mir ein T-Shirt und eine Boxershorts. Süß! Stopp! Was dachte ich für ne Scheiße, ihc konnte Bill doch nicht süß finden...es war sowieso grade so seltsam, weil eigentlich hassten wir uns ja und jetzt übernachtete ich einfach hier...Nachdem ich umgezogen war kam Bill, ebenfalls in Boxershrots, aber NUR in Boxershorts (xP), auch wieder ins Zimmer. Es war ja noch nicht wirklich spät, also quatschten wir noch eine Weile so über dies und das und ich stellte fest, das Bill eigentlich total nett und witzig war, warum hatte ich das nur nie bemerkt? Aber mir fiel auf, dass Bills Blicke immer an meinen ganzen blauen Flecken und an meinem aufgeschlitzten linken Unterarm kleben blieben. Da T-Shirt und Boxershorts ja kurz waren, hatte ich leider auch keine Möglichkeit,das zu verstecken. "Warum bist du eigentlich zu mir gekommen?", fragte ihc endlich die Frage, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge brannte. Bill wurde plötzlich wieder ernst: "...Tja, weißt du....Ich hab ja schon öfter beobachtet, wiedu ins Büro musstest und wie du da wieder rausgekommen bist und..." Ich fragte mich, wieso er mich öfters beobachtete, das blieb mir aber unbeantwortet "Ja ich weiß nich...du bist so schnell weggerannt und kams einfach nicht wieder, dann bin cih in die Richtung gegangen und hab dich weinen gehört...Ich musste einfach wissen, was los ist" Aha...Warum hassten wir uns eigentlich? "Weiß ich auch nicht so wirklich...ich weiß gar nciht mehr, wie das angefangen hat, aber es war einfach immer so..." Ups, ich musste wohl mal wieder laut gedacht haben. "Was ist denn da passiert?", fragte er und deutete auf meine Kratzer, die cih mir selbst zugefügt hatte. "Ach nix, sind nurn paar Kratzer", sagte ich leise und wich seinem Blick aus. Er griff einfach nach meinem Arm und schaute sich die Narben und frischen Wunden genauer an. "Lena, lüg mich nich an, sowas kommt nich einfach so...Woher has du überhaupt diese ganzen blauen Flecken?", er kuckte mir direkt in die Augen. Ich konnte nichts sagen, cih hatte noch nie jemadnem davon erzählt, nicht mal Kim. Mein Herz schlug schneller. Ich befreite mcih von Bills Blick indem ich einfach den Boden inspizierte. "OKay, du musst ja nichts sagen, sorry, ich will dich zu nichts zwingen...es ist nur...ich mach mir Sorgen um dich!", er wurde immer leiser, der letzte Satz war kaum hörbar, aber ich hatte es verstanden. Er machte sich Sorgen um mich? Wie crazy war das denn?! eine Träne kämpfte sich aus mienen, seit dem das Gespräch auf meine Wunden gekommen war, sowieso schon nassen Augen und glitt meine Wange runter. Bill wischte sie mir von der Wange und hob meine Kopf. Er kuckte mich ganz lieb an. Dann brach alles aus mir heraus. Ich erzählte unter Tränene alles, was bis jetzt passiert war, wie oft ich in neue Familien gesteckt wurde, wie mich die Leute dort behandelt hatten. "Die einen haben mcih mit Essen zugestopft, die andern haben mich fast verhungern lassne, Immer wenn sie wegwarn wurde ich in eine kleines Zimmer gesperrt, ihc durfte nichts essen oder trinken, noch nciht mal aufs Klo...Dann war ich da plötzlich wieder weg und bei ner andren Familie, die warn immer total lieb zu mir aber nach zwei Wochen kam ich plötzlcih wieder ins heim. Niemand hat mir gesagt warum...Dann kam ich in ne neue Familie, die Leute wollten mich eigentlich gar nicht haben, aber trotzdem war ich da. Ich kam dann in so nen Kindergarten, da wurde ich echt gut behandelt, wie man eben normalerweise behandelt wird. Und dann...dann durfte ich nciht merh in den Kindergarten geh, die meinten ich werde da zu gut behandelt. Und immer...immer wenn ich ins Bett gemacht hab, ham die miene Kopf in die Kloschüssel gesteckt", ich bekam einen heulanfall bei den erinnerungen. Ich hatte wirkich noch NIE darüber gesprochen. Bill nahm mich in den Arm. "Und seit dem ich 7 bin lebe ich jetzt bei mienen Erziehungsberechtigten...die sind schrecklich..." ein seltsames Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit. "Mein "Vater" ist fast immer betrunken, von meiner "Mutter" krieg cih ständig rigendwelche Aufgaben zum lösen. Erst wenn cih die gemacht hab, habe ich Freizeit. und für jede falsche Aufgabe eine Woche Telefonverbot. Ich hasse das...Mein Erziehungsberechtigter schlägt mich, jeden Tag, obwohl ich doch gar nichts gemacht hab...Die merken es noch nicht mal, wenn ich ein paar Tage nicht da bin..." Tapfer wischte ihc meine Tränen aus dem gesicht. "Wenn ich 18 bin zieh ich aus. An meinem 18. um 0 Uhr sind meine Koffer gepackt und die sehn mich nie wieder!", sagte ich entschlossen. "Ich hab auch schon oft Pläne geschmiedet, von zu Hause abzuhaun. Einmal bin ich nach der Schule einfach nicht wiedergekommn, bin zwei oder drei tage nur am Bahnhof rumgesessen, aber bin dann doch wieder nach Hause, ich hatte kein Geld um zu fliehn..."Ich war wirklich überall lieber, nur nicht zu Hause...naja und in Herrn Weintz' Büro...Aber diesen Satz sagte ich diesmal nicht laut. "Ich hab mich schon öfters gefragt, ob du wirklich so menschenverachtend und so...böse bist, wie du immer zu mir warst...Is das da auch wegen deinen Erziehungsberechtigten?", fragte Bill und deutete erneut auf meinen zerschnittenen Arm. Man, warum ahtte er nur so ein Talent immer genau solche Fragen zu stellen, wo man drauf antworten musste?! Ich schüttelte nur den Kopf. "Sondern?" Ich schluckte: "Wegen dem selben Grund, aus dem ich immer ins Büro muss... Ach einfach wegen allem...mein Leben is komplett fürn Arsch.." "Warum musst du denn immer ins Büro?", fragte er weiter. Er konte es einfach nicht lassen, aber ich nahm es ihm nicht übel. Es tat auch irgendwie gut, das alles mal auszusprechen. "Herr Weintz hat mich erwischt wie ich die Lösungen für Mathe ausm Lehrerzimmer geklaut hab und kopiern wollte...und dann meinte er er verpfeift mich wenn ich nich...wenn ich nich...wenn...", ich konnte den Satz einfach nicht aussprechen. Aber ich glaube, Bill verstand auch so, was ich sagen wollte, denn er nahm mich sofort wieder in den Arm und drückte mich ganz fest. Wieder bekam ich dieses flaue Gefühl im Magen breit, fats so, wie vor der Theaterstückaufführung. "Weißt du eigentlich wie wiederlich das ist? Ich fühl mich so dreckig und benutzt und...und eigentlich wollte ich nicht grade von einem Lehrer entjungfert werden..." Die Tränen rannen mir mal wieder in Strömen über die Wangen. Jetzt war alles raus...Bill hatte mir die ganze Zeit still zugehört, nichts gesagt. Aber irgendwie konnte ich es ihm einfach erzähln, es war mir nichts mehr peinlich. "Was fürn Schwein, der kann dich doch nciht erpressen..." "Doch, siehst du ja...und ich will doch nicht von der Schule fliegen...ich...ichi mach einfach alles, falsch..." "Stimmt doch gar nicht....aber kuck mal,jder Mensch macht doch mal Fehler" "Ja, und meiner ist es, dass ich überhaupt lebe!" Bill kuckte mcih ernst an, zu ernst, fast schon böse. "So was darfst du nicht mal denken!" Lange saßen wir noch so da, schweigend,  bis ich mich rigendwann beruhigt hatte und in Bills Armen einschlief.
Ich öffnete meine Augen und sah etwas Schwarzes, Buschiges. Ich setzte mich hin, dabie fiel ein Arm von meinem Oberkörper. Aha, das schwarze, buschige waren Bills Haare und der Arm gehörte ebenfalls ihm (wär ja auch schlimm, wenn nich^^) . Ich kuckte ihm beim Schlafen zu, er sah total lieb aus, und freidlich, fast wie ein Engel. Seit dem gestrigen Tag hatte sich meine Meinung über Bill schlagartig geändert. Ich hatte ihn von einer ganz neuen Seite kennengelernt, nämlich lieb, aufmerksam und fürsorglich.
Am Ende des Schultages kam Bill noch mal zu mir: "Gehst du jetzt wieder zu ihm ins Büro?" "Muss ich wohl..." "Aber nicht mehr lange, wir werden schon eine Lösung finden, und zwar bald, versprochen..." "Danke", sagte ich und umarmte ihn. Den andern paar, die noch im KLassenraum waren, aber unser Gespröch nicht hören konnten klappte der Mund auf. WOW Lena und Bill umarmen sich! Die verstanden echt gar nichts mehr hihi. "Versprichst du mir was?", flüsterte er mir ins Ohr, während wir uns grade umarmten. "Dass du sowas nie wieder machst...Du kannst immer zu mir kommen und mit mir reden, immer, aber verletz dich nicht noch unnötig selbst" "Okay...ich versprechs dir", flüsterte ich zurück, worauf Bill mich noch fester an sich drückte. Ich bekam keine Luft mehr, und auch mein Herz schlug schneller. Was war das? Was passierte da mit mir? Wieder musste ich in Herr Weintz' Büro, ich wollte nicht, es war do so wiederlich. Sollte ich einfach nicht kommen? Ich könnte ja weglaufen... Aber dann verrät er mich bestimmt an den Schulleiter...Also ließ ich es wie so oft einfach über mich ergehen. Ich fürchtete mich schon vor dem Moment nach Hause zu kommen, vielleicht hatten sie ja doch bemerkt, dass ich die letzte Nacht nicht da gewesen war...Ich betrat das Haus, miene Eltern lagen auf der Couch und schliefen. Puh, Glück gehabt! Leise schlich ich mich ins Zimmer und schloss die Tür hinter mir. Nicht wie die letzten Wochen im Bad um mich zu ritzen. Ich versuchte Hausuafgaben zu machen, doch es gelang mir nicht, ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Die ganze Zeit dachte ich an gestern Abend. Ich hatte Bill wirklich alles erzählt, ALLES. Und er hatte mir die ganze Zeit zugehört, ohne ein Kommentar...
"Was soll das denn?", fragte Kim. "Was soll was?" "Ja, warum verstehst du dich plötzlich so gut mit Bill?" "Ich hab mich einfach geirrt, Bill ist total nett und gar nicht doof!" In Kims Gesicht stand nur ein Fargezeichen. "Okay, also das war so: Ich war vorgestern noch länger in der Schule und saß heulend auf dem Klo und Bill hat mcih gefunden und mich getröstet...Keine Ahnung, warum er plötzlich so nett zu mir war...Auf jeden Fall bin ich dann mit zu ihm, weil ich nicht nach Hause wollte und dann hab ich bei ihm gepennt und...wir verstehn und voll gut.", versuchte ich ihr zu erklärn. "Und warum wars du in der Schule? Und hast heulend aufm Klo rumgesessen??" Eigentlich wollte ich das nicht erzählen, wiel ich nciht wollte, dass irgendwann die ganze Schule bescheid weiß. "Will ich nicht sagen...!" "Mir wills dus nicht sagen, aber diesem...diesem...Bill oder was?! Hallo? Das ist Bill! DU HASST BILL UND DANN ERZÄHLST DU IHM IRGENDWAS, WAS DU MIR NICHT ERZÄHLN WILLST?! Na danke, du bist ja ne tolle Freundin...", schrie sie mich an, drehte sich um und stolzierte davon. Na super! Ich verstand gar nicht, was ich jetzt schon wieder gemacht hatte?! Konnte ihr doch egal sein, wie ich mich mit Bill verstand... Total frustriert ging ich also zu Bio und stand allein vor der Tür rum, Kim stand bei den anderen Mädels, mit denen wir uns sonst eigentlich nicht so gut verstanden. Ab und zu schaute sie verächtlich zu mir rüber. "Was is denn los?", hörte ich eine schöne Stimme fragen. Ich schaute auf-direkt Bill ins Gesicht. "Kim hat irgendwelche Probleme, die is sauer, weil wir uns jetzt verstehn..." "Och komm schon, das rängt sich schon wieder ein", meinte er und lächelte mich süß an. Moment mal...süß? Nein, Bill ist nicht süß....Auf einen Schlag hob sich meine Laune um einiges. Stimmt, Kim wird schon noch merken, dass sie total überreagiert hatte, dachte ich.
-Falsch gedacht. Kim änderte sich kein bisschen. Sie ignorierte mich total. Ich konnte es nicht glauben. Plötzlich hatte sich alles verändert. Kim und ich redeten kein Wort mehr miteinander, Bill und ich umso mehr. Jedes Mal wenn ich versuchte Kim dadrauf anzusprechen ließ sie mich einfach nichts sagen. Sie drehte sich weg und tat so, als wär ich gar nicht da. Meine ganze Welt stand auf dem Kopf.

 

8.
"Hey Kim, jetzt warte doch mal!", rief ihc quer über den Schulhof. Sie blieb tatsächlich stehn und drehte sich zu mir um. "Was willst du?", fragte sie kühl. "Kannst du mir vielleicht mal erklärn, was das soll? Ich mein, ich hab doch gar nix gemacht und du ignorierst mich total...wir waren doch immer beste Freundinnen, willst du das denn alles wegschmeißen???" Ich schaute sie an. Für einen kleinen Augenblick meinte ich, ein Funken Schwäche in ihren Augen zu erkennen, nicht die Stärke und Kälte der letzten Wochen. Und dann war es schon wieder weg, vielleicht hatte ich mir das auch nur eingebildet?! Immer noch starrte ich sie fragend an. "Nichts gemacht nennst du das also?! Du hast diesem...diesem Bill mehr anvertraut als mir. Und "beste Freundinnen" erzählen sich doch alles..." "Stimmt...tut mir leid, aber...ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht drüber sprechen...aber ich will dich doch nicht verliern...Bitt Kim, gib uns noch eine Chance, ich kann nicht ohne dich..." Sie schwieg eine Zeit lang, dann sagte Kim: "Okay, ich überlegs mir". Fröhlich ging ich nach Hause. Immer mti dem guten Glauben, dass jetzt alles wieder gut wird. Denn ich konnte wirklich nicht ohne sie. Es war jetzt nicht so, dass ich keine Freunde hatte. Ich verstand mich eigentlich mit vielen Leuten gut, aber richtige Freunde hatte ich nicht viele. Denn lieber wenige und gute Freunde, als viele, unechte und untreue Freunde!
Am nächsten Morgen als ich zu Bill und Tom in den Bus stieg meinte BilL: "Hey Lena, warum strahlst du so?" "Vielleicht vertragen Kim und ich uns wieder" "Wow, wie hast du das denn geschafft?" "Einfach mit ihr geredet..." "Achso...ist vielleicht mal ne gute Lösung", grinste er. Und sofort hatte ich noch bessere Laune.
In der ersten Pause wartete ich also im Klassenraum auf Kim. Wir gingen zusammen raus auf den Hof. "Und? Hast dus dir überlegt?", fragte ich sofort erwartungsvoll. "Ja, hab ich...ich verzeih dir!" "Oh danke Kimmie", ich fiel ihr um den Hals. "Aber nur unter einer Bedingung" "Ich mach alles, ist mir scheißegal, was" "Okay...Versprich mir, dass du Bill genau so behandelst wei sonst immer...Also so wie vor dem Theaterstück immer...Weißt du, du und Bill, das kann nicht gut gehn. Ihr habt euch immer gehasst und werdet euch immer hassen, ich weiß auch nicht, was in ihn gefahren ist, aber...glaub mir, er belügt dich nur. Ich hab letztens mitbekommen, wie er mit Tom über dich geredet hat. Ich sag dir, es war nichts Gutes. Er hat sich total über dich lustig gemacht... Glaub mir, es ist besser für dich wenn du nichts mit ihm zu tun hast!" Ich konnte es gar nicht glauben, was sie erzählte, Bill war doch total lieb gewesen...Aber andererseits, wir hatten uns wirklich immer gehasst, und plötzlich kam er zu mir und hatte mich getröstet, das war schon sehr merkwürdig. Dieses Arschloch, dieses Gottverdammte Arschloch, warum machte er so nen Scheiß mit mir?! Aber zum Glück hatte ich ja Kim, zum Glück hatte sie mich jetzt gewarnt. Da konnte mir der ruhig gestohlen bleiben.
"Lena, was hast du denn plötzlich?", Bill lief hinter mir her. Was wollte der denn jetzt? War ich hier die Lügnerin oder er? Ich liefe immer noch schnellen Schrittes vor ihm her, dachte noch nicht mal im Traum daran, mich umzudrehn und ihm zuzuhören. An der Bushaltestelle verschwand ich schnell in einem Pulk von Leuten und stieg so in den Bus ein, dass Bill nicht in meiner Nähe war. Plötzlich packte mich jemand an der Schulter. Genervt fuhr ich herum: " Lass mich gefälligst in Ruhe! Mit so jemandem wie DIR will ich nichts zu tun haben. Der erste Eindruck täuscht eben doch nicht, du bist und bleibst einfach...Bill. Und wir hassen uns, klar?!" Bill starrte mich ungläubig an. "Jetzt tu nicht so unschuldig, du weißt genau, wovon ich rede! Wenn du mich jetzt bitte entschuldigen würdest...ich muss raus!" Übertrieben stolz drehte ich mich um und stieg aus. Pah, wie dumm der sich anstellt. Wenn ichs ihm doch sage, dass ich genau weiß, was für ein Spiel er spielt. Und er tut so unwissend...Tzzzz
Was für ein Spiel eigentlich? Ich verstand einfach nicht, was das sollte. Es brachte ihm doch überhaupt nichts, sich erst bei mir dermaßen einzuschleimen um sich dann über mich lustig zu machen..ich sah darin einfach keinen Sinn...Aber konnte ich ja wohl auch nicht erwarten, dass Bill mit seinem behinderten Spatzenhirn überhaupt Sinvolles tun kann...

 

9.
~3 Monate später~
Die Sommerferien waren natürlich viel zu kurz und schon mussten wir wieder in die Schule. Und das hieß wohl, ich müsste Bill wiedersehn... Na super, da kommt ja Freude auf. "Oh ne, ich kriegs Kotzen, lass uns wo anders hingehn", maulte ich als Kim und ich heute morgen den Schulhof betraten und wer war sofort in unserem Blickfeld-Natürlich Bill. Ich beobachtete, wie Kim einen seltsamen Blick in Bills Richtung warf, mir aber dann doch folgte. Wir tapsten lustlos in unseren Klassenraum. Es bot sich ein merkwürdiges Bild, als wir diesen betraten. Alle, wirklich alle aus unserer Klasse standen um Bill und Tom herum und redeten auf sie ein. Ich verstand überhaupt nicht, warum. Sonst wollte nie wirklich jemand was mit den Beiden zu tun haben und jetzt? Desinteressiert ließ ich mich auf meinen Stuhl plumpsen. "Gibts irgendwas umsonst oder warum belagert ihr die da?" fragte ich mit ienem besonders abfälligen betonten "die da". "Sag blos, du hast es noch nicht gesehn?", freagte Kim ungläubig. "Was gesehn? Was soll ich denn gesehn haben?", ich hatte wirklich schlechte Laune. "Na, Bills und Toms Video", meinte Kim und kuckte ich vielsagend an, ich verstand aber nur Bahnhof. "Was denn fürn dummes Video? Hallo?" "Oh, Bill und Tom spieln doch in einer Band "Tokio Hotel"..." "Ja kann sein...hat er mir glaub ich mal erzählt..." "Ja ist so...und auf jeden Fall haben sie jetzt ein Video rausgebracht, also ein richtigen Videoclip, der läuft täglich bei Viva", erzählte sie mir ganz aufgeregt. "Reg dich mal wieder ab...woher weißt du das eigentlich alles so genau?", diese Frage interessierte mich jetzt aber mal wirklich. Denn eigentlich mochte Kim Bill genauso wenig wie ich. Und plötzlich interessierte sie sich für das, was er tat. Sie hatte diese Farge nicht erwartet. Panisch suchte sie im Raum eine Antwort. Dann sagte sie gespielt lässig: "Kriegt man halt so mit, läuft ja ständig im TV..." Na dann...Mir sollte's Recht sein, immerhin war es mir piepegal, was Bill für einen Affenzirkus veranstaltete.
Herr Weintz betrat den Klassenraum. Angst erfüllte meinen Körper, schon allein bei seinem Anblickfingen meine Hände an zu zittern. Seine Vergewaltigungen hatten nicht aufgehört. Jeden verdammten Tag hatte ich in sein Büro kommen müssen, jeden verdammten Tag hatte ich es über mich ergehen lassen müssen. Endlich klingelte es zur lang ersehnten Pause, jetzt musste ich ihm nicht mehr in die Augen schaun, meinem Lehrer, meinem Peiniger, der mich entehrt hatte..."Lena, wartest du mal bitte kurz", sagte er als ich heimlich am Pult vrpbeischlich, aber er hatte mich doch bemerkt. Wie angewurzelt blieb ich stehn. Mein Herz begann heftigst zu schlagen. Als alle den Raum verlassen hatten trat er einen Schritt näher an mich heran. "Du weißt ja, wie immer...nach der sechsten in meinem Büro...", hauchte ermir ins Ohr. Ich erwiderte nichts, sondern starrte ihn nur angsterfüllt an. Ich wollte nicht, ich wollte da nicht schon wieder hin. Fast unmerklich schüttelte ich den Kopf. Böse funkelte er mich an. "Du kommst, und ob du kommen wirst, sonst sorg ich dafür, dass du von der Schule fliegst, du Flittchen! Ham wir uns verstanden?!", raunte er mich an. Ich zeigte keine Reaktion. Er packte mich an den Schultern und rüttelte an mir. "Ham wir uns verstanden?!", schrie er jetzt schon fast. Meine Augen wurden feucht und ich nickte schnell. Sofort ließ er von mir ab und ich rannte raus. Na toll, Kim hatte nicht auf mich gewartet. "Er tut es also immer noch...", diese Stimme ließ mir augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren. Ich fuhr herum und sah Bill hinter mir stehn. "Das geht dich einen feuchten Dreck an!", zickte ich sofort. "Lena, du musst dich dagegen wehren", sagte er behutsam. "Was ich muss und was nicht entscheide ich immer noch selbst!", gab ich zurück und eilte den Gang entlang nach draußen, wo ich von der wunderbar warmen Sonne angestrahlt wurde. Ich suchte Kim, doch vergebens, ich konnte sie nirgends auf dem Schulhof finden. Missmutig beobachtete ich, wie so oft, wie eine Traube Mädchen Bill umrigte und ihn volllaberte. Nur jetzt war es noch schlimmer als die Jahre zuvor. Immerhin war unser Mr. ich-bin-schwul-und-obercool jetzt ja ein Star. Tz, dass ich nicht lache, der hatte doch eh nichts drauf, in einem Monat werden die wieder von der Bildfläche verschwunden sein.

 

10.
Es klingelte- Schulschluss. Alle waren froh, den ersten Schultag nach den Ferien überstanden zu haben und konnten ind ie Freiheit. Nur ich musste dableiben. Das Schlimmste stand MIR noch bevor, dagegen war öde Schule nur ein Kalcks. Herr Weintz fing wieder an mich zu begrapschen-wiederlich. Jetzt schob er den einen Träger meines Tops runter. Bah! Ihh! nein! Nicht schon wieder! Ohne zu registrieren, was ich tat, schubste ich ihn von mir und wollte rausrennen. Doch er war schneller. Er packte mich am Arm und zerrte mich von der Tür weg. "Lassen Sie mich los!", versuchte ich es. Doch je mehr ich gegen ihn ankämpfte, desto krampfhafter und härter hielt er mich fest. "Du bleibst hier!" Er gab mir eine Ohrfeige und schleuderte mich in die Ecke. Aber sowas war ich ja von zu Hause gewohnt... Ich rappelte mcih wieder auf. "Willst du es nicht verstehn?! Du bleibst hier! Du tust, was ich dir sage!" "Nein...", wimmerte ich, doch er erhörte mein Flehen nicht. Irgendwo her hatte er plötzlich ein Seil, band mich damit am Tischbein fest und riss mir die Kleider vom Leib. Ich war ihm schutzlos ausgeliefert, wie so oft. Aber diesmal war er härter, er riss meine Schenkel auseinander und drang unvorsichtig in mich ein. Wie immer litt ich Höllenqualen. Nach einer halben Ewigkeit ließ er mich endlich gehn. Ich fühlte mich mal wieder klein, nutzlos und dreckig. Ich war Abschaum, ich war eine Schlampe, einfach wiederlich. Wieder stand ich im Bad, wieder sah ich in den Spiegel. Diese Situation kam mir so bekannt vor. Ich öffnete den Badezimmerschrank und griff gezielt nach der Rasierklinge. Unter Druck zog ich sie immer und immer wieder über meinen Arm. Die alten Narben wurden durch neue, offene, blutende Wunden ersetzt. Für den Moment fühlte ich mich frei und unbeschwert...Für den Moment
Ich konnte einfach nicht mehr! Oft dachte ich an den Abend, den ich bei Bill verbracht hatte und immer öfter stellte ich mir die Farge, was in seinem Kopf vorging. Er hatte mich immer gehasst und ich ihn auch. Und plötzlich war er nett zu mir gewesen, hatte einen Freund vorgespielt um hinter meinem Rücken sich über mich lustig zu machen...Aber was hatte das für einen Sinn?
Ich hatte ihm damals versprochen, mich nie wieder zu ritzen, mir nie wieder selbst Schmerzen zuzufügen-und ich hatte mein Versprechen gebrochen. Ich tat es wieder und wieder...Aber er hatte ja gesagt ich könnte immer mit ihm reden. Konnte ich das? Nein , ganz sicher nicht, denn ich hasste ihn, er war mir egal-und ich ihm. Bei diesem Gedanken zuckte ich zusammen. Nein! das war jetzt egal! Denk nicht mehr daran, er hat dich belogen und verarscht, dieses Versprechen ist nichts Wert! Trotzdem beschloss ich mit jemandem zu reden, ich musste meine Sprgen einfach maol loswerden. Und wozu hat man den eine beste Freundin?!
Am nächsten Vormittag ging ich also Kim besuchen. "Kim ist noch beim Training, du kannst aber in ihrem Zimmer warten, sie hat sicher nichts dagegen. Sie müsste auch gleich kommen", sagte ihre Mutter freundlich. Stimmt ja, Kim hatte ja Smastag vormittags immer Schwimmtraining. Ach egal, warte ich eben die paar Minuten. Ich betrat ihr Zimmer und setzte mich auf den Schreibtischstuhl. Kurz darauf betrat sie ihr Zimmer. "Hey, was führt dich denn hierher?!", begrüßte sie mich.
"Du...ich wollte mal mit dir reden..."
"Was gibts?"
"Also...das ist so: Als wir die Mathelösungen geklaut haben...da wurde ich erwischt und..."
"Ach du Scheiße...und was?"
"Ja, Herr Weintz hat mich erwischt und er hat gesagt...er hat gesagt...", schluchzte ich vor mich hin. "Er hat gesagt ich fliege von der Schule wenn ich nicht mit ihm schlafe..seit dem muss ich jeden Tag zu ihm ins Büro und..."
"Sag mal, hast du nen Knall? Du kannst doch nich mit nem Lehrer pimpern?!", Kim reagierte total anders als erwartet.
"Aber, was soll ich denn machen? Er erpresst mich...."
Sie schaute mich angewiedert an. Das war echt das Letzte, was ich jetzt gebrauchen konnte. Plötzlich klingelte das Telefon und Kim nam ab. "Ich geh mal eben raus, telefoniern", sagte sie und verließ den raum. Ließ mich total hilflos zurück. Ich dachte echt, sie versteht mich...Aber anstattdessen machte sie mich auch noch runter. Traurig durchschweifte mien Blick ihr Reich und blieb schließlich genau vor meiner Nase kleben. Dort hatte sie was geschrieben:
Er ist sooo toll, aber ich weiß, dass ich ihn sowieso niemals kriegen werde...Ich kann auch niemlas zugeben, dass ich ihn liebe. Wie seiht das denn aus: Kim liebt Bill?! Jeder denkt doch, dass ich ihn hasse, aber ich muss ja so tun, dann Lena hasst ihn ja auch, wir beide haben ihn immer gehasst. Zum Glück ist sie nicht mehr mit ihm befreundet. Das wäre ja noch schöner gewesen, wenn diese Schlampe ihn mir weggenommen hätte...Aber sie ist ja so naiv und glaubt mir alles, was ich sage.
Ich hörte Kim die Treppe hochkommen, schnell wandte ich meinen Blick ab und kuckte unschuldig durch die Gegend. Kim kam rein, war wieder ganz normal, wenigstens nicht mehr so spöttisch...
"Was ist denn da passiert?", fragte sie erschrocken und deutete auf meine Narben am Arm. Scheiße, ich hab nicht dran gedacht sie zu verstecken. Mir schossen die Tränen in die Augen.
"Das...das...das hab ich slebst gemacht, ich-"
"Sag mal, spinnst du jetzt völlig? Du bist ja total psychopatisch, fickst quer durch die Schule und schneidest dir die Arme auf, brauchst mehr Aufmerksamkeit?"
"Nein, nich...es ist doch nur weil-"
"Bah, du wiederst mich an, verschwinde!", schnitt sie mir wieder das Wort ab.
Ich folgte ihrer Aufforderung und verließ das Zimmer wortlos. Innerlich bebte ich.

 

11.
Schon wieder verstand ich die Welt nicht mehr...Kim verabscheute mich, anstatt Verständnis und guten Worten warf sie mir nur Beleidigungen an den Kopf. Und sowas sollte eine Freundin sein?! Meine Tränen hatten sich längst ihren Weg über meine Wangen gebahnt und strömten ihn unaufhörlich hinunter. Die verstand überhaupt nichts. Gar nichts. Sie dachte wohl allen Ernstes, ich ritze mich, nur um Aufmerkamkeit zu kriegen. Wenn ich Aufmerksamkeit wollte, warum verstecke ich dann meine Narben? Und wieso verabscheute sie mich plötzlich so? Hatte sie mir die ganze Zeit nur etwas vorgemacht? Anscheinend ja. Denn was ich- so mehr oder weniger freiwillig- in ihrem Tagebuch gelesen hatte, ergab keinen Sinn. Sie liebte Bill? Kim liebt Bill? Nur sie wollte es nicht zugeben, weil es ihr vielleicht peinlich war, oder was weiß ich...und sie fand es gut, dass Bill  und ich uns nicht mehr leiden konnten...Moment mal...sie fand es gut? Warum konnten wir uns denn nicht mehr leiden?! Weil KIM mir erzählt hatte, Bill würde hinter meinem Rücken Scheiße labern...Hat sie etwa...? Nein,das traute ich ihr nicht zu, aber andererseits hatte sie ja geschrieben Aber sie ist ja so naiv und glaubt mir alles, was ich sage.
War SIE daran Schuld, dass Bill und ich jetzt wieder Stress hatten?! Das war die einzige Möglichkeit, die gerade für mich in Frage kam. Und wenn ich recht überlegte, war es ja Bill gewesen, der des Öfteren versucht hatte mit mir zu reden...Oh nein! Was hatte ich nur wieder für nen Mist gebaut?! Ich hatte Bill zu unrecht so scheiße behandelt...nur weil ich so naiv war und Kim blind vertaut habe. Und da hatte ich jetzt den Salat. Da sieht man's ja, als ich Bill von dieser Ganzen Geschichte erzählt hatte, hatte er mir zugehört, versucht, sich in meine Situation hineinzuversetzen, mir Trost gespendet und versucht mir zu helfen. Und Kim? Sie war von mir angewiedert und machte mir auch noch Vorwürfe...Da sieht man ja, wer der wirkliche Freund ist...
Aber...Wenn Bill doch immer versuchte mit mir zu reden, dann ist es ja vielleicht noch nicht zu spät. Ich beschloss, gleich am Montag mit ihm zu sprechen, mich zu entschuldigen und die Sache zu kären, denn so könnte mir wenigstens Bill noch als Freund erhalten bleiben. Kim, jedoch, konnte ich vergessen, das war mir einfach klar. Der Gedanke an die Versöhnung mit Bill beruhigte mich sehr und ich schlief auch schnell ein.
Doch Bill und Tom waren nicht in der Schule, ich fragte mich, was sie trieben, aber ich sollte es wohl nicht herausfinden.
Als ich am Nachmittag mies gelaunt durchs TV zappte, blieb ich an Bill hängen. Plötzlich starrte er mich aus dem Fernseher raus an. Sie, also "Tokio Hotel" waren bei ViVa Liva als Gast. Schlagartig besserte sich meine Laune und ich schaute mir das alles erst mal an. Da lief dann auch der Videoclip von "Tokio Hotel". Das Lied hieß "Durch den Monsun". Ich hörte genau hin:
Das Fenster öffnet sich nicht mehr
hier drin ist es voll von dir und leer... (den Rest kennt ihr ja alle ;D)
Man, irgendwie traf mich dieses Lied, ich fühlte mich plötzlich so...so..anders. Es hatte mich auf jeden Fall nicht kalt gelassen. Einfach die Art und Ausdrucksweise, wie Bill gesungen hatte...so gefühlvoll und...genau so wie ihn vor vier Monaten neu kennengelernt hatte. Ach Bill...wieso können wir das nicht jetzt einfach geklärt haben??!
Bei ViVa lief schon längst was anderes, keine Ahnung, was es war. Ich konnte es durch den Tränenschleier vor meinen Augen nicht mehr erkennen. Als sich plötzlich die Tür öffnete. Mein Erziehungsberechtigter kam in mien Zimmer, mit einem für ihn sehr ungewöhnlichen Lächeln auf den Lippen. Er setzte sich zu mir aufs Bett und schaute mich an. "Lenachen, was ist denn los?" Seit wann fragt der dennw ies mir geht. Ich starrte ihn nur verdattert an. Er nahm mich in den Arm und wollte mich anscheinend trösten, mir war das sehr unangenehm, ich hatte so gut wie nie Körperkontakt mir meinen "Eltern". "Ist ja gut...", hauchte er mir ins Ohr. Bääääähhhhh! Gespielt sanft aber doch mit einem gewissen zwang drückte er mich runter aufs Bett und betrachtete mich voller Begierde. Mir lief es eiskalt den Rücken runter, als er anfangen wollte, mir mein Shirt auszuziehn. Ich wehrte mich dagegen. "Halt still! Halt gefälligst still!", schrei er mich an. "Nein!" Ich versuchte mich aus seinen Klauen zu  befrein. Ein paar Minuten kämpften wir gegeneinander, immer wieder schlug er mich. Letztendlich konnte ich mich losreißen. Ich sprang auf, riss die Tür auf, direkt gegenüber rein und abschließen. Schlauerweise befand ich mich jetzt im Bad. Nein, du wirst dich jetzt nicht ritzen! Nicht, nein! Aber trotzdem ich es nicht wirklich wollte tat ich es wieder. Wieder rann das Blut über meinen Arm und färbte das Waschbecken rot. Mit zitternden Händen ließ ich die Klinge fallen und fuhr mir über die Wunden, sie brannten wie Feuer. Ich schaute in den Spiegel, direkt in mein Gesicht. Ich war Dreck, unnütz und zu nichts zu gebrauchen, ja genau so fühlte ich mich! Denn mein Leben war einfach nur beschissen! Mt Bill war grade volld ie Scheiße, ich wusste nicht, ob wir uns wieder vertragen werden, wenn wir uns denn überhaupt mal wiedersehn, meine "Eltern" schlagen mich und hassen mich, mein "Vater" wollte mich vergwaltigen, genau wie Herr Weintz es täglich tat, meine angeblich beste Freundin verabscheut mich, nur weil es mir schlecht geht, sie hat mich belogen und nur die Freundschaft mit Bill zerstört und sie liebte denselben Jungen wie ich...! Sie liebte denselben Jungen wie ich?! Ach Quatsch, lieben war echt übertrieben (xD reimt sich).
Lange saß ich im Bad und überlegte, was ich machen sollte. Zu meinen Eltern raus wollte ich auf keinen Fall. Ich musste hier raus. Mier blieb nichts anderes übrig, ich öffnete das Badezimmerfenster und stieg hinaus. Es fröstelte mich kurz, aber nicht wegen des Wetters, denn es war ja Sommer. Ich lief langsam durch die Straßen, ab und zu begegneten mir Leute, es war ja noch nicht spät. Geschätzt etwa 21 Uhr. Die Leute starrten mich an wie eine Geisteskranke...naja, da lagen sie wohl nicht so ganz falsch...Bei dem Gedanken kam mir ein bitteres Lachen. Schließlich fand ich mich vor Bills Haustür wieder, er wohnte ja ganz in miener Nähe. Mit pochendem Herzen drückte ich die Klingel. Ich wartete, und wartete...und wartete...Niemand öffnete. Ist wohl niemand da...Ich drehte mich grade um und ging, als ich ein Geräusch vernahm, dass sich stark wie eine öffnende Tür anhörte. Ich drehte mich wieder zurück-und vor mir stand Bill. "Darf...darf ich reinkommen?", fragte ich leise. Stille. Nichts als ein kühler, leerer Blick, direkt in meine Augen gerichtet.

 

12.
Bitte, bitte, bitte, ich flehte ihn innerlich an. Nichts. Keine Reaktion. "Bitte...", flüsterte ich und brach unter Tränen vor seinen Füßen zusammen. Ich schlug meine blutverschmierten Hände vors Gesicht und weinte, wie so oft in meinem Leben. Bills Hände legten sich um meine und schoben sie vorsichtig weg, so dass er mir in die Augen sehn konnte. Er kniete vor mir auf dem Boden und cih sah in seinen Augen wieder dieselbe Wärme wie vor ein paar Monaten auf dem Schulklo. "Glaubts du im Ernst, ich lass dich hier draußen...?!" Ich zuckte nur mit den Schultern. Wir gingen hoch in sein Zimmer. "Ich kann dir alles erklärn, das tut mir so wahnsinnig leid, ehrlich, bitte, du musst mir verzeihn", plapperte ich sofort drauf los. "Jetzt beruhig dich erst mal...und erzähl alles ganz in Ruhe", Bill Stimme klang so sanft. Er war so lieb zu mir, obwohl ich die ganze Zeit so miese zu ihm gewesen war... "Also...dass ich dich ignoriert hab und...und das alles eben, dass ich plötzlich nichts mehr mit dir zu tun haben wollte war nur weil Kim mir erzählt hat, du hättest dich über mich lustig gemacht und würdest mich nur verarschen und mich genauso hassen wie vorher...Das tut mir so leid...ich brauch dich doch, weil...weil Kim kann man echt vergessen, die hasst mich jetzt, nur wiel ich ihr das mit Herr Weintz erzählt hab, sie sagt ich wär ne Schlampe..."
"Das stimmt doch gar nicht...Ich habs mir schon fast gedacht, dass da daran irgendwas faul ist und dass Kim Schuld ist..."
"Weißt du, mein Erziehungsberechtigter hats jetzt auch schon versucht...wie Herr Weintz und das mit Kim und ...alles einfach..."
"Komm her..."
Ich folgte Bill Bitte und rückte näher zu ihm, sodass er mich umarmen konnte. Sofort fühlte ich mich viel wohler. "Am Montag gehn wir zu Herr Kunz und sagen das mit Herr Weintz, dann ist er nämlich der, der fliegt, weil er dich missbraucht und erpresst" Ich nickte. "Danke...", flüsterte ich "Danke, dass du für mich da bist, obwohl ich so scheiße zu dir war"
"Ist doch klar..." Bill streichelte meinen Arm, dabei berührte er die frischen Wunden. Er kuckte mich ganz ernst und schon fast ein bisschen traurig an. "Du hast mir doch was versprochen"
"Ich weiß, aber...das mit Kim und dem Tagebuch und..."
"Was mit dem Tagebuch?"
Ich schluckte. "Ich hab zufällig in ihrem Tagebuch gelesen, daher weiß ich das auch, dass sie mir nur Scheiße über dich erzählt hat und...dass sie was von dir will und eifersüchtig auf mich war" so jetzt war es raus. Mein Herz schlug erdenklich heftig, als ich das sagte. Bill wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Deshalb sagte er schließlich: "Bitte mach das nicht mehr, es tut mir weh, wenn du dich verletzt!"
"Oh Bill...ich liebe dich!" Was? Das hatte ich doch jetzt nicht gesagt! Oder etwa doch? Aber...wie kam ich darauf?! Es herrschte Stille im Raum. Eine unerträglich Stille. Bitte sag doch was dazu! Aber Bill wich meinem Blick aus. Dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete er den Mund um etwas zu sagen. Schloss ihn aber wieder. Anstatt dessen kuckte er mich jetzt an. Seine Augen funkelten. Sein Mund kam meinem näher. Sehr nah. Er schloss seine Augen und ich tat es ihm gleich. Ich hörte die Luft förmlich knistern in den paar Sekunden bis sich unsere Lippen schließlich berührten. Ganz sanft spürte ich Bills weiche Lippen auf den meinen, ganz zärtlich stupste seine Zungenspitze an meinen Mund und ich öffnete ihn daraufhin leicht. Mich durchströmte ein Glücksgefühl. Unsere Zungenspitzen trafen aufeinander, berührten sich und spielten miteinander. Blitze, wie tausend angenehme Stromschläge, durchzuckten mich. Ich war total angespannt und zugleich doch so glücklich wie noch nie...

 

13.
Bill küsste mich ganz zärtlich. In meinem Bauch kribbelte es wie verrückt. Schmetterlinge im Bauch?! Ich konnte mir sowas nie vorstelln, und dass ich selbst so ein Gefühl mal erleben werde, hätte ich wirklich nicht gedacht. Vor allem nicht mit Bill...Mit BILL?! Vor noch nicht mal einem halben Jahr hatten wir uns gehasst wie die Pest, und jetzt?! Als ich diese Gedanken hatte musste ich kichern. Und somit endete unser Kuss leider auch. "Was? Küss ich etwa so schlecht?!", Bill spielte den Beleidigten und sah dabei verdammt süß aus. "Nein...überhaupt nicht...Ich musste nur grade dran denken, dass wir uns noch vor nem halben Jahr auf den Tod nicht ausstehen konnten..."
"Hm...stimmt", Bill lächelte etwas nachdenklich "Aber das ist jetzt egal, es ist Vergangenheit...", sagte er und kam mir näher um mich mit seinem nächsten Kuss wieder auf Wolke 7 abzusetzten (;D)
Ich wachte auf und sah Bill neben mir liegen. Wie ein Engel, ganz friedlich lag er da. Seine Augen waren abgeschminkt, seine Haare verwuschelt, zerzaust und standen total süß in alle Himmelsrichtungen ab.Wie konnte ich so jemand Wunderbares nur jemals hassen?! Ich konnte mir das gar nicht mehr vorstellen. Aber das war jetzt ja auch nicht mehr wichtig. Ganz leicht zog ich mit meinem Finger seine feinen Gesichtskonturen nach und lächelte. Er schien so perfekt... Bill öffnete sein Augen, seine wunderschönen tiefbraunen Augen. Ich konnte wieder diesen Glanz in ihnen sehn, diesen Glanz, der bei all den kalten Blicken in den letzten Wochen nie dagewesen war. Dieser Glanz, diese Wärme, diese Liebe... "Woran denkst du?", riss mich Bill aus meinen Gedanken. "Hab ich dir schon mal gesagt, dass du wunderschöne Augen hast?!", entgegnete ich ihm statt einer Antwort eine Frage. "Hab ich dir schonmal gesagt, dass du wunderschöne Lippen hast?!" Er leckte sich über die Lippen, zog mich zu sich ran und wir küssten uns mal wieder ;D Und wir küsten uns...und küssten uns...
"Hey, lass uns mal frühstücken, ich hab Hunger!", sagte ich irgendwann.
"Hmmm...ich würd gern dich frühstücken...", entgegnete Bill frech.
"Ich hab wirklich Hunger..."
"Ist ja gut", ich meinte einen kleine Funken Enttäuschung in Bills Augen zu erkennen, weil unsre Kuschelrunde jetzt vorbei war-wie süß! Hand in Hand gingen wir runter in die Küche. "Na, gut geschlafen ihr beiden?", fragte Siemone, Bills Mum, wie immer freundlich. "Super", antwortete ich. "Hmmm...", grummelte Bill. Er war ja echt ein schrecklicher Morgenmuffel.
Nach dem Frühstück gingen wir erst mal duschen -natürlich jeder einzeln, oder was has du gedacht?!
Nur mit einem Handtuch umgewickelt und mit tropfnassen Haaren kam Bill ins Zimmer, ich saß auf seinem Bett. "Willst du dich nich noch anziehn?!"
"Geht nicht, ich hatte so Sehnsucht nach dir", antwortete Bill, setzte sich vor mich und begann mich stürmisch zu küssen.
Mittlerweile lagen wir so mehr oder weniger aufeinander in Bills Bett rum, das Kopfkissen klitschnass von seinen Haaren, sein Handtuch hatte sich auch ein bisschen selbstständig gemacht-kurz gesagt, Bill war fast nackt. "Lena, ich liebe dich", hauchte er mir ins Ohr. "Ich dich auch", war das Einzige, was ich leicht stöhnend von mir geben konnte. Bill machte mich so wuschig, er raubte mir der Verstand, überall auf meiner Haut, wo Bill mich berhührte kribbelte es. Ganz langsam aber sicher bahnte Bills Hand sich ihren Weg unter mein T-Shirt.
Herr Weintz! Vor meinen Augen tauchte Herr Weintz auf, wie er dreckig grinsend, einfach ekelhaft mein T-Shirt hochschob und meine Bauch küsste. Nein, nicht schon wieder. Ich bekam Angst, brach in Schweiß aus. Ich wollte nicht schon wieder diese Schmerzen spüren, nicht schon wieder gedemütigt werden. "Nein! Stopp! Hör auf!", schrie ich, schubste ihn von mir runter, sodass er unsanft auf dem Boden landete und zog mein Shirt wieder runter. Im nächsten Moment fiel mir auf, dass es ja gar nicht Herr Weintz, sondern Bill gewesen war. Ich krabbelte schnell zur Bettkante und betrachtete Bill, der auf dem Boden lag.
"Das wollt ich nich, is alles okay mit dir?!"
"Passt schon", nuschelte er. Schnell band sich Bill das Handtuch wieder richtig um, es war nämlich dank mir noch komplett runtergerutscht, sodass ich, wenn ich gewollt hätte, alles hätte sehn können ;P
Da ich nicht wirklich wusste, was ich tun sollte und die ganze Situation mir sehr unangenehm war sagte ich etwas überstürzt :"Ähhh...ja ich sollte auch mal wieder nach Hause. ..Ähm, tschüss" Und schon verschwand ich aus dem Zimmer. Bill sah mir betreten hinterher.

 

~Bills Sicht~
Was war das denn jetzt?! man, warum mach ich verdammter Idiot nur immer alles falsch, ich kann mich noch nicht mal beherrschen! Man, aber sie macht mich so an... Hätt ich mir ja denken können, dass es Lena überfordert, immerhin wird sie ja seit nem halben Jahr von Herr Weintz vergewaltigt. Und ich? Ich Blödmann hab nix besseres im Kopf als sofort mit ihr in die Kiste zu wolln. Oh nein, was sie jetzt wohl von mir denkt?!

 

~Wieder Lenas Sicht~
Man, warum mach ich immer alles falsch, was denkt Bill denn jetzt von mir? Dass ich total prüde bin und die eiserne Jungfrau spieln will?! Aber das ging mir irgendwie zu schnell, ich kann das einfach nicht, das mit Herrn Weintz und meinem Vater sind einfach zu schlimme Erfahrungen. Aber ich will Bill doch nicht verliern, jetzt sind wir doch grade erst zusammen... Ach so ne Scheiße!

 

Wieder schloss ich mich im Bad ein, ich öffnete den Schrank und holte die Rasierklinge raus. Kurz bevor ich mich schnitt zögerte ich. Sollte ich wirklich? Aber...ich hatte es Bill doch versprochen, ich hatte es ihm versprochen und doch hab ich es wieder getan. Ich war wirklich innerlich zerrissen. Ich war süchtig, süchtig nach dem Körperlichen Schmerz, der meinen Seelischen Schmerz für Sekunden vergessen ließ. Aber ich wollte nicht, ich hatte es Bill versprochen! Nein! Ich legte die Klinge zurück in den Schrank und ging zurück in mein Zimmer. Ich hatte es geschafft mich zu überwinden. Einmal...

 

14.
Bill und ich lagen eng aneinander gekuschelt in seinem Bett. Wir lagen auf der Seite, er hinter mir und streichelte sanft meinen Bauch, was eine wohlige Wärme in meinem Bauch aufkommen ließ. Seine Hände wanderten immer wieter runter, sodass er letztendlich zwischen meinen Beinen rumfummelte. Ich wollte das nicht, ich hasste solche Berührungen, dabei musste ich immer an das dneken, was sich in Herr Weintz' Büro abspielte. Vorsichtig nahm ich Bills Arm und wollte ihn da wieder wegnehmen. Aber es ging nicht. "Ich will das nicht, bitte hör auf...", flüsterte ich. "Na und? Ich will es aber", sagte Bill gleichültig. Ich wollte mich aus seinen Armen befrein, doch er hielt mich fest, umklammerte mich shcon fast. "Lass mich los, bitte!"
"Stell dich nicht so an" Bill drehte mich auf den Rücken und fing an mich auszuziehn, was mir Angst machte.
"Bill...ich kann das nicht, ich will das nicht, lass mich!"
"Aber ICH will es, und du tust gefälligst, was ich sage!", zischte er. Was war nur mit ihm los? Tränen rannen über mein Gesicht, so kannte ich ihn gar nicht. Ich versuchte mich zu wehren, mich aus seinen Griffen loszureißen, aber er packte stärker an, drückte mich mehr und mehr ans Bett. Es war schon ein richtiger Kampf zwischen uns. "Ich will nicht, versteh das doch!" Anstatt mir eine Antwort zu geben schlug mich Bill ins Gesicht. "Wenn du's mit'm Lehrer treibst und mit deinem Vater, dann gefälligst auch mit mir!", schrie er.

 

Schweißgebadet riss ich meine Augen auf, ich saß kerzengerade im Bett. Meine Wangen waren heiß und nass von den Tränen. Ich schauderte bei dem Gedanken, was ich gerade geträumt hatte. Aber zum Glück war es nur ein Traum. Erleichtert ließ ich mich wieder in mein Kissen sinken.

 

Unwissend, wie sich Bill mir gegenüber verhalten würde ging ich am Montag in die Schule. Ich stieg in den Bus. Bill lächelte mir schon zu, also ging ich zu ihm. "Hey!", sagte er fröhlich. "Hi", erwiederte ich. Wir schauten uns eine Moment zögern in die Augen, aber dann ergriff Bill die Iniziative und küsste mich kurz. Es war zwar nur kurz, aber die zwei Sekunden reichten aus um mich glücklich zu machen. Niemand von uns erähnte auch nur ein Wort dazu, dass ich Bill am Samstag von der Bettkante gestoßen hatte (xD wirklich wortwörtlich xD)
"Lena?"
"Hmmm?!", schreckte ich aus meinen Gedanken hoch. Bill lächelte mich lieb an: "Nicht träumen...Ich hab gefragt wann wir denn zum Schulleiter gehn solln"
Schulleiter? Hä? Ach sooooooooooooo er betsand ja drauf, dass wir des mit Herr Weintz verpetzen^^
"Ähmmm.. ja keine Ahnung, am besten sofort oder?"
"Ja, würd ich auch sagen", stimmte mein Schadz mir zu.
Ein paar Minuten später waren wir dann an der Schule und es klingelte zur ersten Stunde. Alle SChüler suchten ihren Raum auf, nur Bill und ich gingen ins Sekretariat. "Wir müssen mit Herrn Kunz sprechen", sagte Bill. "Ja wie? Habt ihr denn keinen Unterricht? In welcher Sache denn überhaupt?"
"Doch haben wir schon aber, das muss jetzt geklärt werden, ich kann nicht sagen, warum aber es ist sehr, sehr wichtig..." Die Sekretärin kuckte uns sehr skeptisch an, rief dann aber doch in Herr Kunz' Büro durch. "Okay, ihr könnt zu seinem Büro gehn, er hat grade eine Besprechung, aber wenn er fertig ist, holt er euch rein", erklärte sie uns. Schweigend gingen wir zum Büro. Bill nahm meine Hand, was sofort ein kribbeln verursachte. Aber das konnte ich jetzt nicht genißen, immerhin stand mir jetzt eine schwere Sache bevor. "Hey...du schaffst das schon...WIR schaffen das", versuchte Bill mich zu ermutigen und küsste mich auf die Stirn.
Die Tür ging auf, ein Mann trat heraus, Her Kunz ihm hinterher. "So ihr beiden, kommt doch bitte rein", bat er uns freundlich. Wir betraten den Raum und sezten uns auf die Stühle vor dem Schreibtisch. Ich drückte Bills Hand fester. Nachdem Herr Kunz sich gesetzt hatte fing er an: "Also, was gibt es denn so Wichtiges?!"
Bill: "Also es geht eigentlich um Lena, ich bin nur zur Verstärkung mitgekommen"
Ich: "Ja...das war so: ich geb zu, ich hab Mist gebaut, ich werd das ganz sicher auch nie wieder tun..."
Ich legte eine kleine Pause ein.
"Eine Freundin, deren Namen ich nicht nenen möchte, und ich wollten für eine Mathearbeit die Lösungen kopiern. Dazu ham wir uns in Sport den Schlüssel zum Lehrerzimmer geklaut, der Sportlehrer war ja sowieso den restlichen Tag in der Halle. Dann sind wir während der Stunde zum Lehrerzimmer. Sie hat aufgepasst, dass niemand kommt und ich sollte den Zettel suchen und kopiern..."
Herr Kunz zeigte keinerlei Reaktion, anscheinend wollte er mich ausreden lassen. Okay. Jetzt kam der schwerste Teil.
"Ich weiß, dass wir dafür von der Schule fliegen können...Auf jeden Fall wurde ich beim Kopieren erwischt-von Herrn Weintz..." weiter konnte ich nicht sprechen, denn die Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse kamen wieder hoch und brachten die Tränen mit sich.
"Er hat gesagt...er hat gesagt, dass er mich nicht verpetzt, wenn ich nach der Schule in sein Büro komme...Ich wollte natürlich nicht fliegen, also hab ich zugesagt und bin nach dem Unterricht in sein Büro und dann..."
Meine Hände zitterten, ich drückte Bills Hand noch fester.
"Dann hat er mich gezwungen...mit ihm zu schlafen! Jeden Tag musste ich nach der Schule zu ihm und jedes Mal hat er mich gezwungen...aber was sollte ich denn machen?! Ich will doch hier bleiben, ich will doch mein Abi machn und ich hatte ja eh keine Chance mich gegen ihn zu wehren...." Das Schlimmste war jetzt erst mal überstanden. "Ja Lena...dazu kann ich jetzt erst mal gar nichts sagen, ich muss natürlich mit Herrn Weintz darüber reden und wir müssen dann sehn, ob ihr wirklich die Wahrheit sagt..."
"Ob sie die Wahrheit sagt? Denken Sie etwa, dass sie sich das ausdenkt, merken Sie nicht, wie sie das fertig macht...natürlich sagt sie die Wahrheit!", Bill war sehr wütend. "Bill! Das ist schon okay..."

 

15.
"Ja...ich denke, wir klären das so schnell wie möglich, ich werde Herrn Weintz zu mir ins Büro holn"
Herr Kunz verließ Bill und mich um Herrn Weintz aufzusuchen. "Das has du super gemacht", sagte Bill.
Ich: "Danke dass du bei mir bist, allein hätt ich das nicht geschafft..."
Bill: "Is doch klar..." Bill wischte mir die Tränen von den Wangen. "So, jetzt siehs du wieder hübsch aus...Nein Scherz, du siehst immer toll aus" Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte, also rang ich mich nur zu einem Lächeln durch. Kurz darauf betraten Herr Kunz und Herr Weintz das Zimmer. Ein kalter Schauer lief mir bei Herr Weintz' Anblick über den Rücken.
Her Kunz erklärte Herrn Weintz kurz die Sachlage. "Was sagen sie dazu?"
Hr Weintz: "Alles erfunden! So etwas würde ich niemals mit einer Schülerin tun. Erpressen...und sexuelle Handlungen verlangen. Lena, wie kommst du nur darauf?"
Ich: "Jetzt tun sie doch nicht so! Sie wissen es doch ganz genau!"
Hr Knuz: "Nun ja, es steht Aussage gegen Aussage...Lena, vielleicht hilft es wieter, wenn deine Freundin mit dazu kommt"
Ich: "Das halt ich nicht für so ne gute Idee..."
Hr Kunz: "Aber vielleicht ist es die Einzige Möglichkeit, also wer war es?"
Ich schwieg, ich wollte Kim nicht verraten, obwohl ich Streit mit ihr hatte.
"Kim", sagte Bill schließlich. Kim wurde ins Büro bestellt. Sie blickte mich verächtlich an. Als sie sah, dass Bill meine Hand hielt sah ich nur noch den puren Hass in ihren Augen. Sie machte mir im Moment mehr Angst als Herr Weintz. Was wenn sie gegen mich "aussagen" würde. Bitte nicht!
"Lena sagt lügt. Von sowas hat sie noch nie geredet. Die erfindet gern mal Lügengeschichten um mehr Aufmekrsamkeit zu kriegen!"
Ich: "Wie bitte? Kim, du weißt ganz genau, dass das nicht stimmt! Wie kannst du mich nur so hassen?"
Bill: "Kim! Jetzt sag doch bitte die Wahrheit!"
Kim: "Tu ich doch!"
Ich bekam einen Heulanfall. "Womit hab ich das nur verdient?!" flüsterte ich. Bill umarmte mich. "Süße..." Aus dem Augenwinkel sah ich, dass Kim die Augen verdrehte, als Bill mich "Süße" nannte. "Wir finden schon noch nen Weg..."
Kim: "Kann ich dann wieder gehn?!" "Ja", antwortete Herr Kunz. Auch Herr Weintz verließ das Zimmer. Jetzt warn wir wieder nur zu 3. "Herr Kunz, sie müssen uns glauben, sehn sie nicht, wie fertig Lena ist?!...Ich hab auch schon eine Idee. Lena geht heute Nachmittag einfach wie sonst auch immer zu Herrn Weintz' Büro. Sie und ich bleiben im Nebenzimmer und dann sehn wir ja, wer hier die Wahrheit sagt...Natürlich nur, wenn du damit einverstanden bist, Schadz!" Ich nickte.
Hr Weintz: "Okay...man kanns ja wenigstens mal versuchen" Und somit waren wir entlassen.
Nach der sechsten Stunde war es dann soweit. Voller Angst klopfte ich an die Tür und öffnete sie kurz darauf. "Da bist du ja, ich hab dich schon erwartet! Schade aber auch, dass der Alte uns nicht geglaubt hat...und unsere kleine Kim musste ich nicht mal dazu zwingen, zu lügen...", sagte er süffisant. Unsanft drückte er mich an die Wand. "Spreiz die Beine, du Schlampe!" Ich wollte nicht. Ich fragte mich, wann Herr Kunz wohl endlich kommt, jetzt war ja wohl alles Beweis genug. "Und dass du mir ja nicht auf die Idee kommst, nochmal zu petzen!"
Ich erwiederte nur einen kalten Blick. "Ham wir uns verstanden?!", schrie er und gab mir eine Ohrfeige. Ich nickte eingeschüchtert. Jetzt riss er mir die Bluse auf. Ich hasste es, ich hasste ihn. Bitte Bill, Bitte rette mich! Die Tür flog auf, Herr Weintz war auf frischer tat ertappt. Sofort riss ich mich los, rannte zu Bill und fiel ihm um den Hals. Ich weinte seine Schulter voll. Er drückte mich an sich : "Ist ja gut...jetzt ist alles vorbei!"
Herr Kunz war sehr wütend, das Einzige, was er sagte war: "Sie sind gefeuert!" Eine Strafe dafür, dass ich die Lösungen kopieren wollte habe ich auch nicht mehr bekommen, Herr Kunz meinte, ich wäre ja shcon mehr als genug bestraft worden, womit er ja auch Recht hatte. Endlich war das jetzt alles vorbei...

 

16.
~~~~~~~~Zwei Monate später~~~~~~~~
Ich war mal wieder bei Bill. Eigentlich waren wir immer bei ihm, Bill war noch kein Einziges Mal bei mir zu Hause gewesen. Wir kuschelten auf seinem Bett, als Bill meinte: "Lena?" "Hmm?" "Ich...will mit dir schlafen" "Aha" Ich wusste gar nicht so wirklich, was ich dazu sagen sollte, geschweige denn, was ich davon halten sollte. Irgendwie hielt ich davon nicht so sehr viel. Bei dem Gedanken an Sex oder einfach allem, was nur damit zu tun hat wurde mir schlecht. Ich hatte einfach Angst davor. "Was soll das heißen?", fragte er weiter. "Weiß ich selber nich...Ich glaub, ich muss mir darüber erst klar werden, ob ich das auch will. Weiß du...wegen dem mit Herr Weintz und..." "Ja...ich versteh schon" Ich konnte die Enttäuschung deutlich in Bills Augen erkennen. Ich küsste ihn. Ich zitterte. Bills Berührungen lösten echt unglaubliche Gefühle in mir aus. "Ich liebe dich!", sagte ich. "Ich liebe dich auch..."
Als ich zu Hause war fiel mir auf, dass Bill die ganze Zeit irgendwie komisch drauf war. Nur weil ich nicht mit ihm schlafen wollte? Ich hatte plötzlich furchtbare Angst, dass er mich jetzt verlassen würde. Nein, so ist er nicht, dachte ich...oder vielleicht doch? Ach keine Ahnung.

 

Am Samstag war die Verleihung vom Cometen. Bill und Tom waren als Tokio Hotel eingeladen. Und ich hatte von Bill eine Karte für die AfterShow-Party bekommen. Wir wollten uns da treffen. Gespannt stand ich dort am Tresen und wartete auf Bill. Wie edel das hier alles ausgestattet war. Wow! Plötzlich wurden mir die Augen zugehalten. Aber durch den mir vertrauten himmlischen Duft verriet sich der Täter sofort. "Oh mein Gott, wer das nur ist?!", fragte ich ironisch und küsste Bill zur Begrüßung. Bill musterte mich : "Ui sexy", war sein Kommentar zu meinem weißen Neckholder Top mit schwarzem Minirock. "Habt ihr denn nen Cometen mitgebracht?", versuchte ich schnell das Thema zu wechseln. "Klar", mischte sich Tom ein. Ich schüttelte nur den Kopf, Tom war immer so...sehr selbstbewusst. Bill und ich quatschten die ganze Zeit und tranken den ein oder anderen Cocktail und der Abend wurde von Glas zu Glas lustiger^^.  Aber mir entfiel nicht, dass er mcih sehr genau beobachtete, oder anders gesagt: Er zog mich mit seinen Blicken förmlich aus. Irgendwie war mir das unangenehm, so genau gemustert zu werden. "Bill, lass uns doch mal tanzen", schlug ich vor, um aus der Situation rauszukommen. Ich schleifte ihn hinter mir her auf die Tanzfläche. Es lief grade "Buttons" von den Pussycat-Dolls. Ich liebte dieses Lied. Auf seltsame Art und Weise rückten Bill und ich immer enger zusammen beim Tanzen, sehr eng, es hätte kein Haar mehr zwischen uns gepasst. Und ehrlich gesagt war ich von dieser intensiven Nähe nicht abgeneigt (;DD) Bill übersähte meinen Hals mit Küssen. er knabberte sanft an meinem Ohrläppchen. Wow, war das geil! "Du machst mich heiß", flüsterte er mir ins Ohr. Von der einen auf die andere Sekunde war mir die Stimmung vergangen, schon wieder spielte er auf dieses Thema an. Und das verunsicherte mich. Ich mein, ich liebte ihn ja, und wie...ich liebte ihn verdammt! Bill war schon 16 und ich 15...Aber trotzdem fühlte ich mich noch nicht richtig bereit dazu...Lena?! Du hast ein halbes Jahr lang mit deinem Lehrer schlafen müssen, mit Bill wirds ganz sicher nicht so schlimm sein, du liebst ihn!!! Dachte ich mir...Ja ich liebte ihn und er wünschte es sich anscheinend! "Lass uns ins Hotel gehn", hauchte ich ihm ins Ohr. Wir sollten heute im Hotel schlafen, weil es zu lang dauern würde nch der Party wieder nach Hause fahrn.
Im Hotelzimmer angekommen schubste ich Bill aufs Bett. Ich setzte mich auf ihn und fing ganz wild an ihn am Hals zu küssen und zog ihm dann sein T-Shirt aus. uii, er hatte ja son süßen body (sry musste sein^^). Irgendwie schaffte ich es dann auch, mich aus meiner Pelle (auf Deutsch auch Top genannt ^^) zu schälen. Bill betrachtete mich und leckte sich über die Lippen. (Naja, wir warn eben ein bisschen alkoholisiert xD) Ich machte mich an seiner Hose zu schaffen. Wir küssten uns immer stürmischer. Ich nahm Bills Hand und führte sie unter meinen Rock. Aber Bill kuckte mich verwirrt an. "Was is los mit dir?", fragte ich. "Was is los mit DIR?", fragte er mich. Ich schluckte und wich seinem Blick aus. "Ach Bill..."  "Was?" Ich drehte mich von ihm weg, meine Augenn wurden wässrig. "Ja...ich muss doch..."
"Lena, du musst gar nichts...was du nicht willst"
Ich: "Ja aber...ich hatte Angst dich zu verliern..."
Bill: "Wie komms du nur auf so ne blöde Idee?!"
Ich: "...Weil du immer solche Anspielungen machst..."
Bill: "Aber das heißt noch lange nicht, dass du irgendwas MUSST. Ich will dich doch zu nichts zwingen...Hey..." Er legte seine Hand auf meine Schulter "Tut mir leid, wenn du das irgendwie falsch verstanden hast. Ich liebe dich, ich würd gern mit dir schlafen aber erst wenn du das auch willst...Ich merk doch, wenn du das nur aus Zwang tust. Okay?" "Okay" Ich drehte mich zu ihm um, gab ihm einen Kuss und kuschelte mich an ihn. "Ich liebe dich", hörte ich ihn nochmal sagen, bevor ich einschlief.

 

17.
Ich wachte auf und tapste mit meiner Hand richtung Bill-Doch das Bett war leer. Hä? Ich blickte mich im Raum um, Bills Sachen waren alle verschwunden. Irgendwie war ich verwirrt. Ich ging erst mal duschen, zog mich an und räumte meine sieben Sachen zusammen. Dann ging ich eine Tür weiter und klopfte an dem Zimmer an, wo Tom eigentlich drin sein sollte. Keine Antwort. Ich kuckte einfach rein-auch hier war alles weg. hmmmm, komisch. Normalerweise schlafen Bill und Tom doch voll lange. Auch Gustav und Georg waren weg. Kurz gesagt- Ich war ganz allein in einer fremden Stadt wo ich niemanden kannte und wusste nicht, wie ich jetzt nach Hause kommen sollte. Vor allem: Warum haut Bill einfach ab, ohne mir bescheid zu sagen oder mir eine Nachricht zu hinterlassen? Ich ging erst mal vors Hotel, wo glücklicheriwese ein Bushaltestelle war. Ich kuckte auf das Schild "Hauptbahnhof" war eine Busrichtung. Super, wenigstens etwas. Ich wartete auf den Bus und fuhr zum Bahnhof. Und jetzt? Man bin ich schlau, wie wärs mal wenn ich Bill einfach anrufe? tzz... Ich schüttelte den Kopf über mich selbst. Also wählte ich seine Nummer. Es tutete und tutete und tutete und tutete. Super! Egal, ruf ich mal bei Tom an....Auch niemand dran. Die Nummern von Gustav und Georg hatte ich nicht. Also musste ich sehn, wie ich so nach Hause komme. Irgendwie fand ich eine Zug von Berlin nach Magdeburg und von Magdebrug zurück nach Loitsche den Weg kannte ich ja gut genug. Die ganze Zugfahrt überlegte ich, warum Bill mir nicht bescheid gesagt hat- und vor allem, wo er war...
Auch am Sonntag war niemand an sein Handy gegangen und Montag waren Bill und Tom beide nicht in der Schule. Also langsam kam ich mir echt verarscht vor. "Wo sind denn Bill und Tom?", fragte mich Lisa, eine meienr wenigen Freundinnen. Seit dem ich mit Bill zusammen war, war ich nicht mehr ganz so beliebt, wie vorher, was wohl auch damit zu tun hatte, dass Bill und Tom ja mit Tokio Hotel berühmt waren und es von Tag zu Tag mehr wurden. Viele dachten anscheinen, ich würde mich Bill an den Hals schmeißen,  nur weil er jetzt ein "Star" ist. Na gut, ich kanns auch irgendwie verstehn, immerhin haben wir uns ja gehasst wie sonst was und jetzt sieht es so aus als ob wir uns ganz plötzlich lieben. Ach Bill...mit dir ist nie alles ganz normal...

 

18.
~~~~~~~Zwei Monate später~~~~~~~
Es war jetzt kurz vor Weihnachten. Ich hasste Weihnachten, alle freuten sich darauf, aber bei mir war es immer dasselbe. Meine Erziehungsberechtigten schenkten mir nie irgendwas, wenn überhaupt, dann ein paar Euro. Es gab keine richtige Feier, meine "Eltern" stießen nur zusammen an und tranken sich erst mal einen ( was sie ja sonst nieeeeeeeeemals tun...-.-) und ich verbrachte den Abend meistens alleine in meinem Zimmer.
Und ich hatte schon seit der Party bei der Cometenverleihung nicht mehr mit Bill gesprochen, da er ja einfach nicht mehr in die Schule kam und irgendwie auch nicht zu erreichen war. Na gut...um ehrlich zu sein hätte ich ihn ja einfach mal zu Hause besuchen können, oder ich hätte es wenigstens versuchen können. Aber ich habs nicht gemacht, dafür war ich mir dann odch ein bisschen zu schade, wenn er abhaut und mich allein in Berlin zurücklässt kann er sich doch mal melden...In der Schule wusste bis jetzt auch niemand, wo die Twins waren...
"Hey Lena!" "Hmm?", ich drehte mich um, vor mir stand Alina. "Willst du zu meiner Silvesterparty kommen? Es kommen total viele Leute...." "Hm... ich weiß nich, mir is nich so nach riesenparty..." "Och komm schon...bitte!" sie smilete mich total an. "Ja...okay, wenn du unbedingt willst..." "Super!" Na dann wird wenigstens Silvester vielleicht ein bisschen lustig. Gelangweilt stieg ihc allein in den Bus und fuhr nach Hause. Endlich Ferien! Doch schon in der nächsten Sekunde fiel mir auf, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich in den Ferien machen sollte. Ich würde mich zu gern den ganzen Tag lang nur mit Bill treffen^^. Aber der war ja wie verschollen. Apropros verschollen, er war eigentlich nicht verschollen. Ich hatte nämlich in der Schule so mitbekommen, dass Bill udn Tom jetzt nicht mehr zur Schule gehn. Hatten sie wohl in irgendeinem Interview gesagt, naja ich kuckte mir solche Sachen meistens nicht an, deswegen bekam ich sowas nicht mit. Und Tokio Hotel waren auf Deutschlandtour. Wie nett, dass man mir sowas nicht sagt, sondern lieber einfach abhaut =*(
"Cause everytime we touch
I get this feeling
And everytime we kiss
I swear I could fly
Can't you feel my heart beat fast
I want this to last
Need you by my side..."

 

Dröhnte es aus meiner Stereoanlage. Ich dachte mal wieder an Bill~Wie so oft. Wie das alles stimmte...immer, auch wirklich IMMER, wenn Bill mich berührte, kribbelte es und ich hatte so schrecklich starkes Herzklopfen, dass ich glaubte, mein Herz platzt gleich...Tränen schossen mir in die Augen. "Man, warum bist du nicht da?! Wo bist du?????", schrie ich. "Ich vermiss dich doch so...." Jedes Mal wenn ich meine Augen schloss, sah ich sein Bild vor mir. Seine wunderschönen braunen Augen, mit denen er mich so lieb ansah. Ich spührte seine Lippen auf meinen. Aber warum waren das nur Illusionen? Ich wollte doch bei ihm sein. Das war so gemein!!! Wie kann er mir sowas nur antun? Und ist es ihm denn scheißegal? Bin ICH ihm etwa scheißegal? Ich war so verzweifelt...
Ich wälzte mich im Bett, war immernoch hellwach. Schlafen? Das war seit langem ein Fremdwort...Ich schaute auf meinen Wecker 3.30 Uhr Stöhnen ließ ich mich zurück ins Bett fallen. Ich stellte mir vor, wie Bill einfach plötzlich neben mir lag. "Lena, Schadz warum weinst du denn? Ich bin doch da....alles wird gut", flüsterte er, strich mir eine meiner blonden Strähnen aus dem Gesicht und kam meinem Mund immer näher. Kurz bevor wir uns küssten war er verschwunden. Langsam fing ich echt an zu spinnen...Ich musste aufs Klo (^^). Als ich gerade wieder iin mein zimmer gehn wollte, blieb mein Blick am Badezimmerschrank haften. Dort drin lag bestimmt eine Rasierklinge, ich könnte doch...dann gehts mir besser, wenigstens für ein par Sekunden! Nein! ich tus nicht! Ich tu's nicht, weil ich es Bill versprochen hatte. Und obwohl ich langsam glaubte, dass es das wohl mit uns beiden gewesen ist, immerhin KANN er mich doch gar nicht wirklich lieben, wenn er ZWEI MONATE kein Lebenszeichen von sich gab, aber ein kleiner Funke Hoffnung war doch noch da. Und diese Hoffnung hielt mich am Leben.
Es war Heiligabend. Natürlich gingen wir nicht in die Kirche, so wie andere Familien. ...Eine Familie waren wir ja auch nicht...Es gab Lasange, das war schon festlich genug, meine "Mutter" machte sich meistens nicht so wirklich die Mühe, was ordentliches zu kochen. Ich hob die Serviette von meinem Teller, darunter lag ein 100€ Schein. Oh, dieses Jahr meinten sie es ja gut mit mir. Ich bedankte mich und wir aßen schweigend. Danach ging ich wie gewohnt auf mein Zimmer. Cool, das wars dann mit dem Fest der Liebe für diese Jahr...Ich kuschelte mich in mein Bett. Ich konnte mir nur zu gut vorstellen, wie es wohl jetzt bei Bill ist. Alle vier sitzen sie zusammen mit Scotty, dem Hund, gemütlich im Wohnzimmer, mit einem Weihnachtsbaum, schöner Weihnachtlicher Musik. Jeder schenkt jedem was...naja außer Bill und Tom, die schenken sich nie was gegenseitig... Und alle sind einfach nur glücklich. Alles ganz genau das Gegenteil zu dem, was ich heute Abend erleben durfte. Ich fühlte mich mies, aber so richtig.
Traurig lag ich allein im meinem Bett und dachte über alles nach. Bis plötzlich etwas gegen mein Fenster klopfte...

 

19.
Ich erschrak total und hatte Angst. Ich versuchte, mich in meinem Bett zu verstecken. Bestimmt war es ein Einbrecher, oder ein Kinderschänder oder, was weiß ich...Es klopfte noch mal, aber diesmal heftiger. Es klopfte immer wieder und immer lauter. Meine Neugier siegte dann doch über meine Angst und ich schlich langsam zum fenster. Da mein Zimmer im Erdgeschoss war, konnte man ganz einfach von außen einsteigen. Ich schlich eng an die Wand gedrückt zum Fenster. Ich öffnete es. Oh, ich hab vergessen, das Rollo hochzuziehn. Schnell zog ich das Rollo hoch. Vor dem offenen Fenster stand Bill. Wums! Mit voller Wucht schlug ich das Fenster wieder zu. War irgendwie Reflex, ich war ja schon ziemlich wütend auf ihn. Sofort riss ich das Fenster wieder auf. Bill hatte Nasenbluten. "Ahh.,... oh nein, das wollt ich nich...man Bill tut mir leid", flüsterte ich. "Ähhh...komm doch erst mal rein". Bill kletterte irgendwie in mein Zimmer (Sah ziemlich lustig aus). "Die Begrüßung hab ich mir irgendwie anders Vorgestellt", sagte er und lächelte mich an. Ohhhhhh diese Lächeln...Nein! Stopp, erst muss das geklärt werden! Lena, du weißt, was der Typ gemacht hat, das geht nicht mit eienm Lächeln weg. "Ach ja?! Wie denn?", fragte ich kühl. "Abber..Lena...was is denn mit DIR los?", stotterte er sich erst mal ein zusammen.
Ich: "Wie war denn eure Deutschlandtour? Hats Spaß gemacht?"
Bill: "Tiereisch, war total geil" Das meinte der wohl jetzt nicht ernst. Ich schaute ihn böse an. Wenn Blicke töten könnten....
Ich: "Ach das ist ja schön...Vielleicht mal dran gedacht, dass ich mich in Berlin nicht auskenne?!"
Bill: "Hä?" Sag mal, is der so dumm oder tut er so? Na anscheindne  klappt das mit dieser ironischen Tour nicht...
Ich: "Bill...", sagte ich jetzt etwas sanfter. "Du hast mich einfach in irgendeinem Hotel in Berlin alleingelassen, du warst nicht zu erreichen. Zwei Monate lang hast du mir kein einziges Mal gesagt, wo du bist und ob du überhaupt noch lebst. Ich hab dann über alle anderen erfahren, dass ihr auf Tour seid...was sollte das?"
Bill: "Ja...ich weiß, tut mir wirklich schrecklich leid. Eigentlich hatte ich einen Zettel an dich geschrieben, dass wir bei einem TV Termin sind, der kam ganz plötzlich dazwischen. Aber irgendwie muss dieser Zettel wohl abhanden gekommen sein. Das Hotel hätte dir ein Taxi bis nach Hause gezahlt...Wir hatten auf Tour nur die "Diensthandys" mit..."
Ich: "Ahhhhhaaaa"
Bill: "Lena, wirklich! Ich hab so oft an dich gedacht. Das war alles ziemlich blöd und ist dumm gelaufen, aber jetzt sind wir doch wieder zusmamen...Kannst du mir verzeihn?" Er kuckte mich mit seinem süßesten Lächeln an, den treusten Blick, den man nur haben konnte.
Ich: "Man, du weißt ganz genau, das sich nicht anders kann!" Schwungvoll umarmte ich ihn, so dass Bill rückwärts auf mein Bett fiel und ich auf ihm lag. "So stürmisch?", Bill grinste mich frech an. "Och, du bist blöd!...Blöd aber unheimlich sexy...wusstest du das schon?!" Doch bevor er mir eine Antwort hätte geben können lagen seine Lippen auf meinen. Ich stupste mit meiner Zungenspitze gegen Bills Lippen und er gewährte mir Einlass. Kribbeln. Herzschlag. Unbeschreiblich. Wie ich das vermisst hatte. Ich hatte mich schon oft gefragt, woher Bill so gut küssen konnte, oder ob das einfach an seinem Zungenpiercing lag..., ach egal, über sowas muss ich mir jetzt keine Gedanken machen. Die Stimmung war etwas angespannt, Bills Küsse leidenschaftlicher und noch heißer als sonst (;D). Ich spührte, dass ich mehr wollte. Ich wollte ihn spühren, Bill und seinen Körper. Ich zog meinen Pulli und meine Hose aus. Bill zog ebenfalls seinen Pulli aus. Wir küssten uns...Bills Lippen wanderten über meine Wangen zu meine Ohrläppchen, an meinen Hals. Mit seiner Hand strich er von unten nach oben über meinen nackten Oberschenkel. "Ich liebe dich", hauchte er mir ins Ohr. Sein heißer Atem ließ mir eine Schauer über den Rücken laufen. Bill zog sich jetzt selbst sein Shirt und seine Hose aus. Nur noch in Unterwäsche bekleidet küssten wir uns weiter. Bills Küsse wurden immer fordernder. Ich streichtelte über seinen süßen, knackigen (sry konnt ich mir nicht verkneifen^^) Hintern und drückte sein Becken an meines. Mir entwich ein leises Stöhnen. Nein, das wär zu schön um wahr zu sein...Und als hätte ich es ahnen können. Auf einmnal flog die Tür auf. "Was is denn hier los?!", schrie mein Vater. Oh nein! "Raus da! Was wills du von meiner Tochter", keifte er Bill an. Bill und ich waren wie erstarrt. Langsam bewegte Bill sich von mir runter. Meine Eltern wussten gar nichts von Bill. Ich wusste ja nicht, ob sie mir einen Freund erlaubten. Peinlich berührt versuchte Bill sich so schnell wie möglich nazuziehn. "Du kleine Schlampe!", mein Vater ohrfeigte und würgte mich. "Lassen Sie Lena los!", schrie Bill und stürzte sich auf meinen "Vater", versuchte, ihn von mir wegzuziehn. Ich konnte mich losreißen. Während Bill und mein "Vater" sich prügelten, zog ich mir schnell wieder meine Klamotten über und kletterte aus dem Fenster. "Bill komm!", rief ich. Bill folgte mir, wir rannten schnell weg und da wir schneller waren, als mein Erziehungsberechtigter, hängten wir ihn schnell ab. Total erschöpft standen wir vor Bill Haustür und klingelten. Siemone öffnete uns. "Was is denn mit EUCH passiert? Bill, wo warst du?!", fragte sie mit einem blick auf Bills blutige Nase, die er ja dank mir hatte und den Kratzern in seinem Gesicht. "Erzähl ich dir morgen", nuschelte er und quetschte sich mit mir an seiner Mutter vorbei. Oben zogen wir uns schnell aus und kuschelten uns gemeinsam unter Bills Bettdecke. "Wie war der denn drauf?", er meinte wohl meinen "Vater".
"Der ist immer so...wenn er was getrunken hat. Und er trinkt täglich" Er löschte das Licht.
"Bill?"
"Hmm?"
"Danke..."
"Wofür?"
"Dass es dich gibt!"
Ich kuschelte mich an ihn und ließ meinen Bill die ganze Nacht nicht mehr los...

 

20.
Ich wurde von Bill wach geküsst. "Guten Morgen...gut geschlafen?" "Bei dir immer" *smile, smile*
"Du Bill...ähm, wie is das eigentlich, also mit den Fans...ja ähm wissen die...von uns?"
"Also so ganz offiziell nicht...ich denk mal dass sich schon einiges rumgesprochen hat auch wegen der Schule. Aber...David meinte wir sollen keine Freundin haben, weil das dem Image schadet" Bill sah betreten in eine andere Richtung. "Bitte was?! Image...wer intressiert sich schon fürs Image? Und was heißt das jetzt für...uns?" Ich hatte schon so die böse Vorahnung, dass Bill bald mit mir Schluss macht oder irgendwie sowas. "Das hab ich mich auch schon gefragt..." Was? Ich dachte, ich hör wohl nicht richtig. "Soll das'n Scherz sein? Du willst mir ja wohl nicht im Ernst sagen, dass wir uns trennen müssen nur wegen der scheiß Band?!", ich war ein wenig sauer. Auch Bill reagierte gereizt: "Die Band ist ganz und gar nicht scheiße!...Hey, Lena...jetzt wein doch nicht" "Doch! ...das is voll gemein!" Bill legte den Arm um mich. "Ich werd mal mit David drüber reden...okay?" Ich nickte. Das wärs ja noch gewesen...nur wegen den Fans...Naja aber ich könnte es ja schon verstehn, also dass sie alle auf Bill stehn sowieso ^^. Aber wenn ich jetzt son Fan wär und find die Typen alle total klasse und geil und die sind auch noch in meinem Alter und dann ham se ne Freundin...klar, dass das schlecht für die Plattenverkäufe und alles sein kann. Aber ich musste mich wohl oder übel langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass mein Freund von tausenden von Mädchen vergöttert wird^^. Oh mein Gott! Mir kam grad ein schrecklicher Gedanke. "Aber...ihr habt doch keine Groupies oder?!" "Haben schon, aber die kommen nicht mit ins Hotel. Die wollen höchstens nur Autogramme und Fotos und das wars dann...Keine Angst, Kleines, ich gehör nur dir!" Man, hat er das grade süß gesagt. "Und  kommst du wieder zur Schule?" "Ne...wir wurden erst mal freigestellt und lernen mit Privatlehrern so nebenbei...im Februar geht ja unsre Tour weiter..." "Man, dann können wir uns ja gar nicht mehr so oft sehn...", ich fand das irgendwie dumm. Also natürlich war ich total stolz auf die Vier und so...aber für mich und unsere Beziehung hatte das ganze nur Nachteile. Als hätte er meine Gedanken lesen können: "Süße, wir schaffen das schon. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg..." Das klang ja mal sehr optimistisch =) Ach Bill, wenn ich dich nicht hätte, ich glaube, ich würd zugrunde gehn.

 

21.
Fertig gestylt für die Silvesterparty bei Alina schlich ich mich aus dem Haus. Wenn meine Eltern emrken, dass ich gehe, krieg ich riesen Anschiss. Hui! Grad noch mal gut gegangen. Leise ließ ich die Tür ins Schloss fallen und mich durchfuhr ein Glücksgefühl. Eine ganze Nacht Spaß haben! Eigentlich wollte ich nen sexy Minirock anziehn, aber wegen der ganzen blauen Flecken auf meinen Beinen und Armen musste ich die Jeans wählen, Und ein langärmliges T-shirt...
Alina empfing mich fröhlich lachend. Ich betrat das warme Haus. "Hey...sag mal has du sturmfrei?" "Ja, meine eltern sind eingeladen..." "Cool"  Ich legte mine Jacke ab und wir gingen runter in den Keller. Na war aber schon ordentlich voll. Mein Blick durchschweifte den gesamten Raum, ich bemerkte, dass Bill und Tom anscheinend noch nicht da waren, schade, eigentlich wollten sie kommen... "Bowle?" Ich drehte mich um. Andreas hielt mir einen becher hin. Ich nahm dankend an. Ließ mich erst mal auf eines der gemütlich Sofas fallen. Ich trank meine Bowle aus und wartete auf Bill...Fünf Becher später war er immer noch nicht da. Toll...Ich schloss die Augen und entspannte mich. Mir war warm es war bequem, gute Musik...
"Schon so müde? Der Abend fängt doch erst an?!" Schlagartig öffnete ich meine Augen. Mein Gesicht verzog sich zu einem Lächeln, das aber augenblicklich von einem sehr zärtlichen Kuss von Bill erstickt wurde. Bill setzte sich neben mich auf die Couch. "Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr", sagte ich gespielt beleidigt. "Jetzt sei nicht beleidigt, lächle lieber, so bist du viel schöner". "Tz, mit billigen Sprüchen kriegst du mich nicht rum", ich drehte meinen Kopf demonstrativ zur Seite. "Na dann halt nich...Ich kann auch allein Spaß haben!"; miente Bill ein bisschen zickig, stand auf und ließ mich allein auf dem Sofa sitzen. Mit offenem Mund kuckte ich ihm hinterher. Was war DAS denn jetzt. Ich hatte das doch nicht ernst gemeint. Ich wurde ein bisschen sauer. Eigentlich hatte ich gedacht, dass der Abend toll wird, aber nein. Lena, has du echt mal wieder super hingekriegt. Typisch für dich! Ich stand auf, stapfte zur Bar und schöfpte mir noch ein Glas Bowle ab, trank es in einem Zug leer und füllte es erneut auf. Keine Ahnung, wie oft ich das noch wiederholte. Irgendwann torkelte ich dann so mehr oder weniger zurück zur Couch und beobachtete die Leute beim tanzen. Jemand setzte sich neben mich, den ich aber nicht weiter beachtete. Dieser jemand legte einfach seinen Arm um meine Schulter und dreht mein Kopf in seine Richtung. Ich blickte in das Gesicht von Markus (Julia? xDD Markus). Er legte seine andre Hand auf meinen Oberschenkel. "Lassch dassch, 'sch bin mid Bill susamm, weishu doch...", lallte ich. "Ach komm, die Schwuchtel kanns dir eh nicht richtig besorgen" Obwohl ich mich dagegen sträubte, presste er seine Lippen auf meine. Er drückte mit seiner Zunge hart meine Lippen auseinander. Ich schubste ihn von mir weg: "Lass msch...!"  "Den Weintz lässte auch rein also, mach keine Mucken!" "Hasschu se no alle?!" Ich stand auf und ging davon. Als ich an den tanzenden Pärsche vorbeikam, fiel mir eines ganz besonders ins Auge. Obwohl ich etwas verschwommen sah, kam mir einer sehr bekannt vor. Ich kniff die Augen zusammen...Doch! Es war Bill, eng tanzend mit irgend ner Schlampe. Genauer gesagt, diese Schlamoe war Kim. KIM! Mit MEINEM Bill. Ich beobachtete das Geschehen kurz. Ihre Arme waren eng um ihn geschlungen, er fummelte ihr am Arsch rum. Dieser Anblick versetzte mienem herzen heftige Stiche. Jetzt legte sie ihre Arme in seinen Nacken, zog ihn zu sich ran und schaute dabei über seine Schulter genau in meine Augen. Diese Bitsch! Ich hasse sie! Jetzt brannten bei mir alle Sicherungen durch. Lena! Diese Schlampe ist drauf und dran deinen Freund zu küssen. Ich lief auf die beiden zu, rüttelte Bill von Kim los und schrei ihn an: "SAG MAL GEHT'S NOCH?" und knallte ihm eine, aber richtig. Augenblicklich wurde mir schlecht. Ich wusste nicht, ob das vom Alkohol oder von dieser Situation kam. Aber ich suchte schnellstmöglich das Klo auf. Gerade noch rechtzeitig, denn ich musste mich übergeben. Ich stützte mich auf dem Waschbecken ab und spritzte mir Wasser ins Gesicht. Ich konnte nicht mehr richtig stehn. Ich sank an die Wand gelehnt auf den Boden, vergrub mein Gesicht in meinen Händen und weinte bitterlich. Warum macht er sowas? Und grade mit Kim! Bill weiß doch ganz genau, dass ich sie hasse, und was sie mir alles angetan hatte. Mir war so schlecht, alles drehte sich. Die kalte Wand beruhigte mich ein bisschen. Ich atmtete tief ein und aus, und ein, und aus, und ein, und aus...Ich musste hier weg, ich wollte nicht mehr hier bleiben. Entschlossen stand ich auf, aus dem Bad raus. Schnurstracks zur Haustür und trat raus in die kalte Nacht. Wohin? Wusste ich nicht. Nach Hasue?! War wohl die einzige Lösung, immerhin war es arschkalt. Ich torkelte und wankte so daher, bis ich irgendwann das Haus meiner Erziehungsberechtigten vor mir sah. So leise wie möglich versuchte ich, aufzuschließen. Ja, war noch niemand wieder zu Hause. Ich schleppte mich ins Bad, zum Spiegelschrank, die gewohnten Bewegungen, bis mein Arm blutüberströmt war. Aber du hast es Bill versprochen! Bill versprochen, Bill versporchen. "Ich scheiß auf Bill und Versprechen ihm gegenüber! Er scheißt ja auch auf mich!", schrie ich. Das wars dann wohl! Bei uns war wohl nichts mehr zu retten...

 

22.
Ich wurde wach-und wär am liebsten wieder eingschlafen. Ich hatte einen solchen Brummschädel. Ich hatte echt das Gefühl, mein Kopf würde gleich platzen. Und mir war noch schlecht, verdammt schlecht. Mein Kopf und mein linker Arm schmerzten höllisch. Aber das war nichts im Gegensatz zu den Schmerzen in meinem Herzen. (Man, das reimt sich sogar^^). Kurz gesat: Mir gings so beschissen wie noch nie. Und dabei hatte ich gedacht, mit Bill wird alles besser, aber er machte es nur schlimmer...Aber warum hat er das gemacht? War er irgendiwe innerhalb von 2 Stunden vollkommen verblödet? oder war er ein anderer Mensch geworden. Ach, was spinn ich mir da wieder zusammen, niemand ändert sich innerhalb von zwei Stunden. Ich überlegte noch mal genau, was letzten Abend alles passiert war, was mir deutlich schwer fiel, denn denken konnte ich  mit solchen Kopfschmerzen eigentlich gar nicht. Mir fiel ein, dass Bill auch öfters mit einem Glas in der Hand rumgelaufen ist, genau wie ich, Hmm...vielleicht war er ja genauso besoffen wie ich...Aber das rechtfertigt ihn noch lange nicht, mit jemand anderem rumzumachen, schon gar nicht mit meiner Erzfeindin. Und dabei hatte ich immer gedacht, Bill wär endlich mal ein Mensch, dem man wirklich vertraun kann. Denn von diesen Menschen gab es ziemlich wenige auf der Welt. Genauer gesagt war mir vor Bill noch nie so jemand begegnet...
Ich zog mir die Decke wieder über den Kopf und drückte mich in mein Kissen. Den ganzen Tag blieb ich im Bett liegen, mein Handy aber immer Wohlwissend neben meinem Kopf oder in meiner Hand, dass ich es sofortbemerken würde, dalls Bill mich anruft. Essen und trinken konnte ich nichts, wäre sofort wieder hochgekommen. Ich schwor mir: Nie wieder Alkohol! Na, wers glaubt...ich wusste genau, dass das wohl schwer einzuhalten war
Ruf doch an, ruf doch an...oder schreib wenigstens ne SMS. Nichts kam, nichts. So stark ich auch betete. Aber ihm konnte das doch nicht egal sein...oder doch? War ich ihm egal? Wollte Bill vielleicht nur die ganze Zeit was von Kim? Immerhin wusste er ja, dass sie wasvon ihm wollte und er, wann immer er wollte, mit ihr seinen Spaß haben konnte. Nein, nein so ist mein Bill nicht. Soll ich nicht anrufen?! Ich hatte seine Nummer schon eingetippt, den Finger auf der Wahltaste-ließ es aber dann doch sein. Er hatte sich immerhin zu entschuldigen, nicht ich! Ich lauf dir doch nicht hinterher, was glaubst du denn? Tzzz
Eine Minute später hatte ich dann doch das Handy am Ohr. War ja mal wieder klar, ich konnte einfach nicht ohne Bill.
"Ja?"
"Bill?"
"Oh, hey Lena"
"Bill wir müssen reden"
"Ich weiß...kann ich vorbeikommen?"
"Um Gotteswillen, NEIN!"
"Was ist denn jetzt los?!"
"Ach...geht jetzt nicht, mir gehts echt beschissen...ich seh auch dementsprechend aus..."
Peinliche Stille.
"Okay, dann morgen?", fragte Bill nach einer kleinen Pause.
"Ja morgen ist besser...ich komm bei dir vorbei"
"Ciao meine Süße"
"Tschüss"
Das musste nun wirklich nicht sein, dass Bill mich in diesem Zustand sah. Ich hatte heute noch nicht wirklich in den Spiegel gekuckt, war wohl auch besser so.Und da musste es ganz und gar nicht sein, dass Bill das sieht...

 

Am nächsten Morgen ging ich also duschen, machte mich so weit fertig. Heute sah ich auch nicht mehr ganz so schrecklich aus. Aber nach dem zu Folge, wie schlimm ich heute aussah, wagte ich mir gar nicht vorzustellen, wie es gestern gewesen war..^^ Wieder einigermaßen hergestellt ging ich zu Bill. Er öffnete die Tür: "Hey..." "Hey..." Peinliches Schweigen. "Ähm...darf ich reinkommen?" "Oh, klar", er ging eine Schritt zur Seite, so dass ich durch den Türrahmen gehn konnte. Wir gingen hoch in Bills Zimmer. Ich wusste gar nicht wirklich, was ich sagen sollte..."Ja...also das ist irgendwie alles ziemlich dumm gelaufen..." "Ja, ist es", stimmte Bill mir zu. "Tuts noch weh?", fragte ich und deutete auf Bills Wange, wo ich ihm eine geklatscht hatte. Er lächelte. "Ne, da nicht...aber da", er legte seine Hand auf seine Brust, wo sein Herz drunter war. Nein, wie süß! Ich hätte schon wieder dahinschmelzen können...Nein Lena, du musst dich jetzt mal beherrschen! Immerhin gab es was zu klärn. "Bill, warum hast du mit Kim rumgemacht?" "Warum hast du mit Markus rumgemacht? Erst lässt du mich abblitzen und dann fummelst du mit Markus rum..." "Ich hab gar nicht mit Markus rumgemacht! Der hat einfach angefangen mich zu begrapschen...Und sorry ich wollte dich nur son bisschen ärgern als du gekommen bist...tut mir leid...aber ich war einfach n bisschen sauer, dass ich so lange auf dich warten musste!" "Ja, das war blöd" "Und dann war ich irgendiwe n bisschen sauer auf dich und..ach keine Ahnung, hab ich zu viel Bowle getrunken...und den Rest kennst du ja!" Jetzt sagte niemand mehr was. Ich ging einfach einen Schritt auf Bill zu und umarmte ihn. Zur meiner Erleichterung erwiederte er die Umamrung und drückte mich an sich. Ein angenehmes Gefühl von Wärme machte sich in mir breit. "Tut mir echt leid, Süße. Aber als ich dich gesehn hab mit Markus...und dann kam Kim und hat mich angemacht und ich hatte ja auch nich so ganz wenig getrunken...Ich wollte dir nicht wehtun!"  "Ich dir auch nicht", flüsterte ich und gab ihm einen Kuss auf die Wange. "Aber bitte, bitte mach sowass nie wieder...und erst recht nicht mit Kim...", jetzt konnte ich es nicht mehr verhindern und die TRänen rannen mir leise die Wangen runter. "Nein, ganz bestimmt nicht...ich weiß auch nich, was mich da geritten hat", sgate Bill. Er gab mir einen mit Tränen vermischten, leicht salzig schmeckenden, aber sehr zärtlichen Kuss.

 

23.
"Ich hab mit David geredet...!"
"Echt? und, was hat er gesagt???"
"Er meinte, dass wir keine Freundin haben dürfen!"
"WAS?" Ich war echt geschockt. Wie konnte dieser Mann nur so fies sein?! Und vor allem, wie konnte Bill das so locker sagen, anscheinend schien es ihn ja nicht zu stören...Was sollte das?!
"Jedenfalls nicht vor der Öffentlichkeit..."
Ich zog eine Augenbraue hoch: "Und was soll das heißen?!"
"Dass wir uns verstecken müssen...Eigentlich wollte er, dass ich mit dir Schluss mache. Aber ich konnte ihn überzeugen, dass das das Letzte ist, was ich tun würde. Da meinte er, wir müssen dich dann eben verstecken, was das heißt, kannst du dir bestimmt denken" Nachdenklich nicke ich.
"Und was ist in der Schule...was soll ich Alina und Laura und den allen erzählen? Das fliegt doch sonst alles auf..."
"Du musst sagen, zwischen uns wäre Schluss"
"Och das ist aber doof" Das gefiel mir mal überhaupt nicht! Ich wollte mich nicht verstecken und auch noch verleugnen, dass ich mit Bill zusammen war. Ich war so glücklich und wollte, dass man sieht, dass ich glücklich bin...
"Hey, ich weiß, dass das dumm is, aber das is unsere einzige Chance" Ich nickte. Bill umarmte mich und flüsterte mir ins Ohr: "Und ich würde dich um keinen Preis hergeben, ich liebe dich!" "Und wie ich dich erst liebe...Bill, ich würde alles für dich tun" Er lächelte, so süß, wie man nur lächeln kann. Dieses Strahlen, diese Wärme in seinen Augen, diese Geborgenheit, die ich immer in seiner Nähe verspürte, diese unbeschreibliche Schönheit, dieses gewisse Etwas, das konnte nicht von dieser Welt sein. Bill musste ein Engel sein, ein Engel, der gekommen war um mich aus dieser schrecklichen Welt von Gewalt, Misshandlung und Verachtung zu befreien. Bill hat mich aus der Situation mit Herrn Weintz rausgeholt, er hatte mir schon oft gesagt, dass er mich irgendwie von meinen Adoptieveltern wegkriegen will, und er hatte es geschafft, mich vom ritzen abzuhalten-zumindest zeitweise.
 

 

Am nächsten Morgen wachte ich auf und watschelte total verschlafen ins Bad. Tapste durch den Flur, direkt gegenüber ins Bad. Schlau wie ich bin, bemerkte ich natürlich nicht, dass jemand unter der Dusche stand. Bill drehte sich zu mir um. Da die Duschwand sehr unvorteilhaft komplett durchsichtig war, hatte ich freie Sicht auf seine Männlichkeit^^ Total geschockt und mit der Situation überfordert starrte ich ihn an. Nach endlos langen Sekunden der schweigenden Peinlichkeit fand ich endlich meine Stimme so einigermaßen wieder. Ich lief total rot an und stotterte: "T..'tschuldigung...ich..wusste..nicht, dass ..du hier..." Ich drehte mich um und wollte schnellst möglich aus dem Bad verschwinden. Doch Bill hielt mich zurück: "Lena...komm doch mit drunter" Ich drehte mich wieder zu ihm um, wobei mein Blick unkontrolliert und leider viel zu offensichtlich kurz bei IHM hängen blieb. Ungläubig schaute ich ihn an, überlegte kurz, schloss dann aber die Tür wieder. Ich zog mich aus und stellte mich zu ihm unter die Dusche. Bill grinste mich dreckig an. Ein bisschen unsicher grinste ich zurück. Bill fing an mich zu küssen. Mein Herz pochte. Etwas zögerlich legte ich meine Arme um seinen Hals, zog ihn ein Stück näher an mich, sodass unsere Körper sich berührten. Bill so nah an mir zu spüren erregte mich. Er drückte mich sanft gegen die Wand, sie war kalt. Auf der einen Seite Kälte, auf der anderen Seite die Wärme von Bills Körper und dem heißen Wasser, was unaufhörlich auf uns runterprasselte. Bill streichelte mich am Oberkörper. Ich schloss meine Augen und genoss einfach seine Berührungen. Ja, ich konnte sie genießen. Ich wunderte mich selbst darüber, aber anscheinend hatte ich das mit Herr Weintz schon so weit verarbeitet, dass ich körperliche Nähe nicht nur zulassen, sondern auch spüren, genießen konnte. Langsam aber sicher bewegten sich Bills Hände immer weiter runter, bis er mich schließlich in der Intimzone streichelte. Ich zitterte. Sofort hörte er auf. "Alles okay?", fragte Bill liebevoll. Ich nickte und küsste ihn wieder...
Als wir letztlich komplett angezogen und fertiggemacht aus dem Bad rauskamen, stellte ich mit Erstaunen fest, dass wir geschlagene zweieinhalb Stunden im Bad verbracht hatten. "Na endlich!", stöhnte Tom sichtlich genervt, der wohl schon mindestens ne Stunde vor der Tür gewartet hatte. "Was habt ihr dadrin nur gemacht?!" Was für ne dumme Frage, was wohl?! Bill hatte wohl den selben Gedanken und kuckte Tom auch dementsprechend an. Tom verdrehte die Augen. "Man Bill, das schaff ich in zehn Minuten" ungläubig den Kopf schüttelnd ging er ins Bad. Macho!

 

24.
Das ganze war jetzt 5 Monate her. Wie abgemacht erzählte Bill immer brav in allen Interviews, er wäre Single, genau wie Gustav, Georg und Tom. Und ich musste wohl oder übel sagen, Bill und ich hätten uns getrennt, er hätte keine Zeit mehr gehabt und es hätte alles doch nicht so gepasst, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das war nicht so ganz einfach, denn wenn ich nach einem Wochenende, das ich bei Bill oder mit ihm im Hotel verbracht hatte wieder in die Schule kam, konnte ich ja nicht glücklich durch die Gegend strahlen. Das hieß für mich immer so tun als ob ich traurig wäre, oder zumindest nicht ganz fröhlich sein. Sonst würde es ja auffallen. Weil-wer ist schon glücklich, wenn man sich gerade erst von seinem Freund getrennt hat?!
Aber so oft war das auch nicht der Fall. Denn Bill hatte wirklich nicht viel Zeit. Ständig Interviews, Shows, Fotoshootings, und sie waren ja grade beim zweiten Teil ihrer riesen Deutschlandtour. Trotzdem war ich dankbar für jede Sekunde, die wir mitenander verbringen konnten.
Es war wieder Freitag. Den ganzen Schultag konnte ich es schon nicht erwarten. Heute sollten ich Bill wiedersehn. Ich wurde nachmittags von zu Hause abgeholt und zur Konzerthalle gebracht. Durch den Hintereingang, versteht sich, doch selbst dort standen meistens noch Fans. Der Parkplatz vor dem Backstageeingang war meistens mit einem Gitter abgesperrt. So reichte es, dass Saki sich davor stellte, während ich durch die Tür in die Halle schlüpfte. Niemand hatte mich gesehn. Ich kannte mich mittlerweile ganz gut in den Backstagebereichen der deutschen Konzerthallen aus und musste somit auch gar nicht lange suchen um die Garderobe der Jungs zu finden. Wo anders durfte ich nicht sein, denn es waren oft vor Konzerten noch Presseleute da und wenn die auch nur ein haar von mir zu Gesicht kriegen würden, wäre die Hölle los. Die würden sich auf mich stürzen und Bill, die andern und mich so lange mit Fragen löchern, bis wir in der Zwickmühle stecken und es letztendlich zugeben müssen zu erst hatte ich mich dagegen gesträubt, aber dann letztendlich doch begriffen. Also hockte ich meistens den ganzen Tag in der Garderobe, wo sonst niemand außer der Band reindurfte, oder im Hotelzimmer. Ich hörte leise, wie sie gerade den Soundcheck machten. Mein Herz machte einen Hüpfer, als Bills Stimme ertönte. Ich freute mich jedesmal aufs Neue riesig, wenn wir uns wieder trafen.
Eine Stunde später waren die Vier dann endlich fertig und kamen zu mir in die Garderobe. Zur Begrüßung umarmte ich Tom, Georg und Gustav. Bill und ich mussten natürlich erst mal ausgiebig knutschen. "Ich hab dich so vermisst", sagte ich...aber irgendwas störte mich an ihm, er wirkte so...kalt! "Bill, was los? Du bist so...anders als sonst..." "Ach nichts...Nur der Stress", sagte er und lächelte. Sofort ging bei mir wieder die Sonne auf und der Glanz war in seine Augen zurückgekehrt. So gefiel er mir schon besser ;D
Hmm.. stimmt, zur Zeit hatten sie echt Stress, waren oft müde, zu wenig Schlaf. Und dann musste ich manchmal darunter leiden, wenn Bill schlechte Laune hatte. "Jetzt denk nich schon wieder darüber nach, ich tu doch mein Bestes!" Bill bemühte sich wirklich sehr um mich, wenn ich da war und er war auch meistens ganz gut drauf. Aber manchmal waren da eben diese kleinen Momente, wo er so anders war. Dann wirkte er kalt, seine Augen waren ausdruckslos, und er wirkte hilflos. Und genau das konnte ich nicht sehn. Bill war der einzige Halt, der Grund, warum ich es überhaupt noch durchstand zu Hause. Immer auf das nächste Treffen mit Bill fixiert, dass ich wenigstens ein paar Stunden glücklich sein kann. Und wenn Bill dann hilflos wirkte, fühlte ich mich selbst hilflos. Wenn der, der immer stark ist und dich hält, plötzlich schwach und klein ist...Diese Momente machten mir Angst, deswegen verdrängte ich sie auch immer ganz schnell wieder. Ich drehte mir meine Welt, so wie ich sie haben wollte. Und in dieser Welt war Bill nicht schwach, er war nicht anders, er war immer noch so, wie ich ihn seit Jahren kannte. Dass die Realität ein bisschen anders aussah, verdrängte ich.
"Bill? Wirst du dich verändern?", hatte ich gefragt.
"Nein...nein ich denke nicht. Und selbst wenn, dann holen mich Georg, Tom und Gustav wieder runter, das haben wir uns versprochen" Und er hatte sich doch verändert. Nicht wirklich groß, vielleicht nicht für jeden sichtbar, aber ich bemerkte es. Sein Verhalten zu mir war einfach anders geworden. Bis vor ein paar Wochen hatte er mir immer tausend mal gesagt, wie wichtig ich ihm war und dass er mich so liebte, er war auf mich eingegangen, hatte mir erzählt, was ihn beschäftigte. Aber seit ein paar Wochen war es nicht mehr so. Ich konnte nicht den genauen Zeitpunkt sagen, seit dem es so war. Es hatte sich langsam so eingeschlichen. Aber er erzählte nicht mehr so viel von sich, ich kam manchmal einfach nicht mehr an ihn ran. Seine Küsse und Berührungen waren nicht mehr ganz so...so wie es immer war. Er wirkte manchmal einfach kalt. Ich wusste nicht, woran es lag, ob ich es mir einbildete. Weil die anderen noch nichts bemerkt hatten. Aber vielleicht war es ja gerade das, es war ja sein Verhalten zu MIR, was anders war, und wie sollte Tom spüren, dass Bills Küsse anders waren?! Aber er war bemüht, so zu sein wie vorher. Die Veränderungen waren auch nur minimal. Deshalb beschloss ich immer wieder, dass ich es einfach ignoriere und mir keine Gedanken darüber mache.
Nach dem Konzert fuhren wir alle ins Hotel-ich in einem anderen Auto als die Jungs. Und ich musste durch die Tiefgarage ins Hotel, während Tokio Hotel noch den Fans, die seit Stunden vor dem Hotel warteten, Autogramme gaben. Ich bekam schon mal den Schlüssel für Bills und mein Zimmer, ging hoch und duschte. Als ich fertig war, legte ich mich aufs Bett und wartete auf Bill. Eine halbe Stunde später kam er dann auch endlich. Ich wollte auf ihn zugehn um ihn zu küssen, aber er meinte: "Ich will jetzt erst mal duschen" "Okay" Eine weitere Stunde später war er dann endlich fertig und kam nur in Boxershorts bekleidet zu mir unter die Bettdecke. Vorsichtig legte ich meine Hand auf seinen Bauch, er rutschte ein Stück näher zu mir. Wir küssten uns und ich spührte Bills Hand über meine Wange streicheln. Ich ließ mich einfach von meinen Gefühlen leiten und versank in diesem wunderschönen Kuss....

 

25.
Am Montag in der Schule kuckten mich alle ganz komisch an. Klar, sie hatten alle mtbekommen, dass ich mit Bill zusammen war. Und denjenigen, die mich nach ihm gefragt hatten, hatte ich erzählt, wir hätten uns getrennt. Aber es wussten noch nicht alle, eben nur die, die mich persönlich kannten. Auch alina und Laura, mit denen ich mittlerweile ziemlich gut befreundet war, nachdem die Scheiße da mit Kim gelaufen war, redeten über irgendwas, hörten aber sofort auf, als ich zu ihnen kam. "Hey, was ist denn mit ecuh los? Geheimnisse?" Laura warf Alina einen Blick zu, den ich aber nicht verstand. "Was ist eigentlich los? Alle glotzen mich scheiße an und labern über mich, soagr ihr....jetzt sagt doch mal" "Wir..wissen nicht, ob das so gut für dich ist...", antwortete Alina dann endlich nach langem Überlegen. "Ich weiß genau, was gut für mich ist und ich wills jetzt endlich wissen, sonst platze ich!" (xDD) "Okay, okay" Laura kramte ein Heft aus ihrer Tasche und hielt es mir hin. Ich nahm es und kuckte mir die Titelseite an. "Bills heimliche Fan-Freundin", stand dick und rot drauf, und ein großes Bild von Bill war auf dem Cover. "Ahhhjaa..." Ich schlug die Seite auf und las. Es ging um ein Mädchen, das die französische Website von Tokio Hotel gemacht hat. Sie hatte die Jungs in Paris getroffen und erzählte, sie Jungs hätten so Spaß mit ihr gehabt, dass sie sie ein zweites Mal einluden, einen Tag zusammen zu verbringen. Sie hätte wohl mit ihnen geflirtet und Bill geküsst. Ein Gefühl der Eifersucht stieg in mir hoch. Was denkt die sich dabei, zu erzähln, sie hätte Bill geküsst, als ob er das zulassen würde....oder hatte sich Recht?! Ich las weiter. Angeblich wollten sie zusammen ein foto machen und Bill hätte gesagt: "Mach schon, küss mich!" Und davon gab es dann ein Foto, was auch in der Zeitschrift abgedruckt war. Na gut, es war nur ein Kuss auf die Wange, wie traaaaagisch. Ich wusste nicht recht, was ich davon halten sollte. Laura und Alina kuckten mich erwartungsvoll an. "Was? Angeblich hat er ne neue Freundin...kann ich eh nichts dran ändern, is halt so...obwohl die Tante eh nur Schrott labert...", gab ich eine ziemlich gleichgültige Antwort. Deswegen ham die mich alle so dumm angekuckt, weil sie jetzt meinten, sicher zu wissen, dass Bill und ich nicht mehr zusammen waren, weil er ja jetzt ne Neue hat. Tzz....Trotzdem vermieste mir dieser Artikel dermaßen die Laune. Mit jeder Stunde kam ich mehr zu dem Glauben, dass da vielleicht doch was dran sein könnte. Und selbst wenn...sie hat ihn nur auf die Wange geküsst, auf die Wange. Lena, das machen tausende von Mädchen. Jetzt werd doch mal vernünftig, dein Freund ist ein heiß begehrter Star, da gibts viele Gerüchte und ist doch kalr, dass die Mädchen sich an ihn ranschmeißen....immerhin denken die ja, er wäre Single. Ich verdrängte meine falschen Gedanken und meine Eifersucht auf diese...diese...doofe Pauline. Da ist nichts passiert, ich vertraue Bill!

 

Trotzdem wurde die Situation zwischen Bill und mir immer seltsamer. Es kamen mehr und mehr Gerüchte von irgendwelchen angeblichen heimlichen Freundinnen, die Bill gehabt haben soll. Schlagzeilen bei BRAVO wie "Was ist mit Tokio-Bill los? Wird er zum Kasanova?!" und sowas in der Art waren nicht selten. "Was ist da dran? Haben die nicht vielleicht doch ein bisschen Recht?", fragte ich mal wieder. "Nein, verdammt nochmal, das hab ich dir doch schon tausend Mal gesagt. Die denken sich das alle aus, die Mädchen, die das erzählen...Und zei Zeitungen stürzen sich da natürlich drauf!", er war immer ein bisschen sauer, wenn ich ihn darauf ansprach. "Ja..sorry, aber mich verunsichert das irgendwie...auch wenn ich dir vertraue...Das ist halt einfach weil du so weit weg bist...und da fängt man dann schon mal an zu zweifeln. Du fehlst mir so!", den letzten Satz flüsterte ich fast. "Du musst das nicht glauben, was die alle sagen. Du weißt doch, dass ich dich liebe" "Ja..." "Na also...musst nicht denken, dass ich irgendwas mit einer von denen anfangen würde..." "Okay!" Jetzt fühlte ich mich besser. Wenn auch nicht von allzu langer dauer. Ich wusste, dass in ein paar Tagen mich die Eifersucht und die Selbstzweifel wieder so zerfleischen würden, dass ich nochmal anrufen und mich wieder versichern lassen muss...Es war immer dasselbe, immer.

 

26.
Ich hasste es, dass Bill so weit weg war und fast nie Zeit hatte. es war nicht so, dass ich nichts zu tun hätte, nein ich hatte ja noch andere Freunde, aber ich vermisste ihn so. Auch wenn wir uns in letzter Zeit öfters stritten. Trotzdem, ich würde alles dafür aufgeben, um bei ihm zu sein.
Alina, Laura und ich saßen mal wieder in unserem Stammcafé und aßen Eis, bzw. tranken Latte Macchiato. Als Kim mit zwei Mädels, die ich nicht kannte das Café betrat. "Nicht auch noch die", stöhnte ich. Laura warf mir einen mitleidigen Blick zu. Natürlich setzte sich Kim genau an den Tisch neben uns. War ja mal wieder typisch, sie wollte mich nur ärgern. Tzz, ach die kann mich mal!!
Immer wieder schielte Kim zu mir rüber, um auch ja sicher zu gehn, dass ich sie bemerkt hatte. Und sie redete extra laut, dass ich jedes Wort mitbekam. Also redeten Alina, Laura und ich auch lauter.
"Und wie gut er ist... echt hammermäßig!" Sagte sie mit einem Blick auf mich. Ich schaute sie nur verachtend an. "Echt...ich hab ja schon viel erwartet, aber Bill hat meine Erwartungen übertroffen!", sie grinste mich richtig triumphierend an. "Bill?", fragte Laura "Die glaubt doch wohl nicht im Ernst sie hätte mir Bill gefickt!" "Doch genau das denkt sie anscheinend...tz dass ich nicht lache...", gab ich tonlos die Antwort. Aber mein Gefühl sagte mir, dass da irgendwas dran komisch war. Ich versuchte so unauffällig wie möglich weiter zuzuhören, was sie erzählte. "Wie hast du das denn geschafft?", fragte ein ihrer Freundinnen. "War ganz einfach... Ich hab das Hotel rausgefunden, in dem sie übernachtet haben und habe dort ein Zimmer gebucht. Habe mcih in der Lobby aufgehalten und als sie reingekommen sind, hab ich mitbekommen, in wlecher Zimemrnummer Bill übernachtet. Dann bin ich einfach hoch und hab bei ihm angeklopft." "Und er hat dich einfach reingelassen", fragte die andere ehrfürchtig. "Klar..ich hatte ja nur Unterwäsche an...und da kann selbst Bill nicht wiederstehn", sie lachte dreckig. Ich wollte diese Geschichte nicht glauben. Sowas dummes, als ob Bill mich mit Kim betrügen würde. In meiner Magengegend machte sich ein ungutes Gefühl von Übelkeit breit. "Ach komm, Süße, die labert nur", versuchte Alina mich zu beruhigen. Immer noch süffisant grinsend kuckte Kim in meine Richtung. "Ach halt doch die Klappe, du weißt ganz genau, dass das nicht stimmt, was du da rumerzählst!", schnauzte ich sie an. "Oh nein, ist die kleine Lena etwa eifersüchtig..." "Du hast keineleri Beweise, dass das stimmt, alle erzähln, sie hätten mit Bill!" "Ach echt? Und wa sist mit dem Muttermal an der rechten unteren Zacke seines Sterntattoos?! Das müsstest du ja wohl gut genug kennen...obwohl ich bezweifel ja, dass zwischen euch je was gelaufen ist!" Woher wusste sie das?! Bill hatte tatsächlich ein kleines Muttermal an der rechten unteren Zacke des Sterntattoos, das Tattoo befand sich ja an der Leiste und die untere Zacke war ziemlich unter der Gürtellinie. Das konnte man nur sehn, wenn Bill überhaupt nichts mehr anhatte. Und wirklich NIEMAND konnte davon wissen. Hieß das etwa, dass sie es wirklich getan hatten?! BILL UND KIM?! "Tja, Schätzchen, du hast echt was verpasst...dein Ex ist eine Wucht. So gut hats mir noch nie jemand besorgt" Wütend funkelte ich sie an. "Sie hat ihn nämlich nie an sich rangelassen, hat mir Bill jedenfalls erzählt", sagte sie an ihre Freundinnen gerichtet, dann schaute sie mich wieder abfällig an "obwohl...ich bezweifel langsam, ob er überhaupt gewollt hätte...ich mein, kuck dich doch mal an! Tja...die Eiserne Jungfrau, die es Wochenlang mit dem Weintz getrieben hat!", lachte sie fies. Ihre Freundinnen kuckten mich angeekelt an, Laura und Alina geschockt. Kim wusste viel, zu viel, das waren alles Sachen, die nur Bill und ich wussten, und ICH hatte es ihr ganz betsimmt nicht erzählt. Jetzt konnte ich mich echt nicht mehr beherrschen. Ich nahm mein Glas mit dem mittlerweile kalten Kaffee und kippte es Kim ins Gesicht. Sie schrie auf und beschimpfte mich, was ich aber nicht mehr mitbekam, weil ich schon längst rausgerannt war. Ich rannte irgendwo hin. Dass Laura und Alina mir hinterherliefen und mich riefen, bemerkte ich nicht. Zu sehr war ich mit meinen Gedanken beschäftigt. Schließlich setzte ich mich im Stadtpark auf eine Bank. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich weinte. Ich konnte und wollte das nicht glauben, Bill hat Kim alles erzählt, alles. Er hat mit ihr geschlafen. Bei der Vorstellung kam es mr hoch. Plötzlich stand Laura total außer Puste vor mir. Auch Alina war kurz darauf bei mir. "Hey...", versuchte Laura mich zu trösten und legte ihren Arm um mich. "Ich kann verstehn, dass dich das traurig macht, sowas hören zu müssen" Ich schütelte den Kopf "Aber...er ist nunmal ein freier Mensch...Das war wirklich fies von Kim, es dir so ins Gesicht zu sagen, sie wusste doch genau, dass sie alte Wunden wieder aufreißt aber-" "Nein! NEIN! ihr könnt überhaupt nichts verstehn!" Schrie ich "Ihr habt doch beide überhaupt keine Ahnung!" Perplex schauten sie erst sich an, dann mich. "Aber-", versuchte Alina irgendwas zu sagen. "Bill ist nicht mein Ex...wir sind immernoch zusammen, dachte ich zumindest!" "WAS?" "Ja...wir sind noch zusammen...ich sollte nur erzählen, wir hätten uns getrennt, weil sie von ihrem Manager aus keine Freundin haben dürfen. Wir waren nie getrennt, niemals. Ich wollte euch nicht belügen, ehrlich...aber ich musste. Wegen Bill!" "Was? Oh mein Gott und...wa sist mit Kim?", fragte Alina. "Sie hat Recht. SIE HAT RECHT, SIE HAT MIT BILL GESCHLAFEN!", schrie ich und weinte bitterlich. "Aber...wie kann er das machen?!" "Das weiß ich doch selbst nicht...man das ist so scheiße...ich weiß gar nicht mehr, was ich glauben und wem ich glauben soll..." "Auf uns kannst du dich immer verlassen..." "Danke... aber bitte versprecht mir, dass ihr das mit Bill niemandem erzählt!" Alina und Laura nickten und nahmen mich in den Arm.

 

27.
 Zu dem, was Kim über mich und Herrn Weintz gesagt hatte, haben Alina und Laura gar nichts gesagt. Vielleicht wussten sie es ja schon. Vielleicht wollten sie mich da nicht auch noch drauf ansprechen, vielleicht haten sie es gar nicht richtig gehröt. Na seis drum...ich war jedenfalls froh, dass ich da nicht auch noch hatte drüber sprechen müssen.
Erst als ich ganz allein in meinem Zimmer saß wurde mir richtig klar, was grade alles passiert war. Ich hatte es erzählt, dass Bill und ich noch ein Paar waren. Aber konnte ich Laura und Alina wirklich vertraun? Ich hoffte es...Aber waren wir denn noch ein Paar? Waren wir das wirklich? Wir stritten uns, konnten uns kaum sehn, ich konnte ihm nicht mehr wirklich vertraun, es gab Gerüchte, dass er heimliche Freundinnen hatte und: Er hatte mich betrogen! Langsam rollten die Tränen über mein Gesicht. Bill...mein Bill...er hatte sich verändert. Ich hätte nie im Leben daran gedacht, dass er jemals mich betrügen würde...und auch noch mit Kim. War doch klar, dass sie mir das unter die Nase reiben würde..wie dumm is der eigentlich?! Aber ich will ihn nicht verliern...Warum hat er das getan? WARUM?!
Morgen fahr ich wieder zu ihm, werde ihm in die Augen sehn, ihn küssen, hören, dass er sagt, er würde mich lieben...aber tut er das? Und ich werde das Selbe sagen, werde ihm sagen, dass ich ihn niemals verlieren weill udn dass ich ihn so vermisst habe. Es wird so sein wie immer. Und ich werde die ganze Zeit genau wissen, dass er es mit Kim getan hat...
Immernoch wanderten die Tränen still und leise meine Wangen hinunter. Immernoch spürte ich diesen Schmerz, dieses Gefühl von Wertlosigkeit, er hat mich betrogen, belogen. Da kam mir eine Idee. Ich stand auf, verließ das Zimmer. Ging zum Bad. Wollte die Tür öffnen, aber sie ging nicht auf. Ich drückte die Klinke wieder runter nochmal und nochmal, verdammt, sie war abgeschlossen. Wie wild rüttelte ich an der Tür, ich wollte zu meiner Klinge, zu dem silber glänzenen, scharfen Metall. Da wurde sie von innen geöffnet. Mein Erziehungsberechtigter stand im Türrahmen. "Demolier hier nicht unser Haus!", schrie er und schlug mich. "Kann ich jetzt endlich ins Bad", zickte ich ihn an. Ohne eine Antwort abzuwarten stapfte ich rein, knallte die Tür zu, wobei ich meinen "Vater" zufällig mit der Tür schlug, und schloss ab. Entschlossen griff ich in den Spiegelschrank. Doch meine Hand langte ins Leere. "Verdammt!" wo war die Klinge? Ich durchwühlte den Schrank, nur mit einem Gedanken: Die Klinge zu finden um mich von meinem Schmerz zu befrein. Und da sah ich sie endlich. Voller Gierde und Hass zugleich sah ich sie an. Wieder einmal setzte ich an, ohne zu zögern. Nur wenige Sekunden später zierten 10 lange, tiefe rote Striemen meinen linken Arm. Ich schämte mich. Ich konnte es schon wieder nicht lassen. Schon wieder hatte ich gegen mich selbst verloren. Ich war ein Nichts. Wertlos. Verletzte mich selber...weil mich der Mensch, der mir am meisten bedeutete, verletzte. Ich hasste mich.
Ich erinnerte mich daran, welchen Schmerz ich in Bills Augen gesehn hatte, als er bemerkt hatte, dass ich mich ritzte. Er wollte nicht, dass ich es tat, er wollte nicht, dass ich mich verletzte, weil es angeblich ihn verletzte. Er wollte mich retten. Und hatte es fast geschafft...Aber das war schon einige Monate her.
Diese bloße Liebe und das Glück, was zwischen uns herrschte, es war nicht mehr da. Mir ging es schlecht, sehr schlecht. Wenn ich bei Bill war verbarg ich das, um ihm das Gefühl zu geben, es ginge mir gut. Er war anders geworden, wusste, dass ich alles für ihn tun würde, immer musste  ICH mich entschuldigen, wenn wir uns stritten. Immer rief ICH an, um uns zu versöhnen. Er wusste einfach, dass ich immer wieder ankommen würde. Aber ich spielte mir ja selbst vor, dass alles in Ordnung wäre. Nur ein Wort reichte, nur ein Kuss von ihm, und ich war der festen Entschlossenheit, dass alles so wird wie früher.
Aber es musste doch irgendwie gehn...irgendwie mussten wir es doch schaffen, dass es wieder normal wird. Wenn nur diese dummen Medien nicht wären, die stürzen sich doch auf jedes noch so kleine Gerücht. Die mischen sich in alles ein. Wenn das alles nicht wäre, dann müsste ich an gar nichts zweifeln...Wie es Bill wohl grade geht? Hat er ein schlechtes Gewissen wegen Kim? Was würde er wohl sagen, wenn ich ihn darauf anspreche? Genau! Das war die Idee. Sehr originell...ich sprech ihn einfach drauf an. Ich musste es tun. Ich musste Klarheit haben.

 

28.
Einfacher gesagt als getan. Am Donnerstag wurde ich abgeholt. Wir hatten Freitag frei, deswegen konnte ich heute schon zu Bill fahrn. Am Telefon hatte ich mir nichts anmerken lassen, so getan, als ob ich nichts von ihm und Kim wüsste. Es war schrecklich, am liebsten hätte ich ihn angeschrien, gefragt, was das sollte, wie er mir das antun konnte. Aber ich hatte es nicht getan, wollte es lieber sagen, wenn wir uns dabei in die Augen sahen. Wenn er schon vielleicht lügen würde, dann wollte er mir wenigstens ins Gesicht lügen...und das würde e r bestimmt nicht tun!
Ich werde ihn gleich zur Rede stelln, sofort! Ich muss Klarheit haben, ich muss wissen, ob es stimmt! Sagte ich mir die ganze Zeit im Auto, redete wenig mit Saki. Diesmal kamen wir später im Hotel an als die Jungs. Saki gab mir die Zimmernummer und den Schlüssel. Mit pochendem Herzen betrat ich den Fahrstuhl. Es dauerte fast eine Ewigkeit, bis er im 3. Stock angekommen war. Ich ging durch den Gang, auf der Suche nach Zimmer 483 (sorry, musste sein xP) Ich lief den ganz entlang, er schien endlos. Je schneller ich ging, desto länger schien er zu werden. Ich kam einfach nicht bei der Tür an. Dann, nach einer gefühlten Stunde stand ich vor der Tür. Ich steckte den Schlüssel ins Schloss, meine Hand zitterte beim Umdrehen. Die Tür flog auf. Bill lag auf dem Bett und kuckte Fernsehn. Er schaute auf, als ich in der Tür stand. Ich sah ihn an, seine wunderschönen braunen Augen, seine feinen Gesichtszüge, die wuscheligen schwarzen Haare...Wortlos ging ich auf ihn zu und küsste ihn. Von meinen Lippen aus zog sich ein Kribbeln durch meinen ganzen Körper, bis zu den Haarspitzen. ALs wir uns wieder voneinander gelöst hatten, lächelte Bill mich total lieb an. "Hi meine Süße...krieg ich jetzt immer so ne tolle Begrüßung?" "Wenn du schön brav bist...." Wieder küssten wir uns. Ich genoss die Situation. Es war einfach alles wie früher. Kurz vergaß ich alles, was ich mir vorgenommen hatte. Verdrängte, dass ich gerade den küsste, der mich betrogen hat...mit meiner Erzfeindin. Für den Moment sah ich in ihm nur den Bill, wie ich ihn kennen gelernt hatte. Für den Moment. Bis er mir leise "Ich liebe dich, Lena" ins Ohr flüsterte. Diese Worte veränderten die komplette Stimmung. Ungläubig sah ich ihn an. "Was?", fragte Bill "Du kuckst, als hätte ich das noch nie gesagt" Ich schüttelte den Kopf. Mein Herz schlug wie wild. Jetzt war der Moment gekommen, ich musste mit ihm darüber reden. Aber ich wollte nicht! Aber ich musste...
"Bill...", fing ich ganz vorsichtig an.
"Ja, mein Schatz?!"
"Nenn mich bitte nicht so" Jetzt kuckte er mich ganz komisch an. "Was...was ist da mit Kim gelaufen?" So, jetzt hatte ichs raus!
"Mit Kim? Was soll wo gelaufen sein?"
"Jetzt tu doch nicht so...", sagte ich scheinbar ruhig, doch innerlich bebte ich.
"Bill, ich weiß es. Ich weiß, dass du mit ihr geschlafen hast, ich weiß, dass-"
"Was erzählst du da?!", Bill wurde etwas wütend. Ich schluckte.
"Ich hatte mir gedacht, dass du es abstreitest...", mir kamen die Tränen "Aber es hat keinen Sinn. Sie hat es alles erzählt, alles! Ich wollte es von dir hörn. Stimmt es?" Er wich meinem Blick aus. "Stimmt es?", fragte ich lauter. Er nickte. "Warum tust du mir das an?", schluchzte ich. Bill wollte seinen Arm um mich legen. "Fass mich nicht an!" Ich wich ein Stück zur Seite. "Warum...WARUM HAST DU DAS GETAN?", jetzt blickte ich ihm direkt ins Gesicht. "Ich weiß nicht...ich hab zu viel getrunken...und dann stand sie vor der Tür...Lena...es..es tut mir leid" "Ach was? Das fällt dir aber früh ein! Weißt du eigentlich, wie scheiße es mir geht? Jeden Tag bin ich ma Heulen, weil ich dich so vermisse...und du fickst einfach in der Gegend rum...und erzählst auch noch das alles mit dem Weintz rum...Ich dachte, ich könnte dir vetraun!" "Kannst du doch auch!" "Nein, anscheinend nicht" "Doch...es tut mir wirklich leid. Hör zu: Wenn ich nicht mehr wollen würde, dass wir zusammen sind, würde ich Schluss machen. Für mich ist es doch auch nicht einfach immer zu lügen...bitte verzeih mir!" Er sah mich ganz flehend an, seine rehbraunen Augen glitzerten. Waren es Tränen? Das konnte ich nicht richtig erkennen. Er liebte mich. Er wollte, dass ich ihm verzeihe, er wollte noch mit mir zusammen sein. Und ich wollte doch dasselbe. Ich nickte zaghaft und fiel ihm in die Arme, drückte mein Gesicht an seine Brust. Ich roch den himmlischen Duft seines Deos, hörte sein Herz schlagen. Lange verharrten wir in dieser Position, bis ich mich beruhigt hatte und letztendlich in seinen Armen einschlief.

 

29.
Ich öffnete meine Augen. Mein Kopf bewegte sich langsam aber gleichmäßig auf und ab. Spürte Bills Atem auf meinem Gesicht, hörte sein Herz schlagen. Ich schloss die Augen, einfach um für einen Moment diese Freidlichkeit und seine Nähe zu genießen. Dann hob ich meinen Kopf von seiner Brust, schaute ihn einfach nur an. Zum Glück hatten wir uns vertragen. Ich könnte es nicht ertragen, diesen wunderbaren Menschen zu verlieren. Dieser Mensch, der einzige Lichtblick in meinem Leben...Mein kleiner Engel!
Vorsichtig legte ich seinen Arm, den er um mich gelegt hatte, neben ihn auf die Matratze, gab ihm seinen zarten Kuss und verschwand im Bad. Ich stieg aus der Dusche, wickelte mir ein Handtuch um. Ich schaute in den Spiegel, da bemerkte ich die roten Linien auf meinem linken Unterarm. Scheiße! Hoffentlich hat Bill die gestern nicht gesehn. Ich hatte ihm ja versprochen, das nicht mehr zu tun. Und ich schämte mich so schrecklich dafür, dass ich es wieder getan hatte. Ich cremte mich erst mal ein, zog mich an und föhnte mir die Haare. Putzte mir die Zähne und schminkte mich. So, eigentlich bin ich fertig. Aber was mach ich mit den Kratzern...kurzer Hand nahm ich Bills Make-up. Ich benutzte so gut wie nie welches, deswegen musste ich auf Bills zurückgreifen (;D)Er brauchte das ja wegen dem ganzen Fernsehn und so. Ich verteilte alles schön gleichmäßig auf den roten verkrusteten Spuren, bestäubte alles noch mit reichlich viel Puder. Als ich fertig war betrachtete ich mein Werk. Gut, man sah fast nichts mehr. Nur noch leichte rosa Linien, die aussahn wie ganz alte Wunden. Ich verließ das Bad um Bill Platz zu machen. Schmiss mich nochmal aufs Bett und wartete, bis er fertig war. Nach einer geschlagenen Stunde war das dann auch endlich mal der Fall. "Und? was steht für heute auf dem Terminplan?", fragte ich. "Was immer du willst" "Haha, ne sag mal was is heute dran? Interview, Autritt...?" "Nein, das war mein voller Ernst, wir ham heute frei. Was möchtest du machen?" Ich überlegte nicht lange, sagte sofort: "Shoppen!" "Okay...dann muss ich mich aber verkleiden, du weißt ja, wenn man uns zusammen sieht..." "Ja, is mir schon klar"
Wir gingen runter zu den anderen zum Frühstücken. Als wir so gut wie fertig waren meinte Tom plötzlich: "Lena, komm mal bitte mit!" , stand auf und erwartete, dass ich ihm folgte. Ein wenig verwirrt tat ich dies dann auch. Wir verließen den Speisesaal, gingen zu der Sitzecke in der Eingangshalle. Wir setzten uns. Fragend schaute ich Tomm an. "Ich weiß, dass mich das nicht wirklich was angeht, aber...mensch Lena, ich kenn dich jetzt schon so lange."
"Was ist denn?"
"Ich hab mitbekommen, wie du und Bill, wie ihr gestritten habt-"
"Du hast Recht, das geht dich wirklich nichts an", sagte ich kühl, wollte aufstehn und gehn, aber er hielt mich am Arm fest. Ich wollte eigentlich wirklich nicht darüber reden, die Sache war für mich gegessen. Dennoch setzte ich mich wieder.
"Was ist denn passiert? Hat er dich geschlagen, hat der dir wehgetan?"
"Nein...er hat mich mit Kim betrogen...", sagte ich kleinlaut. Toms Augen weiteten sich.
"Lena, hör zu: Bill hat sich verändert"
"Ich weiß..."
"Selbst mir erzählt er nicht immer alles...aber...er liebt dich. Ich weiß einfach, dass er dich liebt und...er braucht dich, auch wenn er das vielleicht nicht immer so zeigt"
Mir stiegen schon wieder die Tränen in die Augen. "Hey..." Tom zog mich zu sich auf den Schoß und schloss seine Arme um mich. "Ich will doch nur, dass er wieder normal wird...warum ist er so...manchmal so...kühl?", schluchzte ich. "Ich weiß es doch selber nicht...komm, das wird schon wieder...wie's aussieht habt ihr euch ja auch wieder versöhnt" Ich nickte und war dankbar, dass Tom da war. Ihn kannte ich ja schon genauso lang wie Bill, seit der fünften Klasse. Tom hatte sich nicht verändert, nur Bill...Schnell wischte ich mir die Tränen weg und wir gingen auf unsere Zimmer. Bill war schon fertig verkleidet. "So, wir könn los", meinte er.
Unzählige Geschäfte später und mit vielen fetten Tüten bepackt saßen wir zusammen im Café. Tom, Georg und Gustav kamen noch dazu, ich rückte zur Seite, sodass ich neben Bill saß und die drei quetschten sich noch zu uns an den Tisch. Während des Gespräches legte Bill plötzlich seine Hand auf meinen Oberschnkel. Ich schaute ihn erschrocken an. Er grinste mich an, ließ seine Hand weiter hoch gleiten. Ich schenkte ihm einen bedeutenden Blick, dass er das lassen sollte. Immerhin waren wir in einem öffentlichen Café und die andern warn ja auch dabei. "Hab ich dir schon mal gesagt, dass du total geil bist?!", flüsterte er mir ins Ohr. "Bill", zischte ich "jetz hör auf!!" Tom kuckte mich schon mit einer hochgezogenen Augenbraue an. Peinlich berührt überlegte ich, wie ich aus der Situation rauskommen könnte. "Ich geh mal kurz aufs Klo", sagte ich schnell, stand auf und eilte zum Klo. Ich stand vorm Waschbecken rum. Schaute in den Spiegel und sah, dass ein Lächeln meinen Mund umspielte. Bill war schon verrückt...aber dass er seine Finger noch nicht mal in der Öffentlichkeit bei sich behalten konnte. Die Tür öffnete sich einen kleinen Spalt. Dann richtig und -Bill- huschte rein. "Was machst du hier?". Bill legte mir seinen Finger auf die Lippen, nahm mich an die Hand und zog mich in eine der Klokabinen. "Hey...Bill" Ich konnte mich nicht wehren, er legte seine Lippen zärtlich auf meine. Ein heftiges Kribbeln machte sich in mir breit und ich gab mich dem hin. Immer leidenschaftlicher, immer fordernder wurden unere Küsse. "Ich könnt dich jetzt glatt hier vernaschen", hauchte er mir ins Ohr. Ich grinste ihn an. Bill küsste mich am Hals, seine Hände grabbelten schnell unter mein T-Shirt. Moment mal, wir können's doch nicht hier im Frauenklo treiben. Wir haben ja noch nie miteinander geschlafen...und dann schon mal gar nicht in einer Klokabine. "Bill" Er ließ sich nicht stören. "Bill hör auf", sagte ich, musste dann aber doch grinsen, denn seine Finger an meinem Bauch kitztelten mich. Seine Hände waren so schön warm und verursachten dieses angenehme Kribbeln auf meiner Haut...Aber das wurde mir zu viel. "Lass das", er schien mich einfach zu überhören. Stattdessen wollte er meinen Gürtel öffnen. "Ich will nicht", ich wollte ihn sanft wegdrücken, aber er hielt dagegen, küsste mich weiter. Er bedränkte mich, drückte mich an die Wand. Panik stieg in mir auf. Ich hatte Angst. Angst vor Bill, meinem Freund. "Jetzt lass mich los", schrie ich ihn schließlich an und schubste ihn weg. Es schmerzte, es schmerzte ungemein. Wie konnte Bill das nur machen? Bill! Von dem ich eigentlich glaubte, dass er mich liebt. Er hätte mich grade beinahe vergewaltigt. Tränen stiegen mir in die Augen. "Sag mal tickst du noch ganz richtig?!"

 

30.
Ich starrte ihn an, konnte an seinem Blick nicht erkennen, was er dachte oder fühlte. Ich konnte gar nichts in ihm erkennen, er schien mir plötzlich so fremd. Ruckartig riss ich die Tür auf und rannte aus dem Café raus. Dass der Rest der Band mir verstört hinterherkuckte, sowie die restlichen Gäste, vor allem als Bill -aus der Damentoilette- hinter mir herlief. "Lena jetzt warte!", rief er, doch ich überhörte ihn absichtlich. Ich lief einfach immer weiter. Wo war ich überhaupt? Keine Ahung, ich war ja noch nie in Berlin gewesen. Letztendlich fand ich mich in einem Park wieder und schmiss mich auf eine Bank.
Hatte Tom nicht noch heute morgen zu mir gesagt, Bill würde mich lieben, er würde mich brauchen? Na, wozu er mich braucht hatte ich ja jetzt gesehn...Er war so grob gewesen, so hart und gefühlslos...einfach so, wie es überhaupt nicht zu ihm passte. Es war mal wieder klar, dass das davon kam, dass er berühmt war und er sich verändert hatte. Ich ärgerte mich, ich ärgerte mich darüber, dass ich einfach keinen normalen Freund hatte, naja gut, was heißt normal?! Aber es musste ja nicht gleich Deutschlands beliebtester Teenager sein. Ich ärgerte mich darüber, dass bei uns immer alles so kompliziert war. Seit dem Bill nicht mehr in die Schule ging, hatten wir dauernd Stress. Kaum ein normaler, glücklicher Tag konnte vergehn ohne dass irgendwas Dummes passierte, bestes Beispiel war ja heute. Heute morgen war noch alles gut, bis...ja bis er mit mir schlafen wollte. Aber am meisten ärgerte ich mich über mich selbst. Es war mal wieder typisch von mir, immer laufe ich vor meinen Problemen weg, anstatt mich ihnen zu stellen. Ich hätte doch einfach mit ihm reden können, ihn fragen können, was das sollte...Aber nein, Lena läuft lieber davon...Toll! Und was mach ich jetzt hier? Ich weiß weder, wo ich bin, noch wie ich zurück ins Hotel finden sollte oder ob ich überhaupt zurück ins Hotel wollte.
Ja wollte ich! Ich wollte zu meinem Bill, ich wollte bei ihm sein, ich wollte mit ihm zusammen sein. Auch wenn er manchmal so ein Arsch ist...Ich liebte ihn einfach viel zu sehr, ich brauchte ihn doch! Er war doch mein Bill, mein Engel, der Sinn meines schrecklichen Lebens!
Ich zog die Beine ran, lehnte meinen Kopf an meine Knie und schloss die Augen. Vor meinem inneren Auge sah ich Bill...sein strahlendes Lächeln, wie die weißen, leicht spitzen Eckzähne blitzen. Der Glanz in seinen Augen, dieses Strahlen. Ich kuckte hoch- genau in diese Augen. "Lena...warum bist du denn weggelaufen?", sagte Bill besorgt, setzte sich neben mich auf die Bank. Ich konnte nicht schon wieder weglaufen, nicht schon wieder vor meinen-oder unseren- Problemen fliehn. Ich musste jetzt reden. "Bill ich...du...warum? Warum bist du so grob gewesen?"
"Ich..weiß nich"
Sag mal weißt du denn gar nichts? Seine Antwort war immer 'Ich weiß nich', man! Egal, ich versuchte ruhig zu bleiben. Zu meiner Verwunderung kuckte er plötzlich unsicher und etwas beschämt zu Boden und scharrte mit den Füßen. "Ich wollte..dich! Ich wollte dich einfach" Ich musste ein bisschen schmunzeln. War ja irgendwie schon eine Art Kompliment. Doch ich blieb wieder beherrscht und ernst. "Aber doch nicht so...", flüsterte ich. "Ich weiß, ich war so dumm! Es tut mir so unendlich leid, ich wollte dir doch nicht wehtun" Ich fiel meinem Bill in die Arme. Ob die Erklärung jetzt gut oder schlecht war, war mir grade egal, Hautptsache alles war wieder in Ordnung. Ich wollte und will es mir immer noch nicht eingestehn, aber ich bin süchtig nach ihm. Ich brauche ihn wie eine Droge, ich bin abhängig. Und ich würde alles tun, dass ich diese Droge immer wieder bekomme...
"Komm, wir gehn zurück", meinte Bill. Er hielt meine Hand fest umschlossen, fast so, als wollte er mich bei sich behalten, so dass ich nicht mehr weglaufen konnte. Ich war mir sicher: Tom hatte doch Recht gehabt, Bill liebte mich, auch wenn er das nicht immer so zeigt...

 

31.
Bill ließ sich aufs Bett fallen und Streckte seine Arme in meine Richtung. "Komm her, meine Kleine". Ich zog meine Schuhe aus, setzte mich dann aufs Bett und krabbelte zu ihm rüber. Ich beugte mich über ihn: "Ich bin nicht klein", betonte ich jedes einzelne Wort. Naja, gut, mit meinen knappen 1.60 war ich doch relativ klein. "Dooooch bist du"
"Körperliche Größe sagt aber nichts über geistige Größe und da bin ich dir wohl weit überlegen", ich grinste ihn fies an. "Och, damit kann ich leben", sagte er gleichgültig. Man, diesen Bill konnte man einfach nicht ärgern.
Bill drehte uns um, so dass er auf mir drauf lag. Er sah mir tief in die Augen. Die Stimmung war plötzlich ernst und gespannt. Langsam und zaghaft legte er seine Lippen auf meine. Wie sehr ich das liebte, einfach seine Nähe zu spüren. Vorsichtig stupste seine Zunge an meinen Lippen an, ich öffnete diese und ließ ihn ein. Unsere Zungen spielten miteinander, umzingelten sich, herrlich. Diese Vetrautheit, die zwischen uns herrschte. Noch nie kannte mich ein Mensch so gut. Noch nie hat mich jemand so bedingungslos geliebt. Die Auseinanderseztungen der letzten Stunden hatte ich schon längst wieder verdrängt. So lange wir zusammen waren, war mir alles andere egal...
Wir küssten uns immer leidenschaftlicher. Bill bedeckte mein ganzes Gesicht mit zarten Küssen, meinen Nacken, meinen Hals. Er schob mein T-Shirt ein Stück höher, küsste von meinem Bauchnabel immer höher. Irgendwie schien ihn das Shirt zu stören, denn er zog es mir aus. Sofort zog ich ihn zu mir ran und küsste ihn. Bill war einfach ein verdammt guter Küsser. Während wir uns küssten streichelte ich ihm über den Rücken, weiter runter bis zun seinem Po. "Ich liebe dich, Lena", hauchte er mir ins Ohr, was mich erschaudern ließ. Ich streifte ihm ebenfalls sein T-Shirt über den Kopf, drehte uns um, sodass ich wieder auf ihm saß. Ich grinste ihn an. Wir küssten uns, er strich mir über den Rücken und mit einer kleinen aber sicheren Bewegung hatte er meinen BH geöffnet. Unsicher find ich an, Bill am Ohrläppchen zu knabbern. Ganz leise hörte ich ihn stöhnen, was mich sicherer machte. Ich küsste, lutschte und saugte an sienem Ohr. Weiter erkundete ich seinen Oberkörper. Ich übersähte ihn mit Küssen, bis ich schließlich am Hosenbund angekommen war. Nach kürzem Zögern öffnete ich dann seinen Gürtel und zog ihm die Hose aus, worauf seine knallrote Boxershorts zum Vorschein kam (Anm. geeeill die rote Boxershorts ;D). Auch ich zog meine Hose aus, legte mich neben ihn und beugte mich zu einem weiteren sehr zärtlichen Kuss über ihn. Mit meiner Hand fuhr ich über Bills Oberkörper, immer weiter runter zu seiner Boxershort. Vorsichtig streichelte ich dann die Beule, die sich aus dem roten Stoff wölbte. Bill stöhnte. Ich musste in den Kuss hineinlächeln. Nach kurzer Zeit wurde es in seiner Hose härter. "Du machst mich so heiß", sagte Bill. Er kuckte mich fragend an. Ich wusste, was er meinte und nickte, mein Herz begann wie wild zu schlagen. Das war ja so süß von ihm. Schon längst hatte ich den heutigen Nachmittag vergessen, so zärtlich wie Bill jetzt war.
Bill zog mir meinen Tanga aus, legte sich auf mich und küsste mich. In mir war ein Gefühl, was ich erst einmal gespürt hatte: Erregung. Während wir uns küssten wurde ich immer geiler. Bills nackte, warme Haut auf meiner...ich wollte ihn spüren. Ich drückte sein Becken an meins, spürte seine Männlichkeit. Mir entwich ein leises Stöhnen. Bill küsste mich ebenfallas am Ohrläppchen, leckte ganz leicht über meine Brustwarzen. Ich wollte mehr. Ich wollte Bill. Ihn in mir spüren. Dann fing er an, mich zwischen den Beinen zu küssen und zun lecken. Ich schloss die Augen. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Das war einfach nur geil, zu geil. Vor Erregung verlor ich fast die Kontrolle über meinen Körper, krallte mich im Bettlaken fest. Ich will dich! Nimm mich...bitte! Flehte ich schon innerlich. Ich hielt es fast nicht mehr aus. Bill streifte sich ein Kondom über. Noch einmal schaute er mich fragend an. "Willst du wirklich?", fragte er nochmal. Ich nickte nur. Wir sahen uns tief in die Augen während er in mich eindrang. Eine kleine Träne bahnte sich ihren Weg über meine Wange. Es war so schön, ihm endlich so nah zu sein. Bill war einfach zu süß. er war so vorsichtig uns lieb uns zärtlich. Ganz anders als...naja, wir wissen ja wer. Daran wollte ich jetzt gar nicht denken. Bill bewegte sich auf und ab, erst leicht, dann heftiger. Er stöhnte leicht: "Ich liebe dich". "Ich liebe dich auch, Bill" Seine Stöße wurden stärker und tiefer, Bill atmete laut und schwer bis er zum Höhepunkt kam. Er gab mir einen zarten Kuss, dann fielen ihm die Augen zu. Ich musste schmunzeln, davon hatte ich schon öfters gehört. Ich kuschelte mich dicht an ihn und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen schlief auch ich ein.

 

32.
Mit immer noch dem selben Lächeln wachte ich auf. Mir stieg der herrliche Geruch von Kaffee in die Nase. Hmmmmm. Ich schlug die Augen auf, blinzelte. Moment mal...wo war Bill? Ich hatte schwach in Erinnerung, dass ich eine ähnliche Situation doch schon mal erlebt hatte. Oh nein, das würde ganz sicher nicht nochmal passiern. Ich drehte mich um. Auf dem Nachtschränkchen stand ein Tablett mit schön hjergerichtetem Frühstück. Kaffee, zwei Brötchen, Marmelade, Butter, Nutella, Honig, ein Ei und frisch gepresster Orangensaft. Auf dem Tablett lag ein Kärtchen "Wir mussten früh weg. Ich wollte dich nicht wecken, du hast so süß geschlafen. Kannst dir an der Rezeption ein Taxi rufen lassen, zahlt das Management. Bis hoffentlich bald. Ich liebe dich...dein Bill"
Nein wie süß. Mir entwich ein kleiner Seufzer, Bill war wirklich der beste Freund, den man sich vorstellen konnte. Ich hätte die ganze Welt umarmen können. Genüsslich frühstückte ich, ging dann erst mal gemütlich duschen. Als ich alles eingepackt hatte und fertig war um nach Hause zu fahren war es auch schon wieder 15.00 Uhr. Ich hüpfte glücklich zur Rezeption. Dass mich alle Leute komisch anglotzten störte mich an diesem Tag ausnahmsweise mal überhaupt nicht. Ich bestellte ein Taxi, was auch sofort kam, und wurde nach Hause gefahren. Man, konnte das Leben schön sein. Veträumt kuckte ich während der Fahr aus dem Fenster. Felder und Häuser huschten vorbei, Autos, LKW's...
Plötzlich stand ich dann zu Hause vor der Tür. Aber eigentlich wollte ich noch nicht nach Hause, zu meinen tollen "Eltern". Dazu war der Tag zu schön. Ich entschied mich, Laura zu besuchen. Irgendwie sagte mir mein Gefühl, dass Alina bei ihr war und ich deshalb zu Laura musste. Gesagt getan, ich stieg in den Bus und fuhr zu ihr. Waren ja nur ein paar Stationen.
Ich klingelte an. Lauras Mutter öffnete mir die Tür. "Oh, hallo Lena. Komm doch rein, Alina ist auch schon da", sagte sie freundlich, kuckte allerdings etwas irritiert auf meine große Tasche, die ich ja immer noch dabeihatte. Lol Hab ichs doch gewusst. Ich tapste leise die Treppe zu Lauras Zimmer hoch, öffnete dann ganz schnell die Tür und: "Booooohhhhhh!" Laura und Alina fuhren herum und schrien. "Man Lena, du kannst uns doch nicht so erschrecken!" "Seht ihr doch, dass ich das kann", flötete ich gut gelaunt und schmiss meine Tasche in die nächst beste Ecke. "Brauchst dich gar nicht so häuslich niederlassen, wir wollten grade gehn", meinte Laura. "Wohin denn?" "Wir wollten zur Sushi-Bar" "Sushi-Bar? ähhhh" Ich hasste Fisch. "Aber gut, ich komme mit, ich kann ja mal probiern", meinte ich schließlich. "Na was is dir denn für ne Laus über die Leber gelaufen?", fragte Alina. Ich zuckte nur mit den Schultern und schenkte ihr ein wohlwissendes Lächeln.
In der Sushi-Bar setzten wir uns an einen kleinen gemütlichen Tisch am Fenster. Die Sonne schien rein. Hach, was war es für ein schöner Tag. Na immerhin hatten wir ja schon Juni und das sah man jetzt endlich auch am Wetter. "Erde an Lena", hörte ich von fern Lauras Stimme. "Wir ham für dich wasmitbestellt, du warst ja nicht anzusprechen..." Ich nickte nur. War mir recht. Ich konnte die Speisekarte eh nicht lesen, und das war doch eh alles gleich. "Man könnte fast meinen, du wärst verliebt", meinte Alina ironisch. "Bin ich auch..." "Lena? Kannst du uns jetzt vielleicht mal sagen, was los ist? Vor zwei Tagen warst du noch total sauer, weil dein Freund fremdgefickt hat udn jetzt?!" "Okay, okay! Aaaaallsooo:..." Laura und Alian kuckten mich gespannt an. Ich musste kichern. "Ich hab das mit Bill geklärt" "Ach? Und was hatte der feine Herr für ne Ausrede?" Ich kuckte sie ein bisschen böse an: "Er hatte gar keine Ausrede. Er sagte er hat zu viel getrunken und-" "Jaja, das is aber keine Entschuldigung", quatschte Laura dazwischen. "Tom hat mir gesagt, dass Bill mich wirklich liebt und...dass er mich braucht und....naja das hat ermir dann auch gezeigt und ich vetraue ihm. Ich brauche ihn halt..." Redete ich ruhig weiter. Alina und Laura konnten es eben einfach nicht verstehn, wie sehr ich Bill brauchte, dass ich ohne ihn nicht konnte. Sie starrte mich an. Ich grinste zurück. In ihren Augen erkannte ich kleine Fragezeichen. "Er ..hat.. es dir gezeigt?" Ich nickte kräftig. "Uuuund wie darf man das verstehn?", fragte Laura. Ich grinste breit. "Habt ihr..." ich nickte "miteinander geschlafen", brachte sie ihren Satz flüsternd zu Ende. Immerhin sollten ja nicht alle Leute hier das mitbekommen. "Ja haben wir", sagte ich glücklich. Alina grinste mit mir, Laura kuckte skeptisch. "Lena....ich freu mich für dich aber...pass auf, dass du dir mit ihm nicht die Finger verbrennst" "Was soll das denn schon wieder heißen?", ich wurde ein bisschen wütend. Konnte sie mir nicht mal ein kleines Bisschen Glück gönnen?! "Lena...du sagts du brauchst ihn...weißt du: Ich glaube, du würdest alles dafür tun, dass ihr zusammen bleibt. Also ganz ehrlich: Ich bin der Meinung, dass du dir von ihm nicht zu viel gefallen lassen solltest. Du bist ja schon fast abhängig von dem Kerl, das darf nicht passiern. Weil da kommst du nicht mehr so einfach raus..." "Laura, ich weiß, was ich tu. Und Bill ist das Beste, was mir je passiern konnte" "Okay, okay ist ja Ansichtssache, jetzt streitet euch nicht", warf Alina dazwischen und das war auch gut so, sonst hätten Laura und ich vielleicht noch angefangen uns zu streiten und das wollte ich eigentlich nicht. 

 

33.
Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker. Verdammt! Es war ja Schule. Man, wie ich es hasste, nach dem wunderschönen Wochenende bei Bill auf Wolke 7 Montags wieder auf den harten Boden der Realität zurückzufallen. Na gut, aber musste ja sein...Also schälte ich mich aus meine, schönen, warmen Bettchen und zog das Rollo hoch. Die Sonne lachte mich fröhlich an. Sofort hob sich meine Laune. Ich ging erst mal ins Bad um zu duschen. Grade im Bad angekommen wurdemir plötzlich schwindelig. Ich musste mich am Waschbecken abstützen. Für ein paar Sekunden wurde mir schwarz vor Augen. Zum Glück war es schnell wieder besser....naja, wird wohl daran liegen, dass ich so schnell aufgestanden bin, da spielt der Kreislauf ja nicht immer so mit.
Ich drehte das Wasser ab und wickelte mir zwei Handtücher um, eins um den Körper, eins um die Haare, und stieg aus der Dusche. Plötzlich überkam mich eine solche Übelkeit. Gerade noch rechtzeitig beugte ich mich übers Klo und...naja ich kotzte. Komisch, war ich krank? Ne, eigentlich gings mir ja gut, sehr gut um ehrlich zu sein. Naja, war ja jetzt auch egal. Ich ging zurück in mein Zimmer, zog mich an und dann runter und machte mir Frühstück. Meine ach so tollen "Eltern" waren nie wach wenn ich aufstand. Die schliefen immer ewig lange. Nach dem Frühstück mahchte ich mir noch schnell ein leckres Nutellabrot für die Schule. Das war der Vorteil, dass ich mir alles selbst machen musste, ich konnte immer zu Essen machen, was ich wollte ohne dass jemand darauf achtet, dass es auch ja zu gesund ist. Ich ging nochmal ins Bad, putzte Zähne und schminkte mich. Aber nur dezent. Kajal und Wimperntusche reicht mir. Ich konnte solche angemalten Puppen nicht ausstehen, bei denen man nicht wagte sich vorzustellen, wie sie ungeschminkt aussahen. Solche, wie Kim es mittlerweile war. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie Bill nur was mit SO EINER haben konnte. Der mochte das ja eigentlich auch nicht, wenn man mit 'ner Tonne Make-up im Gesicht rumläuft. Bei dem Gedanken, was Bill und Kim im Bett getrieben haben wurde es mir schon wieder schlecht. Ich musste mich schon wieder übergeben. Hat das Frühstück gar nichts gebracht. Konnte ich jetzt auch nicht mehr ändern. Ich überlegte, woher das kommen konnte. Ich mein, ist ja nicht normal, morgens einfach so zu kotzen. Stimmt, wir haben ja gestern Sushi gegessen, da hab ich mir bestimmt den Magen dran verdorben. Jetzt wusste ich, warum ich Fisch nicht leiden konnte.
Schnell verdrängte ich den Gedanken an Bill und Kim wieder, die Sache war abgeschlossen, drüber wollte ich nicht mehr nachdenken. Bill liebte mich und nur mich und wir waren glücklich zusammen, das war das Enzige, was zählte. Da kann sich keine doofe Kim dazwischen drängen.
Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich schon spät dran war und mich beeilen musste um den Bus nicht zu verpassen. Ich schnappte mir meine Tasche und rannte schnell zur Haltestelle. Perfekt getimt, der Bus hielt gerade an. Mit meiner Restgeschiwndikeit hielt ich direkt vor der Tür an, stieg ein und hatte sogar noch einen Sitzplatz. Na heute meinte es aber einer gut mit mir.
"Morgen ihr Süßen", rief ich Laura und Alina schon von weitem zu. "Also wenn du ab jetzt immer so gut drauf bist, dann werd ich mich irgendwann mal bei Bill bedenken", meinte Alina.
In der Pause hatte ich mein Brot schon aufgegessen aber immer noch genauso viel Hunger wie vorher. Ich ging in die Caféteria und kaufte mir was. Mit großen Augen beobachteten die Beiden, wie ich zwei Muffins und ein Schokobrötchen verdrückte. "Sag mal, seit wann ist du denn so viel? Steht Bill etwa auf Fette?", fragte Alina belustigt. "Ja, mein Frühstück hab ich wieder ausgekotzt. Ich hab halt Hunger", gab ich schmatzend als Antwort. "Warum das denn?" "Weiß ich doch nicht, mir war schlecht. Punkt, fertig aus. Ich denk mal der Suhsi kam nicht so gut an..." "Achso...", meinte Laura "ich dachte schon...naja , also ob du und Bill...äh sag mal, habt ihr..verhütet?" Ich kuckte sie geschockt an und brach dann in Gelächter aus. "Natürlich! Oder hältst du mich wirklich für so dumm?!" Oh mein Gott, Laura dachte echt, ich wäre schwanger, was für ein Schwachsinn! "Stimmt, hätt man aber denken können. Morgenliche Überlkeit, plötzlicher Heißhunger....", ich lachte mich schlapp. Laura und Alina lachten auch, schienen aber ziemlich erleichtert. Oh ne echt...ich und schwanger-lächerlich!

 

34.
Ich und schwanger-lächerlich! Hatte ich nicht genau das vor vier Wochen noch gesagt?! So langsam kam mir das gar nicht mehr so lächerlich vor. Denn die morgenliche Überlkeit hielt an. Nicht regelmäßig, aber ab und zu hatte ich mich in den letzten Wochen übergeben müssen. Ein verdorbener Magen dauert keine vier Wochen. Dazu war mir oft schwindelig, manchmal wurde mir plötzlich schwarz vor Augen, ich musste mich hinsetzen oder irgendwo abstützen. Und...naja ich aß mehr als sonst. Und so weit ich mich erinnerte war das alles wirklich erst so, seit dem ich von Bill wiedergekommen war.
Ihm hatte ich davon nichts erzählt. Und mitbekommen hatte er es auch nicht. Denn in den letzten vier Wochen war es nicht möglich gewesen, dass wir uns irgendwie treffen konnten. In der Schule konnte ich immerso einigermaßen durchhalten. Zum Glück musste ich mich nie in der Schule übergeben, sondern wenn, dann immer zu Hause.
Alina und Laura hatte ich auch nichts erzählt. Vor allem konnte ich es mir selbst nicht vorstellen. Immerhin hatten wir doch verhütet, ohne hätt ich es auch niemals gemacht. Ich wollte noch kein Kind. Jedenfalls jetzt noch nicht. Obwohl ich mir sicher war, dass Bill ein guter Vater sein würde. In ein paar Jahren auf jeden Fall, aber jetzt? Ich war doch grade mal fünfzehn. Gut, morgen werde ich 16, aber das ist immer noch zu früh. Nein, ich konnte nicht schwanger sein. Das war auf keinen Fall möglich. Es musste irgendwas anderes sein. Das redete ich mir ein. Trotzdem ging ich in die Apotheke und kaufte einen Schwangerschaftstest. Die Apothekerin glotzte mich total dumm an. Tzzz. Soll se nich so scheiße kucken. Ich legte das Teil in meine Nachttischschublade und da sollte es erst mal bleiben. Nur wenn es wirklich nichts anderes mehr sein konnte wollte ich es benutzen.
Am nächsten Morgen wachte ich auf-mein sechzehnter Geburtstag. Geil endlich bin ich sechzehn. Fröhlich schlug ich die Decke auf und hüpfte aus meinem Bett und spürte einen stechenden Schmerz im Unterleib. Auuuuuuuu! Ich hätte am liebsten geschrien. Was war das? Egal ich ignorierte es, denn es war so schnell wieder gegangen, wie es gekommen war.
Ich ging in die Küche, frühstücken. Danach ins Bad, suchte und machte mich fertig. Dann ging ich zu Laura. Bei ihr sollte heute meine Party stattfinden. Bei mir konnte ich sowas ja nicht machen. Meine Eltern hatte ich heute noch nicht gesehn und das war auch ganz gut so. Geschenke bekam ich von denen eh so gut wie nie, also erwartete ich auch nichts. Aber die Party heute würde bestimmt was ganz Besonderes werden.
Wir durften Lauras großen Keller benutzen. Eigentlich hatten sie und Alina darauf bestanden, alles allein vorzubereiten. Aber sowas konnte ich nicht annehmen. Also ging ich doch zu Laura um den beiden ein bisschen zu helfen. Wir dekorierten alles schön, stellten Tische, was zu Essen und zu Trinken auf. Das alles brauchte seine Zeit.. Gegen 17 Uhr waren wir so gut wie fertig. "Und weil unser Baby jetzt ja auch 16 ist, darf sie auch trinken", meinte Laura und holte den ersten Kasten V+ raus. Oh mein Gott. Ich hatte mir doch nach dieser Silvesterparty geschworee, nie wieder zu trinken. Naja, war ja mein Geburtstag. Ich sah zu, wie Sie noch andere Kisten runterschleppte. Alles mögliche: Sex in the Beach, Wodka, Xuxu, Cula Loo, Sekt und was weiß ich, was für komische Sachen. "Ähmm...wie viele Leute kommen denn?", fragte ich vorsichtig bei dem Anblick auf die ganzen Vorräte. "Ach keine Ahnung, wir haben ein paar Leuten bescheidgesagt udn die sollten alle noch Freunde mitbringen." Ahhh ja, na hoffentlich kommt niemand dummes, war mein Gedanke. Wir chillten noch ein bisschen in der Küche, bis es dann acht Uhr war. Gleich sollten die ersten Gäste kommen. Ich ging noch mal schnell aufs Klo. mir wurde wieder schwindelig. Ich stützte mich am Waschbecken ab, kuckte mich im Spiegel an. Plötzlich fiel mir ein, dass Schwangere ja kein Alkohol trinken dürfen. Was, wenn ich wirklich schwanger war? Und heute die ganze Zeit irgend son Schrott trinke? Das wär wirklich schlimm. Schiße, ich musste jetzt Klarheit haben. Vorsichtshalber hatte ich den Test in meine Tasche gesteckt.
Nach fünf Minuten schrecklicher Wartezeit musste es so weit sein. Ich traute mich gar nicht, draufzukucken. Ich hatte schon so ein Gefühl, dass ich wohl doch schwanger war. Ok ich musste jetzt aber draufkucken.

 

35.
Ich nahm das Plastikstäbchen in die Hand und kuckte einfach drauf. Zwei Striche. Ich las nochmal schnell die Gebrauchsanweisung. Ich hatte alles richtig gemacht. Zwei Striche bedeutet schwanger. Scheiße!! Ich war wirklich schwanger. Oh mein Gott. Das hieß jetzt den ganzen Abend nichts trinken. Aber was sollte ich jetzt machen? Was sollte aus mir werden? Und aus Bill? Sollte ich es ihm sagen? Ja, ich musste es ihm sagen!!! Aber nicht jetzt. Noch nicht. Nein, ich denk da jetzt nicht drüber nach. Diesen Abend lasse ich mir nicht versaun. Aber wie um alles in der Welt konnte das passieren? Irgendwie muss das Kondom geplatzt sein...oder kaputt gewesen sein oder...ach was weiß ich. Okay, ich war jetzt schon lang genug hier drinnen. Ich ging raus und setzte ein strahlendes Lächeln auf. Ließ es mir nicht anmerken. Da klingelte es auch schon. Sina und Denise waren da. Sie fielen mir erst mal um den Hals und gratulierten. "Alles Gute, Lena!!" Grins, grins. Zuckersüß. Eigentlich hatte ich nie wirklich viel mit denne zu tun gehabt aber mir sollte es recht sein.
Ich konnte schon gar nicht mehr zählen, so viele Leute waren da, über die Hälfte kannte ich gar nicht und die wussten bestimmt selbst nicht, was das überhaupt für ne Party war. Und ich warette immer noch auf ein Klingeln. Insgeheim hoffte ich, dass Alina und Laura noch Bill, Tom, Gustav und Georg als Überraschungsgäste eingeladen hatten. Aber ich wartete wohl vergebens. Die Party war zwar echt toll. Es wurde coole Musik gespielt, viele Leute, gute Stimmung. Aber ich hätte meinen Bill nur zu gern dabeigehabt.
"Hey Lena, lass uns doch mal tanzen", meinte Sasha. "Nee, ich hab grad keine Lust, sorry", log ich. Lust hatte ich eigentlich schon, aber ich wollte nicht. Ich hätte das Gefühl, Bill zu betrügen. Auch wnen das dumm klingt, aber so war es nunmal. Ich ließ mich auf einem der Barhocker nieder und beobachtete "meine" ganzen Gäste. "Och komm, jetzt dnek nicht die ganze Zeit an ihn, hab doch einfach Spaß", versuchte Laura mich aufzumuntern. "Ich hab ja Spaß" "Ja klar, sieht aber gar nicht so aus...." "Ja ich weiß...aber ich hab kein Bock, dass ich irgend ne Scheiße mach und wnen das dann rauskriegt hab ich wieder Stress mit Bill" Laura verstand wohl, was ich meinte. "Ach was, nur tanzen...ist doch nix dabei" Na, wenn sie das sagte. Ich ließ mich dann doch überreden.
-Und fand mich eng tanzend in den Armen von rigendeinem fremden Typen wieder. Die meisten hier waren schon so ein bisschen alkoholisiert und kümmerten sich nicht mehr wriklich darum, mit wem sie tanzten, knutschten oder was weiß ich anstellten. Der Typ legte seine Hände auf meine Hüften und zog mihc eng an sich. Ich ließ ihn machen, ehrlich gesagt war ich auch nicht ganz abgeneigt. Wir lißen uns einfach von der Musik leiten, rückten enger aneinander. Plötzlich beugte er sich zu mir runter, schloss sein Augen. Plötzlich machte sich mien verstand wieder bemerkbar. Denk mal nach, du hast ein Kind von Bill im Bauch. Wie aus Reflex stieß ich ihn von mir weg. Er kuckte mich angetrunken und verstört an. "Sorry...ich...muss kurz weg", stotterte ich und rannte schnell weg. Schloss mich kruz im Bad ein. Na das war ja grade eben noch mal gut gegangen. O mein Gott, was wäre passiert wenn ich den Kerl geküsst hätte? Ich wagte gar nicht, mir das vorzustellen. Dann hätte Bill das bestimmt irgendwie mitbekommen und dann....Schrecklich. Schnell verdrängte ich den gdeanken daran, wie er reagieren würde, wenn er sowas erfahren würde. Ich ging wieder raus, gesellte mich zu Alina. "Und?", fragte sie. Puh, sie hatte es wohl nicht mitbekommen, denn sie wirkte reativ normal. "Danke, die Party ist echt super!", sagte ich. "Und, was hältst du von unseren Getränken? Auch gut?" "Ähm....also ich hab noch nix probiert" Sie kuckte mich mit großen Augen an. "Noch nichts getrunken? Hallo, du wirst sechzehn und trinkst keinen Tropfen, das geht nicht an...Hier", sie reichte mir eine Flasche V+ Energy. "Äh, ne danke. Ich will nich...wirklich" "Was anderes? Sex on the beach? Das is lecker....und davon kann man nicht schwanger werden", sie lachte lauthals und angeschwipst über ihren ach so tollen Witz. Aber ich konnte ganz und gar nicht lachen. Ich verdrückte mich schnell wieder. Nahm mir hier und da was zu Essen und...eigentlich wartete ich nur darauf, dass die zeit vergeht. Na toll, wie soll man auch feiern, wenn man nicht Single ist, der Freund aber nicht da ist und man dazu noch schwanger ist, also aufpassen muss, was man trinkt?
Immer wieder kuckte ich auf mein Handy. Bill hatte weder angerufen, noch eine SMS geschrieben. Nichts. Der hatte doch wohl nicht im Ernst meinen Geburtstag vergessen? Doch hatte er...

 

36.
Am nächsten Morgen wurde ich von einem nervtötenden Piepsen geweckt-mein Handy. Ich kuckte schnell draufum dem mistigen Ton ein ende zu machen. "Hey Schatz! Alles Gute zu deinem Geburtstag" Sry aber hatte gestern sehr viel Stress....Ich liebe dich! Bill" Ach ja natürlich...Stress... würd ich jetzt auch sagen! Na seis drum, jeder hat wohl schon mal einen Geburtstag vergessen. Aber den 16. Geburtstag seiner Freundin??? Ach, ist jetzt auch egal. Ich hatte seltsamerweise trotz dem unangenehmen Weckdienst sehr gute Laune. Ich war jetzt 16! Das ist doch mal was. "Und? Was ist seine Ausrede?" Ich erschreckte mich total. Ach ja...ich war ja immernoch bei Laura, sie hatte mich wohl die ganze Zeit beobachtet. Hihi. "Ach Laura, jetzt sei doch nich so...Er hats halt vergessen-na und? Hast du etwa noch nie was vergessen?" Entgegnete ich ihr über mich selbst staunend freundlich. "Doch natürlcih, aber Lena, ich kanns nur noch mal sagen: Pass auf mit ihm! Er hat sogar deinen Geburtstag vergessen...deinen 16. Ich will nur nicht, dass du hinterher enttäuscht bist, ich meins doch nur gut" Ja, das meinte sie wirklich, aber ich wusste es selbst besser, Bill und ich gehörten einfach zusammen, daran wird sich niemals etwas ändern.
Alina kam noch vorbei und wir drei räumten die Spuren von letzter Nacht zusammen weg. Ich war gerade dabei, die ganzen Flaschen wieder einzusammeln und in ihre Kästen zurückzustellen, als Alina meinte: "Lena, hast du eigentlich irgendwas getrunken gestern? Ich habs nämlich nie gesehn...." "Ach weiß ich selbst nicht mehr so genau, aber ich wollte auch nicht auf meiner eigenen Party total zugeknallt in der ecke rumgammeln, das is doch peinlich...außerdem mag ichs doch lieber wnen ich wirklich mit allen Sinnen mitbekomme, was um mich rum passiert und ncih so...zugenebelt!", log ich schnell...naja so ganz gelogen war das nun auch wieder nicht. Aber dass ich schwanger war wollte ich den beiden eigentlich nicht erzählen. Ich wagte gar nicht mir vorzustellen, wie die austicken würden-vor allem Laura. Na gut, sie waren ja meine Freundinnen, und sie verstanden mich...meistens. Aber...irgendwas sagte mir, dass es besser wäre, es erstmal für mich zu behalten. Also tat ich das auch, denn mit meinem Bauchgefühl lag ich meistens richtig. "Außerdem kann ich mich noch dunkel daran erinnern..ich glaub, das war mal so ne gewisse Silvesterparty..die is nich wirklich schön ausgegangen und am nächsten Tag war mir sowas von schlecht" "Jaja is gut....man könnte schon fast meinen, du willst dich irgendwie rausreden", lachte Alina. Schluck, war ich wirklich so auffällig? Anscheinend schon...

 

Am Montag laberten wir grade in der Pause, als plötzlich eine Gruppe von ein paar Typen ankam, die ein sehr...sagen wir mal unbehagliches...Gefühl in mir auslösten. Und sie kamen sehr beängstigend geradeaus auf uns zu. "Wer von euch is Lena?", meinte der eine. "Ich-wieso, hasten Problem mit mir?", versuchte ich relativ cool zu bleiben. "Soso, du bist also die kleine Schlampe..." Ich kuckte ihn sehr verwirrt an. "Wir haben gehört, du wolltest unserer Kim ihren Freund ausspannen", sagte ein anderer.  "Ich ihr? Sicher, dass ihr in euren Spatznehirnen da nichts vertauscht habt?", entgegnete ich schon leicht sauer.  Wie kommt diese behinderte Schlampe dazu son Scheiß über mich rumzuerzählen. "Pass auf, was du sagst!", meinte der eine wieder und schon klatschte einer der anderen mir eine. Ich schlug ihn zurück, sowas lass ich mir doch nicht gefallen. "Lena, hör auf", meinte Alina. Ja klar, ich kann mich ja wohl grade noch verteidigen. Irgendjemand würgte mich von hinten. "Lasst sie in Ruhe!", schrie Laura. Der "Anführer", wie es den Schein machte, kam nochmal auf mich zu und schlug mir mit seiner Faust ins Gesicht. Ich biss die Zähne zusammen, sowas oder ähnliches, erlebte ich ja öfters zu Hause. Doch dann hielt er mich an den Schultern fest und zog sein nie heftigst in meinen Bauch. Ich schrie vor Schmerz. Kurz wurde mir schwarz vor Augen und ich sackte zu Boden. Der eine musste mich wohl losgelassen haben. "Lena!", hörte ich noch jemanden schreien, ich wusste nicht, ob es jetzt Alina oder Laura war. Kurze Zeit später fand ich mich am Boden wieder, die Typen waren weg. Ich spürte einen schrecklichen Schmerz im Bauch. Oh nein! Was, wenn mein Kind verletzt ist? Wenn UNSER Kind verletzt ist. Nein, das durfte nicht sein. Ich fing an zu weinen. Ich weinte und ich weinte. Ich konnte mich einfach nicht beruhigen. Warum haben die das gemacht? Ich hab denen doch gar nichts getan. Nur wegen Kim...nur wegen ihr...Ich hatte solche Angst um das Kind in meinem Bauch-oder das, was von ihm noch übrig war ( Anm. xD). "Lena, jetzt beruhig dich doch mal...die sind doch lange weg...Ich mein, ich kann dich doch verstehn, wir können dich verstehn, die haben dich völlig zu Unrecht fertig gemacht...aber jetzt hör doch bitte auf zu weinen. Was ist denn jetzt so schlimm?!" Ich schüttelte den Kopf: "Nein, ihr könnt mich nicht verstehn", flüsterte ich und wiente weiter. Sie kuckten sich ziemlich ratlos an. "Aber Lena...wie solln wir dir helfen, wenn du uns nicht sagst, wo dein Problem liegt?!", versuchte es nun Laura. "Ihr könnt es einfach nicht verstehn, ich kanns euch nicht sagen, tut mir leid. Aber ihr wärt dann sauer auf mich." "Ach Quatsch" "Doch. Ich bin nämlich schwanger!" Stille. Perplexer Blickaustausch. "Du bist WAS?" "Schwanger..." "Willst du uns verarschen?" "Siehst du Laura, ich hab doch gesagt ihr versteht mich nicht..." "Wie konnte das denn passiern?" "Was für 'ne dumme Frage, noch nie von den Bienchen und den Blümchen gehört?", fragte ich spöttisch. "Man Lena, jetz laber nich son Scheiß" "Ja ich weiß es doch selbst nich verdammt!", schrie ich sie jetzt schon an. Ich wusste es einfach, dass sie so reagieren würden, deswegen hatte ich es ja nicht sagen wollen. Sie schienen sich wohl wieder etwas zu beruhigen, Alina fragte: "Und... hast du es Bill schon gesagt?" Ich schüttelte den Kopf. Genau, Bill! Ihm musste ich es ja auch noch irgendwann mal sagen aber das wollte ich nicht. Er hatte schon ein paar Mal was gesagt, dass Kinder kriegen ja schon mal ganz und gar nicht sein müsste. "Und wann hast du vor das zu tun?" "Gar nicht... erst mal" "Wie gar nicht?" "Na gar nicht eben...Er will keine Kinder...und bestimmt schon mal überhaupt nicht schon so früh", ich senkte meinen Kopf. "Und... willst du es denn?" Ich musste nicht lange überlegen. "Natürlich!" Ich würde es niemals übers Herz bringen jemanden zu töten, und erst recht nicht ein Kind von mir und Bill.
Laura: "Aber...Lena, du musst es ihm doch mal sagen...ich mein, irgendwann ist es eh nicht mehr zu übersehen"
Ich: "Ich weiß..."
Laura: "Ich würds so schnell wie möglich sagen, er hat ein Recht es zu erfahren"
Ich nickte.

 

37.
Aufgrund meines "körperlich und seelischen nicht sehr guten Zustandes" wurde ich nach Hause geschickt und sollte mich ausruhen. Tzz, wnen die wüssten, die glaubten ja wohl nicht im Ernst, dass es für mich zu Hause besser wäre als in der Schule. Ich ging aber nicht nach Hause, sondern suchte eine Frauenarztpraxis auf. Mir war etwas mulmig, ich war noch nie bei einem Frauenarzt gewesen und es war mir irgendwie peinlich...aber ich musste wissen, ob mit meinem Baby alles in Ordnung war. Als ich aufgerufen wurde, atmete ich noch einmal durch und ging ins Sprechzimmer. Die Ärztin lächelte mich freundlich an: "du bist zum Ersten Mal hier?" Ich nickte. "Also...was gibt es? Was Bestimmtes oder nur so?" "Ja also... doch eher was bestimmtes" Ich holte tief Luft "es ist... Also ich bin schwanger" Ich ignorierte den etwas verwirrten Blick der Ärztin, naja ist ja nicht normal, dass kleine sechzehnjährige Mädchen schwanger sind. "Und... ich habe vorhin in der Schule einen ...kräftigen Schlag in den Bauch bekommen...Ich hab Angst, dass irgendwas passiert sein könnte", mir stiegen schon wieder die Tränen in die Augen. Die Ärztin deutete mir , mich auf diesen grausamen Stuhl zu legen. Ich zog mein T-Shirt hoch und sie schmierte meinen Bauch mit eklig kaltem glitschigem Gel ein. Man konnte auf dem Ultraschallbild nicht wirklich viel erkennen, aber ich bin ja schließlich keine Ärztin. "Es ist nichts passiert", sagte sie dann zu meiner Erleichterung. "Hast du dir schon überlegt wie es weitergehn soll?" Ich schaute sie perplex an. "Na, ob du das Kind behalten willst?!" Was denkt die denn, ich bin doch keine Mörderin. "Auf jeden Fall" "So früh schon Mutter zu sein ist nicht leicht...ich geb dir mal ein paar Broschüren hier mit, du solltest dich auch unbedingt an eine Beratungsstelle wenden. Die können dir besser bei der Entscheidung helfen." "Es gibt keine Entscheidung, ich will das Kind bekommen, egal, was passiert" ich nahm die Broschüren trotzdem an und verließ die Praxis. Ich streichelte über meinen Bauch. Irgendwie löste es ein Glücksgefühl in mir aus, wenn ich daran dachte,dass ein kleines schnuckeliges Baby darin heranwächst und meine große Liebe sein Vater ist.
Ach Bill... Ich nahm mir fest vor, es ihm am nächsten Wochenende zu sagen. Wir hatten uns jetzt schon 6 Wochen nicht mehr gesehn, genau die 6 Wochen seit dem ich schwanger war. Eigentlich war für dieses Wochenende keine Verabredung geplant, Bill sagte, dass es sehr stressig für ihn wäre und ich mich wahrscheinlich nur langweilen würde. Trotzdem rief ich bei David an und fragte, wo in welchem Hotel sie wohl Samstag wären. Zum Glück war es ganz in der Nähe, ich konnte selbst mit dem Zug hinfahren und musste nicht von David gefahren werden. Das wird bestimmt eine tolle Überraschung, wenn ich plötzlich im Zimmer stehe. Ich freute mich schon auf Samstagabend obwohl ich mich ein bisschen vor Bills Reaktion fürchtete. Aber was sollte er schon tun? Mich anschrein? Nein, immerhin war es ja nicht meine Schuld...Apropros, wessen Schuld war es denn eigentlich? Niemand war schuld. Ich erinnerte mich daran, dass meine Biolehrerin uns mal erzählt hat, dass Kondome eine "Versagerquote" von 4 haben, d.h. von 100 Frauen, die ein Jahr lang Kondome benutzen werden 4 schwanger ( Amn. Das hat meine Biolehrerin wirklich letztens  gesagt xD). Tja, da hatte ich wohl einfach Pech gehabt. Ich denke, er wird mich verstehn und sich vielleicht sogar freuen.

 

 

38.
Endlich war es Samstag, die Schulwoche hatte ich hinter mich gebracht. Ich ging erst mal duschen, machte mich fertig und packte meine Tasche. Mir war langweilig...ich musste ja erst gegen Abend beim Hotel sein, jetzt war es 13.00 Uhr...
Ich war gerade dabei, vor dem Fernseher die Zeit tot zu schlagen, als es an der Tür klingelte. Ich rollte mich von der Couch hoch. Meine Eltern waren mal wieder nicht da, keine Ahnung, wo die sich rumtrieben. Als ich öffnete stand ein Mann vor der Tür, der mich seltsam anlächelte. "Ähm...hallo", sagte ich. "Hallo Lena, mein Name ist Richter" Woher kannte der denn meinen Namen? "Ich arbeite beim Jugendamt" Ahhhhjaaa... "Wollen wir uns nicht lieber drin unterhalten?" Ich musterte ihn, ob der wohl wirklich vom Jugendamt ist? Es könnte ja auch ein perverser Kinderficker sein (xD). Ach egal, ich trat ein Stück zur Seite, sodass er reinkommen konnte. Ich ging ins Wohnzimmer, er folgte mir und setzte sich. "Und was wollen Sie jetzt von mir?", fragte ich. Omg vielleicht hat ja die komische Frauenärztin denen bescheid gesagt, dass sie ein vertrauliches Gespräch mit mir führen ^^. "Es geht um deine Pflegeeltern..." O.O "Also, wir haben bemerkt, dass du hier nicht so behandelt wirst, wie es sein solltest, und das über einen längeren Zeitraum"
Ich: "Ach was?! Das ist ihnen aber früh aufgefallen", mein Ton war leider pampiger, als gewollt.
Mann: "Ich kann verstehn, dass du so reagierst. Aber wir mussten erst genügend "Beweise" haben. Wir sind regelmäßig hier vorbeigekommen, getarnt versteht sich, deine Eltern haben nicht mitbekommen, dass wir vom Jugendamt sind. Ich bin da um dich zu fragen, ob du hier bleiben möchtest oder in eine andere Familie"
Ich: "Ich will hier weg!"
Mann: "Die Entscheidung ging aber sehr schnell"
Ich: "Ja, ich halts hier nicht länger aus..."
Mann: "Also die Familie, in die du kommen würdest wohnt nur ein paar Straßen weiter, du könntest also auf deiner jetztigen Schule bleiben. Es ist ein Ehepaar, was keine Kinder bekommen kann." Er kramte in irgendwelchen Zetteln, "Herr und Frau Schönborn, Dillingerstraße 38"
Ich: "Ab wann kann ich dorthinziehen? Bitte so schnell wie möglich"
Mann: "Es ist abgemacht, dass wir beide zusammen dort gleich einen Besuch abstatten und wenn ihr euch ein bisschen kennengelernt habt, können die Eheleute und du euch entscheiden, ob du wirklich umziehen willst. Deinen jetzigen Eltern wird erst bescheid gesagt, wenn es beschlossen ist."
Wow, da meinte es wohl jemand gut mit mir, es war für mich wie ein unerfüllbarer Traum, aus dieser schrecklichen "Familie" rauszukommen. Und ich hatte sogar Mitspracherecht, nicht so wie früher, als ich plötzlich wo anders hinmusste.
Mann: "Wir wollten bis kurz nach deinem sechzehnten Geburtstag warten, da sich ab da deine Recht verändern...also wollen wir dann los?"
Ich: "Klar, ich hatte eh grade Langweile"
Ich freute mich total, konnte es ehrlich gesagt gar nicht richtig realisieren. Ich sollte hier wirklich wegkommen?!
Mit einem guten aber auch etwas mulmigen Gefühl im Bauch machten wir uns auf den Weg. Hoffentlich sind die Leute nett und tun nicht nur so und sind am Ende ganz anders. Es öffnete ein sehr nett aussehnde, blonde Frau die Tür. Sie wirkte sehr jung, bestimmt so Ende dreißig. Also für jemanden, der eine Sechzehnjährige noch adoptiert, ist das wirklich jung, finde ich. "Hallo, ich bin Birgit, das ist mein Mann Sven" "Lena" wir gaben uns die Hände. Die waren mir echt total sympathisch. "Kommen Sie doch rein", bat uns der Mann, Sven. Herr Richter und ich folgten ihnen ins Wohnzimmer und setzten uns an den Tisch. Er war gedeckt und ein leckerer Schokokuchen stand auf dem Tisch. Wir redeten so über dies und das, hauptsächlich eben über mich, so die "Grundlagen" und alles. Dann führte mich Birgit durch das Haus. Es war groß und sehr modern. "Willst du auch das Zimmer sehn, in dem du wohnen würdest?" "Klar", antwortete ich. Wir gingen noch eine Treppe hoch. Dort waren zwie Türen, eine links und eine Rechts. Zu erst betraten wir das linke Zimmer. "So, das ist das zweite Badezimmer. Es wäre dann dein eigenes" Ich staunte nicht schlecht. "Ein EIGENES Badezimmer?!" "Ja, für den Raum hatten wir keine andere Verwendung und wie wir ja wissen, brauchen Frauen meistens etwas länger im Bad" Sie zwinkerte mir zu. Hier im Bad war ein Waschbecken, Dusche, Toilette und ein riesiger Spiegel mit ebenso riesiger Ablage, auf der man so viel abstellen kann, so viel besaß ich noch nicht mal. "Na komm, wir sehn uns mal das Zimmer an" Ich konnte wieder nur nicken. Aber "mein" Zimmer war noch viel besser: Parkettboden und orange-rote Vorhänge vor einer Fensterwand, die den Blick auf den eigenen Balkon freigab. Die Wand war ebenfalls in einem warmen Gelb-Orange gestrichen. Es stand schon ein Bett, ein Schreibtisch mit Computer, ein riesen Kleiderschrank und Spiegel, ein Regal mit Stereoanlage und Fernseher im Zimmer. Es war alles schon eingerichtet. Ich war mir klar, dass ich hier wohnen wollte, und das lag nicht daran, dass die Familie unverkennbar nicht wenig Geld hatte. Es lag an ihnen selbst. Sie waren so nett zu mir, hatten sogar schon ein Zimmer eingerichtet. Es schien so, als ob sie wirklich wollten, dass es mir gut geht.
"Ich will bei euch bleiben", sagte ich sofort als wir wieder im Wohnzimmer waren. Sven und Birgit lächelten mich wieder total nett an. "Wir werden sehn, wann es sich einrichten lässt", meinte Herr Richter. Wir verließen wieder das Haus. "Gut Lena, Ich werde mich dann bald bei dir melden." "Okay" Glücklich ging ich nach Hause, oder wohl besser mein altes zu Hause. Hoffentlich wollten sie mich immer noch adoptieren! Ich packte alle meine Sachen schon mal in eine Reisetasche, waren ja nicht sonderlich viele. Bei einem Blick auf die Uhr bemerkte ich, dass ich mich auf den Weg zu Bill machen sollte. Der wird Augen machen wenn ich ihn besuche...und erst Recht wenn ich ihm das mit der neuen Familie erzähle.

 

39.
Diesen Tag werde ich wohl niemals vergessen. Mein bis vor einem Jahr so schreckliches Leben schien sich wirklich zu bessern. Seit dem Bill da war ist alles viel besser, er hat es geschafft mich vom Ritzen wegzukriegen, mich von Herrn Weintz "befreit". Jetzt sollte ich sogar von meinen gewalttätigen Eltern wegkommen. Wie ich ihn doch liebte...
Fast hätte ich die Zughaltestelle verpasst. Ich schüttelte grinsend den Kopf über mich selbst. Ich stieg aus dem Zug in den lauen Sommerabend, holte einmal tief Luft und suchte dann den Busbahnhof. Nach kurzem Warten kam auch mein Bus, der mich dann direkt zum Hotel beförderte, das David mir gesagt hatte. Als ich dann aber vor dem Hotel stand fiel mir wieder ein, dass ich es ja noch vor mir hatte, Bill zu sagen, dass ich schwanger war. Ich atmete noch einmal tief ein und aus und betrat das Hotel, holte an der Rezeption einen Schlüssel für Bills Zimmer ab. David hatte ohne Bill bescheid zu sagen auf meinen Namen mitgebucht. Immerhin sollte es ja eine Überraschung werden. Ich fuhr hoch bis in den vierten Stock, ging bis Zimmer 408. Okay, jetzt gab es kein Zurück mehr. Früher oder später musste ich es ihm ja eh sagen. Mein Herz pochte. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals runter, als ich ganz leise den Schlüssel ins Schloss steckte und umdrehte. Er sollte mich ja noch nicht hören.  Ich öffnete die Tür. "Hey mein-" nur ein Bruchteil einer Sekunde reichte aus um zu erkennen, was Bill da tat- mit einem Groupie! "Schatz", sprach ich meinen Satz zu Ende. Bill schaute zu mir auf. Ich sah ihm in die Augen, konnte nichts mehr sagen. Meine Kehle war wie zugeschnürt, mein Mund ausgetrockent. Mein Kopf-totale Leere und tausend Gedanken zugleich. Tränen schossen mir in die Augen, es war als ob ein Schwert sich in mein Herz bohrt, schlimmer noch, als würde es rausgerissen. Bill sagte nichts. Gar nichts. Er starrte mich einfach nur an, ohne wirklichen Ausdruck in den Augen. Es war als ob dieser Moment eine Ewigkeit dauern würde. Immer noch stand ich vor dem Bett rum, dem Bett, in dem er es grade mit diesem Mädchen trieb. Die Tränen rannen mir nun wie in Strömen über die Wangen. "Bill-Schätzchen, wer ist das?", fragte das Mädel mit einem überflüssig angewiederten Blick auf mich. Am liebsten hätte ich ihr eine gescheuert, aber was sollte sie machen, sie war ja nicht Schuld. SIE wusste ja nicht, dass Bill vergeben war-jedenfalls bis grade eben. Er sagte wieder gar nichts. Dieser Feigling. Noch nicht mal vor einem Groupie in einer eindeutigen Situation konnte er zu mir stehn. Ich schüttelte den Kopf, mein Blick immer noch geradewegs in seine Augen gerichtet. "DAS ist seine EX Freundin!", sagte ich, drehte mich einfach um und rannte aus dem Zimmer. Ich konnte es nicht länger ertragen. Er hatte es wieder getan, und ich fragte mich, ob es das einzige Mal war. Was hat er wohl die ganzen Nächte in seinem Hotelzimmer getrieben, wenn er fest glaubte, dass ich nicht komme? Wie oft hat er mich belogen? Und ich, naiv und verliebt wie ich in ihn war und bin, habe ihm das mit Kim verziehn. Ich dachte echt, er tut es nie wieder... Das war das Letzte, was ich von ihm erwartet hätte. Meine zauberhafte Welt fing an zu bröckeln. Bill war doch alles für mich, der wichtigste Mensch in meinem Leben. Alles, wofür ich noch lebte, meine Rettung, mein Engel, mein Ein und Alles.
Nein!
Nein, das durfte nicht sein!
Ich rannte einfach aus dem Hotel, ohne nachzudenken. Obwohl ich den LKW kommen sah, rannte ich weiter, bis auf die Straße. Ein lautes Hupen von links, ich drehte mich um und im selbigen Augenblick wurden zwei grelle Lichter rasend schnell immer größer.
Reifen quietschen!
Lautes Hupen!
Ein Aufprall!
Ein Schrei!
Ich wusste nicht, ob er aus meinem Mund gekommen war.
Als wäre es ein Traum, nur viel weiter entfernt, sah ich lauter blaue Lichter, Stimmen, die sich hektisch unterhielten. Dann war alles schwarz. "Lena! Lena... Lena, bitte mach doch die Augen auf", hörte ich von fern eine Stimme. Und da- ich erblickte ein kleines Licht. Plötzlich sah ich die mir so vertrauten braunen Rehaugen, die nur einem Menschen gehören konnten direkt vor mir-Bills Augen. Doch wie von einer fremden Macht schlossen sich meine Augen.

 

40.
"Sie kommt zu sich", das war eine fremde Stimme. Vorsichtig blinzelte ich- es schien alles so hell. Und doch schaffte ich es, meine Augen komplett zu öffnen. Ich lag ganz unverkennbar im Krankenhaus. Eine Arzt und eine Schwester standen an meinem Bett, genau wie ein Ehepaar. Sie kamen mir irgendwie bekannt vor...Ach ja, das waren doch meine "neuen" Eltern Birgit und Sven. Sie lächelten mich lieb an. "Ihr Zustand ist stabil" Der Arzt und die Krankenschwester verließen das Zimmer, wollten wohl die familie ein wenig allein lassen. Sie traten näher an mein Bett ran. "Wie gehts dir?", fragte Birgit. "Es geht...was hab ich denn?" "Du wurdest vom LKW erwischt, direkt vor einem Hotel. Du hast wohl Glück gehabt, nur ein parr Prellungen, Schürfungen, Gehirnerschütterung und dein linkes Bein ist gebrochen", erklärte mir Sven. "Der Fahrer sagt, du wärst einfach auf die Straße gelaufen?!" Ich schaute beschämt auf den Boden. Jetzt machte ich schon wieder nur Mist, das fing aber gut an mit der neuen Familie. "Ja, bin ich auch, tut mir leid", antwortete ich leise. Aber sie waren gar nicht böse. "Etwa wegen dem jungen Herrn, der hier seit Stunden die Ärzte bequatscht, dass er zu dir darf?!", meinte Birgit nur mit einem leichten Lächeln. Woher konnte sie das denn wissen?
Moment mal- Bill ist draußen. Ich machte große Augen. "Bill wartet draußen?!" "Ja, er war schon an der Unfallstelle als wir ankamen, wollte mit im Krankenwagen fahren und er versucht die ganze Zeit zu dir zu dürfen, aber das ist nur Familienmitgliedern erlaubt..."
"Heißt dass etwa, dass..."
"Ja, du gehörst jetzt zu unserer Familie, deine Sachen sind schon alle bei uns"
Ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd, konnte das aber leider nicht so richtig zeigen, das mit Bill beschäftigte mich viel mehr. Erst betrügt er mich, ist zu feige mit mir zu sprechen, geschweige denn zuzugeben, dass ich seine Freundin war und dann spielt er den fürsorglichen Freund. Zum Glück haben sie ihn nicht zu mir gelassen. Seinetwegen hätte ich vielleicht sterben können...
Später am Nachmittag als meine Eltern weg waren kam noch mal der Arzt zu mir rein. Er erklärte, dass es da noch was gebe, das er nicht in Anwesenheit meiner Adoptieveltern besprechen wollte. Ich fragte mich, was er wohl meinte. "Ich weiß nicht, ob deine Adoptieveltern von deiner Schwangerschaft wussten...es tut mir wirklich sehr leid, aber, du hast das Kind verloren" "Was?!" Jedes Wort hallte einzeln in meinen Ohren wieder. "du hast das Kind verloren". Nein, nicht auch noch das...jetzt hatte ich alles verloren, alles. Unser Baby, unser Kind war tot. Nur wegen mir. Ich hatte es umgebracht. Wenn cih nich so dusselig auf der Straße rumgesprungen wäre, wär das alles nicht passiert. Tot. Genauso tot wie unsere Liebe...
Das mit Bill hatte wohl niemals sein sollen, irgendetwas brachte es immer dazu, dass ich mit ihm einfach nicht glücklich sein konnte, das war so ungerecht.
Aber eigentlich...war ich doch diejenige gewesen, die jetzt letztendlich Schluss gemacht hatte. Zu Recht, sagte mir mein Kopf- er hat dich betrogen, und nicht nur einmal. Er hat es nicht verdient, er hat dir wehgetan, sein versprechen nicht gehalten, deine Entscheidung war richtig.
Aber wenn sie doch richtig war, wieso gehts mir dann beschissen dabei? Ich liebte ihn ja so abgöttisch. Er hat so viel für dich getan, sagte mir mein Herz.
In meinem Wirr-Warr von Gefühlen fiel ich doch noch in einen unruhigen Schlaf.

 

Am nächsten Vormittag klopfte es an der Tür und plötzlich stand Bill im Zimmer.
"Lena es..."
"Tut mir leid, jaja ich weiß, es war nicht so, wie ich denke, bitte ich soll dir doch noch einmal verzeihn, du liebst mich doch ?! Bill, verschwinde!"
"Nein, lass es mich doch erklärn"
"Du hast mich gehört....geh!", versuchte ich noch ruhig zu bleiben. Doch anstatt zu gehen näherte er sich meinem Bett.
"Bitte" er beugte sich zu mir runter. Ich wollte ihn wegdrücken, doch er nahm meine Hände und rückte sie zurück aufs Bett, er war einfach stärker als ich. Und dann legte er seine Lippen zart auf meine. Da waren sie wie immer- die Schmetterlinge in meinem Bauch, dieses heftige Kribbeln. "Ich liebe dich doch", sagte er. Doch ich konnte seinen Augen einfach nicht traun. "Spiel nicht mit mir", flüsterte ich. Aber er überhörte meine Bitte einfach, stattdessen küsste er mich wieder. Wieder einmal ließ ich mich von meinen Gefühlen leiten, ließ den Kuss zu, erwiederte ihn sogar. Lass das, es ist aus, er ist ein Arschloch-aber das ist doch genau das, was ich will-nein, hör verdammt noch mal auf, sonst wird es nie ein Ende haben und er wird dir weiter wehtun-ich will das nicht alles aufgeben! Stritt ich mich innerlich mit mir selbst. Nein, nein, nein. Schließlich drehte ich meinen Kopf zur Seite. Mein Verstand hatte gesiegt. "Geh, ich will dich nie wieder sehn!", sagte ich laut und deutlich. Er rührte sich kein Stück. Ich drehte meinen Kopf in die andere Richtung und sah ihn an. "Hast du mich nicht verstanden?! Verschwinde, ich hasse dich!", schrie ich, mal wieder ohne über meine Worte vorher nachzudenken.
Er drehte sich um und ging-für immer.

 

(Amn. das Letzte, was ich sah, war, wie der heißeste Arsch, den die Welt jeh gesehn hat, davonwackelte xD Nene, das gehört nich hier rein. Ich war nur grad mal wieder am spinnen^^)

 

 

41.
 Die restliche Woche musste ich noch im Krankenhaus bleiben, am Wochenende wurde ich dann entlassen und durfte nach Hause-in mein neues zu Hause. Sven und Birgit holten mich ab. Jeden Tag hatten sie mich besucht, sich ganz lieb um mich gekümmert und dafür war ich ihnen sehr dankbar. So lenkten sie mich wenigstens tagsüber ab. Aber sobald sie weg waren und ich allein in meinem Zimmer war, war ich todunglücklich. Ich konnte es einfach immer noch nicht fassen, dass alles vorbei war. Langsam fing ich an, daran zu zweifeln ob Bills Liebe wohl echt gewesen war, oder ob ich nicht immer nur ein Zeitvertreib war, und er nur mal seine Grenzen austesten wollte. Wie oft er mich betrügen kann, wie weit er gehen kann und ob ich so naiv bin und ihm immer wieder verzeihe. Bei diesem Gedanken wurde ich wütend. Wütend auf Bill, wie man nur so gemein sein kann, und kurz darauf wütend auf mich, wie ich nur sowas von ihm denken kann.
Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er die ganze Zeit nur mit mir gespielt hatte. Aber ich konnte es genauso wenig nachvollziehen, warum er mich betrogen hatte. Vor allem, weil es ja nicht das erste Mal war. Ich hab ihn niemlas belogen, niemals...
Jedesmal bemitleidete ich mich selbst, auch wenn es nun wirklich nichts brachte. Im Gegenteil, durch mein ganzes Kopfzerbrechen und Nachdenken versank ich nur immer noch tiefer in einem Loch aus Trauer.
...Egal, was man glaubt, wie gut man jemanden kennt, im Grunde weiß man doch gar nichts über ihn. Was Bill machte ergab für mich einfach keinen Sinn. Ich hatte ihn von so einer liebevollen Seite kennengelernt, so zuvorkommend und verständnisvoll. Und jetzt? Jetzt war er plötzlich total anders gewesen...

 

Ich richtete mich in meinem neuen Zimmer erst mal ein, verstaute alles in den Schränken und machte mich näher mit dem Haus vertraut. Dann machte ich es mir im Bett gemütlich und rief Alina an. Ich erzählte ihr, dass ich jetzt in einer neuen Familie wohnte und wie toll es hier war. "Achso... Das is ja toll! Wir ham uns schon gefragt, wo du die ganze Woche warst-und uns echt Sorgen gemacht. Und erreichen konnten wir dich ja auch nicht, ist ja auch logisch, wenn du nicht mehr da wohnst... Aber erzähl doch mal, was hat Bill gesagt?" ich schluckte und schwieg erst mal. Ich hatte gewusst, dass diese Frage kommen würde, war ja klar. Aber genau deswegen hatte ich auch Alina angerufen, Laura war ja immer so ein bisschen skeptisch gewesen. Ich erinnerte mich daran, wie sie zu mir meinte: " Pass blos auf, dass du dir an dem nicht die Finger verbrennst" "Ich weiß, was ich tue und ich liebe ihn, Bill ist das Beste, was mir passieren konnte", hatte ich geantwortet. Und ich wollte mir nicht die ganze Zeit anhören müssen, dass es ja meine Schuld war, immerhin hatte sie mich immer gewarnt, bla, bla, bla. Auch wenn ich wusste, dass sie Recht hatte, aber Kritik brauchte ich in dieser Situation schon mal gar nicht.
A: "Lena? Bist du noch da?"
I: "Ähh...ja klar, sorry ich war grade in Gedanken"
A: "Ich habs gemerkt...jetzt sag mal"
I: "Er hat dazu gar nichst gesagt!"
A: "Wie? Einfach nix? Hä? Check ich nich..."
I: "Er weiß es gar nicht..."
A :"Wieso? Hast du dich doch nicht getraut? Oder..wart ihr zu beschäftigt", meinte sie mit ineem so fetten Grinsen, dass ich es durchs Telefon hören konnte, dass sie grinste.
I: "Nein, keins von beiden...also sagen wir mal so: Er war ziemlich beschäftigt"
A: "Hatte er mal wieder so viel zu tun?"
I: "Nein..."
A: "Was denn dann? jetzt sgas doch endlich, ich versteh grad gar nix mehr"
I: "Er war beschäftigt, als ich ins Zimmer kam. Und zwar mit einem Fan im Bett"
Stille.
A: "Bitte WAS?????!!!!"
I: "Ja, du hast schon richtig gehört...Er hat mich wieder betrogen. Ich hab Schluss gemacht"
Ich erzählte ihr noch von dem Unfall und dass ich deswegen die ganze Woche im Krankenhaus lag und dass ich mein Baby verloren hatte und wie Bill im Krankenhaus gewesen war.
A: "Also...wenn du meine Meinung hören willst: Das was du gemacht hast war genau richtig! Er hat dich nicht verdient, wenn er dir nicht mal treu sein kannst. Er hatte schon echt Glück, dass du ihm das mit Kim verzeihn hast, aber so dumm zu sein, und es dann wieder zu tun...ist er selbst Schuld. Ob er dich nun liebt oder nicht. Ich glaube, wenn man wirklich liebt, kann man auch treu sein..."
Wie Recht sie doch hatte. Aber...
I: "Aber ich brauch ihn, ich kann nich ohne Bill", schluchzte ich ins Telefon. "Lena...", sagte sie sanft , "Ich weiß, das ist unglaublich schwer jetzt für dich, aber wenn du doch wieder zu ihm zurückgehst und er dich wieder betrügt...er denkt doch, er könnte alles mit dir machen, so wirst du nur noch mehr abhängig und das darf nicht passieren. Du siehst doch, du bist jetzt schon von ihm abhängig. Du musst ihn vergessen. Den ersten Schritt hast du ja schon gemacht...es kann nur noch besser werden... und du weißt ja, ich bin immer für dich da...und Laura auch." "Danke"

 

42.
~~~~~~~~~3 Monate später~~~~~~~~~
Nach einem wunderschönen Urlaub in Spanien mit meinen "neuen" Eltern und drei restlichen lustigen Ferienwochen, in denen ich oft mit Laura und Alina unterwegs war, konnte das nächste Schuljahr kommen. Nicht, dass ich mich darauf freute, die Ferien hätten ruhig noch ein paar Wochen gehn können, aber naja, ein ganz klein wenig vermisste ich die Schule dann doch, aber nur ein gaaaanz kleines Bisschen und das würde ich auch niemals zugeben. Und erholt hatte ich mich ja gut genug. Außerdem ist Arbeit ja bekannter Weise die beste Methode um sich abzulenken. Denn auch wenn man es mir aüßerlich nicht ansah, ich war immer noch zutiefst verletzt. Bill hat mir das Herz rausgerissen, und trotzdem liebte ich ihn immer noch so sehr wie bei unserem ersten Kuss. Manchmal zweifelte ich auch daran, ob es richtig war, ihn aus dem Krankenzimmer zu schmeißen. Eigentlich wollte ich ja nichts anderes als mit ihm zusammen zu sein, aber ich konnte ihm einfach nicht mehr vertraun-irgendwie verständlich. Und ich glaube, selbst wenn wir wirder zusammen wären, würde es mich immer, bei jeder Berührung wieder daran erinnern, was er getan hat. Ich weiß nicht, ob ich sowas könnte und wieder ien normale Beziehung führen.
Was ich aber wirklich bereute, waren meine letzten Worte, die ich zu ihm gesagt -naja wohl eher geschrien^^- hatte. "Ich hasse dich!" Denn das war doch lales andere als richtig. Na gut, ich kann ihn auch nicht rausschmeißen, ihm sagen, dass ich ihn nie wieder sehn will und ihm dann "Ich liebe dich!" hinterher schrein. Was wär das denn? Tzz...ich komm manchmal auf Gedanken...
"Lena - mach du das doch mal bitte!" Hä? Was is los? "Geh schon...", flüsterte Alina mir zu. "Was?" "Du sollst die Aufgabe vorrechnen...wo wrast du nur wieder?!" Ou scheiße. Egal, ich tat einfach total wissend, stand auf und ging zur Tafel, kritzelte irgendwas an. Hallo? Was wollte die dumme Pute eigentlich?! Hehe, die Aufageb war voll leicht. Zum Missfallen meiner Lehrerin hatte ich alles richtig gemacht. Triumphierend kucke ich sie an und stolzierte zurück zu meinem Platz. Hahaaaaaaa!
In der nächsten Stunde hatten wir Deutsch. Wie gewohnt langweilig leider bei Frau Buchgeister Reimann. So ein Pech, dass ich sie jetzt in der Oberstufe wiederhabe. Immerhin war ich ja jetzt in der elften, schön gewählte Kurse und wer kriegt die beschissenste Lehrerin wieder? Ich natürlich. Am Ende der Stunde meinte sie, wir wollten gleich alle in die Aula kommen, dort wär eine Infoveranstaltung für die Jochgrimmfahrt. Ach jaaa, genau, daran hatte ich ja gar nicht mehr gedacht. Wir sollten im Herbst auf Skifreizeit fahren. An unserer Schule war das Tradition. Immer im Herbst/Winter fuhr die Jahrgangsstufe dorthin, 10 Tage lang. Das wird bestimmt toll, jedenfalls dem zu beurteilen nach, was die letzten Jahrgänge erzählt haben. Meine Laune hob sich augenblicklich und ich freute mich jetzt schon richtig. Und da ich seit Sommer in so einer super Familie lebte, würde ich bestimm auch keine Probleme damit haben, ausreichend Ausrüstung etc. zu besorgen. Laura, Alina und ich machten uns also auf den Weg in die Aula. Bei der Verteilung der Klassenverbände (in der 11 werden die Klassen aufgelöst und in Klassenverbände aufgetzeilt, die alle Hauptfächer quasi wie eine Klasse zusammen haben, aber alle anderen Kurse individuell gewählt werden) Hatten wir drei das Glück gehabt und waren zusammen geblieben.
In der Aula kam natürlich das übliche Blabla über Hausregeln, Abfahrtstermine usw. Alkoholverbot (Dass ich nicht lache, mindestens jeder Zweite nimmt eh was mit). Die Zimmeraufteilung war dann schon interessanter: für Mödchen sollte es Dreier-Vierer-und Sechserzimmer geben. Es war klar, dass wir drie natürlcih ein Dreierzimmer nehmen.
Am Nachmittag entschied Brigit, dass es wohl höchste Zeit wäre, Skiklamotten einzukaufen. Also tuckerten wir in die Stadt. Nach sechs Stunden kam ich dann glücklich und mit Skijacke, -Hose, -Unterwäsche, so wie vielen Warmen Pullis, Skisocken und hasse nich geshen alles nach Hause. Jochgrimm, ich komme!

 

43.
Am nächsten Montag sollte mich dann der Schock meines Lebens treffen. Nichts ahnend und gut gelaunt kam ich zur dritten Stunde zur Schule. Hach, diese Oberstufe hatte was, schöne Freistunden und unregelmäßige Zeiten...gut, dafür musste ich Donnerstags zur Nullten kommen. Aber was solls. Jedenfalls ging ich grade zu Philosophie, als zwei mir sehr bekannte Personen vor dem Raum warteten. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf! Das waren doch wohl nicht etwa...?! "Bill!" Doch, sie waren es. Eine kleine Fünftklässlerin rannte in seine Richtung, laberte ihn ganz hektisch zu und ließ sich seine Unterschrift auf irgendeinen Fetzen Papier kritzeln. Was fiel diesem Dreckskerl ein, hier einfach aufzutauchen?! Einfach so in mein mittlerweile normales Leben zu treten, mich wieder an alles zu erinnern. Und auch noch genau vor dem selben Raum zu warten, in den auch ich reinmusste. Mit jedem Schritt, den ich näher zur Tür kam, wurde meine Laune schlechter. Hallo? Was in aller Welt macht der hier? Ich wollte ihn nicht sehn. Ich wollte ihn nie wieder sehn, aber meine Wünsche wurden mal wieder nicht erhört. Und doch fing mein Herz ebenso mit jedem Schritt auf Bill und Tom zu an, wilder zu schlagen. So ne Scheiße, im Philosophiekurs waren weder Alina noch Laura, ich war ihm ganz allein ausgeliefert. Noch hatte mich Bill wohl nicht gesehn, kein Wunder, er war ja mit zugelabert werden und Autogrammkritzeln beschäftigt ^^. Nein! Nein! Nein! Er konnte einfach nicht hier sein, das war nicht normal, damit hätte ich niemals gerechnet, das ging einfach nicht. Doh so sehr ich mich dagegen sträubte, es machte nicht einfach in einer kleinen rosa  Wolke "Puff" und es war kein Bill mehr da. Ich wusste gar nicht, was ich tun sollte, sollte ich zu ihm hingehn, einfach Hallo sagen und so tun, als wäre nie was zwischen uns gewesen? Sollte ich ihn ignorieren? Oder ihn scheiße anmachen? Ich war so verwirrt. Man, wo war Alina? Ohhh Scheiße!
Okay okay, durchatmen! Ich entschloss mich, zu Tom zu gehn und wenigstens ihn zu begrüßen, immerhin war er ja auch immer ein Freund von mir gewesen, was nicht zuletzt an Bill lag aber... er war ein Freund und ich konnte ihn nicht wegen Bill ignoriern. Ich straffte meine Schultern, meine Schritte wurden schneller und kontrollierter und ich ging geradewegs auf Tom zu. Ich weiß nicht, ob Bill mich ankuckte, ich jedenfalls wich seinem womöglichen Blick von vornherein aus. "Hey Tom", sagte ich freundlich und umarmte ihn. "Was macht ihr hier? keine Lust mehr auf Rumgekreische und Konzerte?" "Nene, Lust schon aber...naja, unsere Karriere-" "Schönen guten Tag auch, Lena!", warf Bill trotzig dazwischen. Okay, jetzt hatte ich keine andere Wahl mehr, ich musste ihn ansehen, musste mich ihm stellen. Ich war gezwungen ihm in die Augen zu sehn. Die Augen, in denen ich so oft versunken war, die Augen, mit denen er mich einfach nur angestarrt hatte, als ich ihn mit diesem Mädchen im Bett erwischt habe. Am liebsten wäre ich weggerannt. Aber ich konnte nicht, und ich würde es auch ganz sicher nicht tun. Ich sah ihn an und sagte kühl: "Unterbrich mich nicht, ich rede grade mit Tom, falls du es nicht bemerkt hast" und wendete mich wieder dem zu. Tom kuckte mich mit großen Augen an, keine Ahnung, was er grade dachte. Welche Reaktion Bill zeigte, wusste ich nicht, ich beachtete ihn ja nicht weiter. "Wie gesagt, also... es läuft nicht mehr ganz so gut, wie vor einem halben Jahr. Wir haben wieder Zeit zur Schule zu gehen...", fuhr Tom fort. Und ich glaube, es war ihm ein bisschen unangenehm, so was zu sagen. Klar, is schon scheiße, wenn das Geschäft nicht mehr ganz nach den Vorstellungen läuft, aber was sollte man machen. Da kam auch schon Frau Schumann (Die Olle^^), wir konnten in den Raum. Gut, meine Flucht vor Bill. Ehrlich gesagt, hätte ich auch nicht gewusst, was ich jetzt noch hätte sagen sollen. Also flüchtete ich auf meinen Platz. "Wie ihr ganz unverkennbar sehen könnt,  haben wir Zuwachs bekommen. Bill und Tom, herzlich willkommen zurück auf dem Boden der Realität" Ach du Scheiße, den Spruch hätte sie sich auch kneifen. Ich wusste schon, warum ich die nicht leiden konnte.
Die ganze Stunde lang bemerkte ich, wie Bill mich beobachtete. Ich konnte ihn nicht sehen, er saß hinter mir, aber ich spürte seine Blicke.  Es war wie die reinste Folter. Nach endlos und qualvollen 45 Minuten dongte es. Ich glaube, ich war noch nie schneller aus einem Klassenraum raus als gerade eben. So schnell ich konnte entfernte ich mich auch von diesem, ich hatte echt das Gefühl vor Bill zu flüchten. Erst als ich auf dem Hof war und schon Alina sah, ging ich in einer relativ normalen Geschwindigkeit. "Boah, was fällt dem eigentlich ein. Der kann doch nich einfach kommn und alles durcheinander bringen. Man, ich hasse ihn!"
A:"Wen?"
I:"Na Bill, wen sonst?!"
A: "Was? Er ist wieder da?"
I: "Ja, verdammt nochmal, er ist bei mir in Philo!"
A: "Ach du scheiße....nein"
I: "Doch!" Ich erzählte ihr, was kurz vor der Stunde gelaufen war. "Man, was soll ich denn jetzt machen?"
A: "Weiß ich auch nich....ich glaub, das musst du ganz alleine entscheiden" Na super... Als sie meinen enttäuschten Blick sah, fügte sie noch hinzu: "Vielleicht könntest du erst mal drauf achten, wie er sich verhält und...jenachdem, vielleicht auch mit ihm reden, dass ihr gemeinsam klärt, wies jetzt weitergehn soll. Weil... er ist eben wieder hier und du kannst jetzt nicht ewig vor ihm weglaufen" "Hmm..."
Das war ein guter Vorschlag. Weglaufen konnte ich wirklich nicht. Denn wie sich später herausstellte, waren Bill und Tom zu allem Überfluss bei mir im Klassenverband. Na dann Prost Mahlzeit !

 

 

 

44.
Am nächsten Morgen hatten wir erstmal Doppelstunde Mathe. Das heißt, im Klassenverband mit Bill und Tom. Na super. Meine Laune war schon beim Aufstehen schlecht. Und wenn ich sage schlecht, dann mein ich auch schlecht. Natürlich wollte mir mal wieder nichts gelingen. Als ich duschen wollte, kam nur kaltes Wasser, Gott weiß, warum. Ich fror mir erst mal den Arsch ab, dann war auch noch die Bodylotion fast leer, so dass es mich den ganzen Tag kratzen würde, weil ich so trockene Haut habe. Und die Haare wollten auch nicht liegen. Typisch eben, wenn man schon schlecht drauf ist, sieht man alle Dinge schlecht und nichts funktioniert. "Na, was ist dir denn für ne Laus über die Leber gelaufen?", fragte Birgit mich beim Frühstück. "Bill", antwortete ich nur und ließ mich auf den Stuhl fallen. Ich hatte ihr von Bill und mir erzählt. Jedenfalls so das Gröbste. Natürlich nicht, dass ich mich geritzt hatte und Bill mich davon abgebracht hatte, und dass ich schwanger gewesen war, hatte ich ihr auch verschwiegen. Aber sie musste ja nich alles wissen und sollte schon mal gar nicht auf den Gedanken kommen, dass ich ein psychisch gestörtes Kind war. "Wie? Was hat er denn jetzt schon wieder gemacht? Hat er sich bei dir gemeldet? Oder irgendwas rumerzählt?" "Nein schlimmer, er ist wieder bei mir auf der Schule. Natürlich in meinem Klassenverband und in Philosophie ist er auch. Total toll... kannst dir ja denken, wie ich mich gestern dadrüber gefreut habe...", sagte ich in grimmig-ironischem Tonfall. "Oh...hm... Komm, jetzt reg dich nicht so drüber auf. Mach deine Laune nicht so von ihm abhängig, du kannst es ja eh nicht ändern, dass er da ist" "Hmm, ja leider..."
Ich stieg in den Bus, zwei Haltestellen später als dort, wo ich früher immer eingestiegen war. Und wer saß drin? Dreimal dürft ihr raten- Richtig! Bill. Klasse. Man, ich wollte ihn nicht mehr sehn, ich wollte nicht in seiner Nähe sein und immer daran erinnert werden, was für schöne Momente wir zusammen erlebt haben. Um dann wieder diesen Schmerz zu spüren. Den Schmerz, als er mein Vertrauen gebrochen hat. Man, jetzt dachte ich da schon wieder dran. Und das war allein Bills Schuld. Schließlich erinnerte er mich da immer dran, wenn ich ihn sehen musste. Und doch fühlte ich mich zu ihm hingezogen. Ich wollte ihm nahe sein, und dass einfach alles so war wie früher. Ach, warum muss mein Leben nur immer so kompliziert sein?
Als ich durch den Gang ging, trafen sich kurz unsere Blicke. Schnell schaute ich wieder weg, merkte aber, wie er mich weiter beobachtete. Man, musst du mich denn so quälen? Wahrscheinlich wusste er ganz genau, dass sich an meinen Gefühlen für ihn rein gar nichts geändert hatte. Ich blieb in gebührendem Abstand zu den Kaulitz-Zwillingen stehen und hielt mich an der Stange fest. Leider waren meist kaum noch Sitzplätze frei wenn ich einstieg. Gut, auf der anderen Seite des Ganges, neben Bill und Tom wäre noch was frei gewesen, aber DA setzte ICH mich ganz bestimmt nicht hin. An der Schule angekommen sorgte ich dafür, möglichste schnell auszusteigen und ging schnellen Schrittes auf Laura und Alina zu. "Mein Gott, ich halts nich aus, den jeden Tag zu sehn.", waren meine ersten Worte. "Einen wunderschönen guten Morgen erstmal, junge Dame", war Lauras Kommentar. Grrr die konnte mich mal mit ihrem "wunderschönen" Morgen. Ach, sie meint's doch nich böse. Ich war eben einfach ein wenig gereizt.
In der Fünf-Minuten-Pause zwischen den zwei Mathestunden (*kotz*) starrte mich Bill schon wieder die ganze Zeit an, ich fühlte mich langsam echt belästigt. Der sollte mich einfach in Ruhe lassen. In der zweiten Mathestunde flog dann plötzlich ein Zettel aus Richtung Bill zu mir. Ich faltete ihn auf. "Bitte lass uns gleich mal in der Pause reden. Bill" Ja sicher, ich will aber nicht mit dir reden. Es gibt einfach nichts mehr zu reden, auch wenn es wehtut, aber es ist nunmal vorbei. Ich träumte mal wieder vor mich hin, wurde aber diesmal glücklicherweise nicht eriwscht udn musste irgendeine Aufgabe vorrechnen.
Dann schellte es zu Pause. Schnell packte ich mein sieben Sachen zusammen, immer wohl bedacht, vor Bill zu fliehen, da ich nicht mit ihm reden wollte. Ich war gerade dabei aus der Tür zu gehen, als ich ein "Lena, warte!" Hinter mir hörte. Ich tat als hätte ich es überhört und ging schnell raus. Aber Bill war schneller. Er packte mich an den Schultern und drehte mich zu sich rum. Ich kuckte geradewegs an ihm vorbei. "Jetzt hör mir doch mal bitte zu" Ich wagte es nun doch, ihm in die Augen zu sehn. Und was ich sah erschreckte mich. Seine Augen zeigten Schmerz, und glitzerten seltsam, fast, als würde er gleich weinen. Er nahm meine Hände. Guter Schauspieler. "Es gibt nichts mehr zu reden, Bill. Dein Verhalten hat es lang genug gezeigt", sagte ich kühl. "Bitte", flehte er mich an. "Nein!" ich riss mich von ihm los und ging schnell weg. Das dachte er sich wohl so. Einmal rumflennen und schon hat er mich wieder. Fast hätte er's auch geschafft, aber ich konnte und wollte mich nicht mehr auf ihn einlassen. Er wird mich früher oder später doch wieder nur verletzen, und vertrauen konnte ich ihm schon lange nicht mehr. Und ich war mir einfach auch zu stolz dafür. Zu stolz, wieder auf jemanden reinzufallen, der den Glauben haben muss, mit mir machen zu können, was immer er will. Zu stolz dafür, ihm eine dritte Chance zu geben, wo er doch auf mich und meine Gefühle geschissen hat, als er das Mädel geknallt hat. Früher hätte ich diesen Stolz nicht besessen, nein, früher war ich klein und hab mich an allem festgehalten, was ich hatte. Bill war damals der einzige Funke Licht. Aber jetzt war alles anders und er selbst hatte mich zu diesem Menschen mit Stolz und Selbstbewusstsein gemacht. Tja, selbst Schuld.
Nach der Pause sollten wir wieder in die Aula, eine weitere Info zur Skifreizeit. Wie ich leider feststellen musste, waren Bill und Tom auch da, was stark darauf hindeutete, dass sie mitfahren würden. Wie war das doch gleich? Jochgrimm wird super?! Ich fing leicht an, daran zu zweifeln. Es gab wieder das übliche Blabla, einige wichtige Informationen und so weiter. DOch plötzlich stand Bill auf, ging nach vorne zu der Lehrerin und redete mit ihr. Er nahm das Mikrofon, durch das sie die ganze Zeit gesprochen hatte. Omg was hat der denn jetzt vor? Will er ein Privatkonzert für uns alle geben? Ne, danke. "Tut mir leid, wenn ich das auf diesem Weg machen muss, aber anders hörst du mir ja nicht zu", fing er an zu reden und kuckte mich an. Einige taten es ihm gleich, drehten sich zu mir um und glotzten mich an. Oh nein! Mein Herz hämmerte gegen den Brustkorb. Ich wagte mir nicht vorzustellen, was er jetzt vorhatte zu sagen. Mir war das extrem peinlich, vor der kompletten Stufe. "Ich will nur...Man, es tut mir doch so unendlich leid! Das ist alles so dumm gelaufen. Abr ich wollte das doch nicht, und ich wollte dich nicht verletzten und auch nicht, dass du vors Auto läufst!" Ja vielen Dank auch, erzähl es erst mal rum, was passiert ist. In der ganzen Aula war es mucksmäuschenstill, alle hörten Bill zu oder glotzten mich an, oder beides gleichzeitig. Das war echt ne bescheuerte Aktion, es ging echt absolut NIEMANDEN was an. "Bitte Lena, gib mir noch eine Chance! Ich liebe dich doch!" Ich musste schlucken, und spürte, wie meine Augen feucht wurden. In meinem Kopf drehte sich alles. Nein. Nein, das konnte er nicht ernst meinen. Irgendwas stimmte daran nicht. Oh nein, alle starrten mich an, die erwarteten wohl eine Reaktion von mir. Man, die sollten sich da einfach raushalten. Auch Bill sah mich erwartungsvoll an. "Was kuckt ihr denn alle so dumm? Das geht euch gar nichts an, ja?!". Klang vielleicht etwas sehr aggressiv, aber ist doch wahr. Also fuhr Frau Ruhfus fort.
Später auf dem Pausenhof ging ich sauer zu Bill. "Sag mal, was fällt dir eigentlich ein? Du...du kannst doch nicht einfach herkommen und alles durcheinander bringen. Und auch noch vor über hundert Leuten sagen, du würdest mich lieben. Mich so bloßzustellen..."
B: "Ich habs doch nur gut gemeint, ich liebe dich wirklich. Ich habe dich immer geliebt und ich werde dich immer lieben. Bitte verzeih mir"
I: "Ja sicher. Natürlich, du hast mich auch geliebt als diese GROUPIES GEPOPPT HAST!"
B: "Ich hatte viel getrunken und du hast mir gefehlt. Ich brauchte einfach körperliche Nähe"
I: " Ich nich oder was?! Denks du etwa ICH hab mir jeden zweitbesten geschnappt, nur weil ich mich mal einsam gefühlt hab?! NEIN! Also stell dich mal nicht so an"
B: "Rückgängig machen kann ichs nicht mehr, auch wenn ich es will."
I: "Genau, es ist einfach zu spät. Ich kann dir nicht mehr vertraun, du hast mich einfach viel zu oft verletzt. Bill, es ist vorbei. Und selbst wenn ich dir eine Chance geben würde, das würde es auch nicht bringen, ich liebe dich nicht mehr. Finde dich damit ab", ich drehte mich um und ging wieder.
Oh man, warum laberte ich nur manchmal so ne Scheiße. Es stimmte ja gar nicht, ich liebte ihn, und wie. Aber ich war mir so sicher, dass unsere Liebe sowieso keine Chance mehr hatte. Und er liebte mich doch auch nicht, ich glaubte es ihm einfach nicht. Aber jetzt wird er mich bestimmt endlich in Ruhe lassen. Es heißt doch die Zeit heilt alle Wunden, irgendwann werde ich ihn vergessen können.
Als ich nach Hause kam, fiel ich sofort aufs Bett und fing an zu weinen. Es hatte mich einfach zu sehr überfordert, nochmal mit all dem konfrontiert zu werden.
45.
Ich weiß nicht, wie lange ich da so gelegen hatte. Ich musste wohl auch eingeschlafen sein, denn ich wachte auf, als es schon dunkel war. Ich knipste das Licht an und schuate auf den Wecker: 19:10 Uhr. Bahhhhhh, ich hatte den ganzen Nachmittag geschlafen, und jetzt musste ich auch noch anfangen Hausaufgaben zu machen. Oh neee, da hatt ich jetzt ja mal überhaupt keine Lust zu. Ich wälzte mich erstmal aus dem Bett, als ich dann in den Spiegel sah, erschrak ich. Ach du meine Güte, ich sah echt schrecklich aus. Total rote und verquollene Augen, verwuschelte Haare. Yeah, vielleicht sollte ich mal drüber nachdenken, bei ner Miss-Wahl mitzumachen, kommt bestimmt gut an ^^. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch (ohhh ja, ihr werdets nich glauben, aber hier besitze ich sogar einen Schriebtsich, nicht so wie früher^^) und versuchte, Mathe zu machen. Aber ich konnte nich einfach nicht konzentrieren. Musste die ganze Zeit an vorhin denken. Irgendwie war die ganze Situation komisch gewesen... Gut, vielleicht hab ich ein bisschen zu hysterisch reagiert aber naja...es hat mich einfach aufgeregt, weil es nun wirklich keinen was anging, was zwischen Bill und mir gelaufen ist und dann muss man es nicht in der Aula rumposaunen. Und dann auch noch sagen, er würde mich lieben. Ich glaubte ihm das einfach nicht, auch wenn cih es gern glauben würde. Aber: Wenn man jemanden wirklich liebt, dann betrügt man den doch nicht, schon mal gar nicht mehrere Male. Das ist meine Einstellung dazu. Einmal konnte ich ihm verzeihn, aber mehr auch nicht. Genau, ich hatte vorhin gesagt: Du hast mich auch geliebt, als du diese Groupies gepoppt hast! Ich hatte ihn doch nur mit einer erwischt. Aber er hat nichts davon gesagt, dass es nur eine war, das hieß dann wohl, dass es nicht das einzige Mal war. Na super, tolle Erkenntnis, Lena. Ist ja mal richtig aufbauend. Ich zwang mich, diese scheiß Hausaufgaben noch fertig zu machen, obwohl da nichts Vernünftiges bei rauskam, aber was solls....
Als ich dann endlich fertig war, verriet mir ein Blick auf die Uhr, dass es schon nach zwölf war. Ich ging noch schnell ins Bad um mich fertig zu machen. Da sah ich das Blitzen der spitzen Nagelschere. Irgendwie glitzerte die Spitze sehr verlockend... Schneller als ich denken konnte hatte ich sie schon in der Hand und führte sie zu meinem Arm. "Verdammt!", fluchte ich und schleuderte das Teil in die Ecke. Nein! Nein, du fängst damit jetzt nicht wieder an! Nicht wegen Bill, er ist es nicht wert. Niemand ist es wert...
Ich schämte mich total. Ich dachte eigentlich, dass ich diese Sucht besiegt hätte...habe ich doch eigentlich auch... Aber ich wusste nicht, wie ich mit dieser Situation fertig werden sollte...

46.
Einen Monat später war es dann soweit. Mit gepackten Koffern machten wir uns auf den Weg zur Schule. Von da aus wollten wir mit dem Bus losfahren. Ich war schon total aufegregt und freute mich richtig. Laura, Alina und ich wollten extra schon etwas früher kommen, später in dem Gewusel würden wir uns sonst bestimmt nicht wiederfinden. So nach und nach füllte sich der Parkplatz und mittlerweile müssten alle da sein. Dann mussten wir alle unsere Koffer in einer Ecke des Parkaplatzes sammeln. Sobald die Busse da waren, wurden die klassenverbände darauf aufgeteilt. 1 und 2 sollten im ersten Bus fahren, 3-5 im großen Doppeldeckerbus^^. Wir waren Klassenvervand 5. Alle Koffer sollten in den entsprechenden Bus geladen werden, dann mussten wir die Skisachen aus dem Skikeller holen. Jaha, unsere Schule hatte einen Skikeller, wo alle Leihski und Skischuhe und so weiter drin aufbewahrt werden. Die meisten hatten eigentlich die Sachen von der Schule ausgeliehn, fast niemand brachte eigenes Material mit. Nach kurzem Verabschieden durften wir dann auch - endlich - einsteigen. Wir wollten alle zusammen auf der hintersten Bank sitzen. Immerhin kann man ja schlecht zu dritt auf zwei Plätzen sitzen, also war das die beste Lösung. Und da wir sowieso mehr Plätze als Schüler hatten, konnten die übrigen zwei ruhig frei bleiben. Laura hatte mir hoch und heilig versprochen, sie würde die Rückbank "klarmachen", wäre wohl kein Thema. Na gut...Also konnte ich beruhigt einsteigen. Mein Gott, was mussten die denn alle so drängeln? Hinterher hat doch jeder nen Platz, das bringt doch alles nichts. Ich ging also zielstrebig nach hinten, wo sich mir ein zugegebener Maßen lustiges Bild präsentierte. Auf den beiden rechten der fünf Plätze saßen Bill und Tom, auf den linken Laura und Alina, der mittlere war frei. Alle vier mit verschränkten Armen und schmollten. "Ach, ich dachte, du woltest die fünferbank "klarmachen", wie du so schön gesagt hast, Laura" "Hätte ich ja auch, wenn die zwei Assis da nicht dagewesen wären", zickte sie zurück. "Tja Pech, wir wolln hier eben sitzen", meckerte Tom. Uiiii ne ganz schöne Zicke kann der sein.. ^^ "WIR waren aber zu ERST hier" "Ihr könnt doch nicht zu dritt fünf Plätze besetzten", war Toms Argument. "jungs, setzt euch doch einfach eine Reihe hier vor, es sind genügend Plätze für alle da. Außerdem...sind wir in der Überzahl", sagte ich ruhig aber dennoch mit einem fiesen Grinsen. Tom: "Nö! Wir gehn hier nich weg!" Laura: "WIR ganz sicher auch nicht!" Beide schauten demonstrativ in die entgegengesetzte Richtung des anderen und schmolten weiter. Meine Güte...Ich ließ mich einfach auf den letzten freien Platz in der Mitt fallen, steckte die Stöpsel meiens Mp3-Players in die Ohren und schloss die Augen. Ca eine Stunde lang ging das auch gut, ich war am dösen, als Laura mich mit einem "Sag doch auch mal was dazu, Lena!", aus meinem Halbschlaf riss. "Was denn?" "Der Idiot da bewirft mich mit Keksen" Darauf Tom: "Ja aber nur, weil du meine Wasserflasche ausgekippt hast" Laura: "Wenn du mir meinen Mp3-Player klaust..." Tom: "Ja toll, wenn du mir meinen-" "HALLO?!", rief ich dazwischen, weil mir das echt zu viel wurde. "Sind wir hier im Kindergarten oder was?! Ihr seid echt peinlich!" "Tja Lena, was sich liebt, das neckt sich!", war Alinas kommentar. "Wie bitte?!", wütete Laura und kloppte mit ihrem Kissen auf Alina ein. Sie würde es zwar niemals zugeben, aber Alina und ich hatten es längst gecheckt, dass Laura ziemlich auf Tom stand. Später gab es dann endlich eine Pause, sodass ich ein paar Minuten lang nicht in der Mitte der Streithähne sitzen musste. Als ich jedoch wieder einstieg, saß Tom auf meinem vorherigen Platz-neben Laura. Na da war ich aber gespannt, irgendwann im Laufe dieser fahrt wird sich da wohl noch was entwickeln. Da ich kein Bock auf Streitereien zwischen den beiden oder irgendwelches Rumgeturtel, setzte ich mich ans Fenster, da wo Bill vorher gesessen hatte. Ach ja Bill, wo war der denn? Zwei Minuten später kam er auch noch dazu und setzte sich neben mich, da das leider der letzte freie Platz war. Klasse Lena, das has du mal wieder gut hinbekommen. Aber eigentlich...wars Toms Schuld. Hätte er sich nicht umgesetzt hätte ich mich nicht umsetzten müssen... Ach was soll's, is' jetzt auch egal. Mir stieg ein komische Rauch-Geruch in die Nase, kam von rechts, konnte ja nur Bill sein. "Bah, seit wann rauchst du denn?", fragte ich ihn ohne darüber nachzudenken, dass wir uns im letzten Monat immer ignoriert hatten. "Dumme Angewohnheit", war seine knappe Antwort. Hmm auch gut. Ich hörte einfach wieder Musik und tat als würde ich schlafen. In Wirklichkeit war ich aber hellwach und gespannt wie ein Flitzebogen. Mein Herz  hämmerte wie wild. Schon lange war ich Bill nicht mehr so lange so nah gewesen. "Lena", hauchte er mir irgendwann ins Ohr. Sein Atem ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen. "Hmm?" "Könn wir Plätze tauschen? Ich würd mich gern am Fenster anlehnen zum Schlafen... Kannst mich dann meinetwegen auch als Kissen benutzen" "Äh  danke für das Angebot, aber dein Bruder ist ja auch noch da", sagte ich stocksteif, tauschte dann aber doch mit ihm Plätze.
Nein, sah der schnuckelig aus, wenn er schlief. Mein Bill eben...nein, er war nicht mehr mein Bill. So langsam wurde ich dann aber auch müde... hm, es war schon 3.30 Uhr. Und auf diesem Sitz sehr unbequem. Gerne hätte ich mich irgendwo angelehnt. Ich kcukte nach links, da saß bzw. lag Tom, aneinandergekuschelt mit Laura - süß! Also den konnte ich schon mal nicht als Kissen missbrauchen, blieb nur noch...Nein, ich konnte mich doch nicht an Bill kuscheln. Nein, das war völlig unmöglich, wie würde das denn rüberkommen?! Zwei Sekunden später befand sich mein Kopf an seiner Schulter. Lange beobachtete ich ihn, diese feinen Gesichtszüge, diese zuckersüßen Lippen, so voll und rosa-rot. Einfach ein Traum! Irgendwann schloss ich dann doch meine Augen und bekam so nicht mehr mit, wie Bill mich anstarrte. Und somit beobachtete er auch, wie ein kleine Träne meine Wange hinunterrollte. Ich legte meinen Arm um ihn und drückte ihn ein bisschen an mich. In meinem Bauch machte sich ein Kribbeln breit. Wie ich ihn vermisst hatte. Ich wusste, dass ich mich am nächsten Morgen dafür ohrfeigen könnte, was ich jetzt grade machte, aber für diesen Moment machte es mich glücklich.
Vier Stunden später wurde ich von einem Blitz geweckt. Darauf folgte ein Lachen. Unverkennbar war es Toms gewesen. Oh nein! Solche Späße waren doch längst nich mehr lustig, mich beim Schlafen zu fotografieren. "Ich weiß gar nich, warum du dich immer so anstellst, ihr gebt doch so ein süßes Pärchen ab!" "Aber du und Laura." Er fühlte sich wohl ertappt, denn er sagte nichts mehr. Naja, wenigstens schlief Bill noch, dann hat er nichts bemerkt, ist wohl auch besser so...

 

 

47.
Nach 17 Stunden Fahrt waren wir dann gegen 12 Uhr am Montagmittag endlich mal da. So eine Fahrt konnte echt anstrengend sein, ich hatte stark das Bedürfnis, zu duschen und frische Klamotten anzuziehen, oder generell erst mal ein Badezimmer aufzusuchen. Aber das musste wohl erst mal warten, denn der Bus musste ausgeladen werden, die ganze Ausrüstung in den Skikeller des "Hotels" gebracht werden, danach gammelten wir unten in der Bar rum, weil die Zimmer noch geputzt werden mussten. Na super. Nach ca einer Stunde rumsitzen, wurde uns dann die Zimmeraufteilung mitgeteilt: Wir hatten unser Dreierzimmer bekommen! Aber das Gepäck wurde nicht schon mal hochgetragen oder mit dem Aufzug befördert, nein, nein, nein, denkt nichts sowas wir mussten es selbst draußen über die Feuertreppe in der Kälte bis in den dritten Stock schleppen, wenns sonst nix is... ! Aber wir sind schließlich keine Mimöschen, und meisterten das mit Bravour^^.
Gut, ein richtiges Hotel war das Hotel auch gar nicht, eher eine etwas bessere Jugendherberge. Aber naja, ich hatte eigentlich Schlimmeres erwartet, war zugegebener Maßen positiv überrascht. Wir hatten sogar einen Balkon. Was will man denn mehr? Nach dem Auspacken bekamen wir Mittagessen. Danach wurde uns alles Wichtige mitgeteilt. "Organisatorisches", wie unsere Lehrer so gern zu sagen pflegten. Schon am Nachmittag hatten wir die erste Skieinheit, ich war in der Skigruppe von Herrn Ruhfus, der Mann von einer Lehrerin. Es war eigentlich gar nich so schwer, wie ich gedacht hatte und machte echt ich sag mal HERBE SPAß^^. Wow, klein Lena kann den Idiotenhügel runterfahrn und sogar bremsen. Hört hört ^^ Okay, Schluss jetzt.
Total erschöpft saßen wir abends am Tisch. Wir waren echts o fertig, erstmal die lange Busfahrt mit so gut wie keinem Schlaf und dann auch noch Skifahrn. Ich hatte so nen Hunger und freute mcih shcon aufs Essen. Die Freude verflog allerdings als das Essen kam. Auf den tellern lagen zwie undefinierbare Röllchen aus Nudeln, vielleicht sollte es Lasagne sarstellen, denn diese Röllchen waren mit seltsamem Fleisch gefüllt, was eher Fischabfall oder Katzenfutter ähnelte und auch dementsprechend roch -baaaaaaaahhhh! Das ess' ich ganz bestimmt nicht! (Anm. d. Aut.: Also das is jetzt nicht ausgedacht. Ich war da ja wirklich und diese komischen Röllchen warn da echt, iiiiih das war so eklig xD, ne Julia^^) Als ich verstohlen zu dem Tisch rübersah, wo Bill saß, musste ich schmunzeln, er schob grade angeekelt seinen Teller weg. Tja, das war Bill, er aß nichts, was er nicht kannte und das hier....sa echt abartig aus. Ach ja, ich wusste schon eine Menge über Bill... Ich seufzte, egal was ich auch tat, ich kam immer wieder in Gedanken auf Bill zurück. Toll, was sollte ich auch machen, wenn er in den nächsten 10 Tagen von morgens bis abends um mich rumwuselt, da bin ich ja gezwungen an ihn zu denken. Immer noch kuckte ich verträumt zu ihm rüber, ein bisschen zu auffällig, denn er hatte es bemerkt und sah jetzt auch in meine Richtung. Sofort drehte ich meine Kopf peinlich berührt weg. Ich schämte mich ein wenig dafür, dass ich ihn immer so abweisend behandelte, ihn aber dann immer anstarrte und gestern Nacht im Bus...Naja, ich hatte ja gewusst, dass cih es hinterher bereuen würde. Aber es hatte einfach so gut getan, seine Nähe zu spüren. Er war eben einfach etwas ganz besonderes und immer noch tief in meinem Herzen, auch wenn ich total sauer und enttäuscht von ihm war. Ja, die Enttäuschung war eigentlich noch größer als das Sauer-sein. Ich war einfach so maßlos enttäuscht, es hatte alles so perfekt geschienen. Aber es ist nunmal niemals perfekt, genauso wie niemand perfekt ist, auch kein Herr Bill Kaulitz. Aber das entschuldigte noch lange nicht, was er getan hat. Man, zum wievielten Mal kaute ich das Thema eigentlich jetzt durch?! ...Ich hatte wirklich gedacht, Bill wäre der eine, der Richtige... Aber das Märchen von der wahren Liebe war wohl nur eine Klein-MädchenTräumerei, im echten Laben sah das alles ganz anders aus. "Haaaallloooo? Erde an Lena" "Ähh was?" "Ich glaube, du solltest mal schlafen gehn", kicherte Laura. Hmm, seit der Busfahrt hatte sie seltsam gute Laune, wan wem das nur lag... ?! Aber irgendwie würde sie schon gut mit Tom zusammenpassen...
Als wir auf dem Weg nach oben zu den Zimmern waren (oh ja, immer schön Treppen steigen, nix hier mit Aufzug) standen da ein paar Mädchen wie durchgeknallte und aufgescheuchte Hühner im Treppenhaus rum. "Gehört ihr auch zu denen, die da grade alle hochgelaufen sind?", fragten sie uns. "Ja, wieso?" "Warn das wirklich Bill und Tom?", fragte die eine ganz aufgekratzt. "Also wenn ihr den Kerl mit den Dreadlocks und seinen durchgeknallten schwarzhaarigen Bruder meint, ja", antwortete Lura, lustig wie sie immer war. "Echt? Boah seid ihr bei denen in der Klasse?" "Ja, kann man wohl so sagen" "Könnt ihr... das hier Bill geben?", fragte sie dann doch etwas zurückhaltender als vorher und hielt uns einen Zettel hin. Süß! Laura nahm ihn freundlich netgegen und versprach tausend mal, ihn auch jaaaa Bill zu geben und auch nicht zu lesen. Sobald wir um die Ecke waren faltete sie ihn auseinander. "Ich bin ja gar nicht neugierig", war ihr Kommentar. Sie schmunzelte. "Jetzt will ich's aber auch wissen", ich stellte mich dicht neben sie um mitlesen zu können. "Lieber Bill", stand da , "Du bist soooo geil. Man, echt schade, dass ihr nicht mehr so erfolgreich seid, aber wir werden immer hinter euch stehen! Und wie's aussieht habt ihr jetzt mehr Zeit als früher - auch für die Liebe. Naja, vielleicht entwickelt sich was. Ich hoffe es, denn ich liebe dich schon sooo lange, seit dem ich dich das erste Mal gesehn habe! Du bist einfach... unbeschreiblich. Es klingt vielleicht dumm, aber ich bin mir sicher, dass du dre Richtige für mich bist. Ich spüre das. Du scheinst einfach so perfekt...vielleicht hast du ja Lust mir zurückzuschreiben" Hach ja, die Fans... die hatten nun wirklich keine Ahnung, wie er wirklich war. Gut, ein Großteil stimmte, er SCHIEN perfekt und er war auch unbeschreiblich. Die hatten's gut, für sie war Bill einfach perfekt. Sie waren zwar nur in ihren Wunschträumen mit ihm zusammen - un wollten es in Wirklichkeit. Das hatte ich ihnen voraus. Aber... den wirklichen Ernst, der hinter so einer Beziehung steckt, hatten sie nicht. Bill konnte sie nicht verletzen, und darum beneidete ich sie. Schnell waren wir alle drei umgezogen und fielen in unsere Betten. Alina und ich schliefen in dem Ehebett, Laura hatte ein Einzelbett. "Ich geh noch schnell Bill den Brief vorbeibringen", flüsterte Laura nach ein paar Minuten und schon war sie aus dem Zimmer gehüpft. Ich bezweifelte, dass sie des briefes wegen ins Zimmer von Bill und Tom gegangen war, aber mir solte es recht sein. Ob und wann sie zurückkam, bekam ich schon nicht mehr mit, weil ich längst in einen tiefen Schlaf gefallen war...

 

 

48.
Zwei Tage später war ein bisschen Routine eingekehrt, was die Skizeiten und alles anging. Wieder etwas ausgeruhter und voll motiviert waren wir runter in den Skikeller gegangen und gerade dabei, unsere Skischuhe anzuziehen, bzw. es zu versuchen, denn es war sehr schwierig. Als ich - eher ungewollt - beobachtete, wie Kim dies auch versuchte. Nur nicht wie alle anderen sitzend auf der Bank, nein natürlich musste sie es im Stehen machen. Und ach wie rein zufällig saß Bill hinter hir auf der Bank. Sie beugte sich tief zu ihren Füßen runter und streckte ihm regelrecht ihren Arsch ins Gesicht, der in der Skihose nun wirklich richtig fett aussah. Bill drehte seinen Kopf angewiedert weg. Ach du scheiße...wie is die denn drauf?! Wahrscheinlich will sie immer noch was von ihm oder sie konnte es einfach nicht haben, dass sie für ihn nur ein One-Night-Stand gewesen war. Obwohl sie ja zu dieser Zeit alles damit erreicht hatte, was sie wollte, nämlich mich zu ärgern. Und es hatte auch eine Teil dazu beigetragen, warum zwischen mir und Bill jetzt Schluss war...ach, ich schweife mal wieder in Gedanken völlig ab. "Was kuckste denn so doof? Neidisch?!", meinte sie zu mir. "Auf dich? Ne, du bis echt sowas von billig, das is ja schon fast peinlich!" "Na und? Ich weiß eben, wie man's macht. So wie du drauf bist...kein Wunder, dass du unsern kleinen Schnucki hier nicht halten konntest!", sagte sie in süffisantem Tonfall, wuschelte Bill durch die Haare und küsste ihn auf die Wange. Sag ma hatte die nen Knall?! "Boah has du'n Knall?!", Bill sprach meine Gedanken aus^^ und schubste sie von sich weg. Kim ließ sich aber nicht beirren, sondern stolzierte, soweit das mit den klobigen Skischuhen eben möglich war, davon und winkte Bill zu. Oh mein Gott, das war echt wirklich peinlich, sah sowas von sch*** aus! Aber wie sagt man, das äußere Erscheinungsbild spiegelt die Persönlichkeit wieder? Na, das passte nun wirklich bei ihr. Nein, wir wollen jetzt nicht gemein werden!
"Ich weiß eben, wie man's macht. So wie du drauf bist...kein Wunder, dass du unsern kleinen Schnucki hier nicht halten konntest!", ging es mir die ganze Zeit durch den Kopf. Hörte sich ganz so an, als ob sie über alles bescheid wusste. Gut, Bill hatte es ja auch in der Aula rumgeschrien, da hat sich wohl, so das eine oder andere rumgesprochen. Aber warum musste genau sie, genau meine größte Feindin immer alles über mich wissen und mich damit ärgern?! Sie wusste genau, wo sie noch Salz in die Wunden streuen konnte und dass mir das, was sie von sich gegeben hatte nicht so egal war, wie ich getan hatte. Das war mal wieder eine total Lena-typische Situation. Man, ich hasste sowas. Plötzlich lag ich im Schnee. Mist! Schon den ganzen Nachmittag war ich so unkonzentriert und in Gedanken nur bei Bill. Jetzt war ich auch noch hingefallen. Natürlich richtig schön in den Tiefschnee, wo man so schlecht wieder rauskam. Es dauerte echt Jahre, bis ich mich aus dem Schneehaufen befreit und meine Skier und Stöcker zusammengesammelt hatte. "Lena, was ist denn los mit dir? Schlecht geschlafen?", fragte Herr Ruhfus. "Ne, ich bin nur...irgendwie schon den ganzen Nachmittag unkonzentriert, weiß auch nicht, warum", gab ich knapp zurück.
"Kommt ihr nacher mit aufs Zimmer von Tom und so? Die wolln ne "Party" machen, ham wohl auch Alk dabei", fragte Laura mit ihrem  seit drei Tagen typischen Dauergrinsen. "Ne, hab sowieso schon Kopfschmerzen, da brauch ich nich noch zusätzlich nen Kater", grinste Alina. Larua kuckte mich erwartungsvoll an. "Nein, lieber nicht!" "Och komm schon, bitte. Ich will da nich ganz allein hingehn" "Nein" "Ohh, bitte, bitte!" Ich konnte einfach nicht nein sagen, wenn sie mich so anflehte. "Ja, gut okay, aber nur dir zu liebe!" "Baoh danke!!!" Jaja, sie wollte da ja nur hin, wegen Tom. Aber kann man's ihr verübeln...?! Dann geh ich da eben hin, liefer Laura da ab, bleib son paar Minuten und hau langsam aber sicher wieder ab. Ich hatte nicht wirklich Lust da im Zimmer von Tom, Bill, Domi, Andi, Thorsten und Jan rumzugammeln. Na gut, wenn ich ganz ehrlich zu mir war wollte ich doch da sein, nur in Bills Nähe sein, aber eigentlich auch wieder nicht, ich wusste doch ganz genau, dass es keinen Sinn mehr hat und es mir nur immer wieder aufs Neue wehtat ihn zu sehen. So nahm das Schicksal seinen Lauf...^^

 

49.
Obwohl ich ja nur "kurz ein paar Minuten da bleiben" wollte, ging ich doch noch mal schnell ins Bad, frischte meine Mascara und den Liedstrich auf. Jaja, tief im Innern wusste ich, dass ich mich für Bill hübsch machte, aber ich würde es vor mir selbst nicht zugeben. Nach mir ging dann Laura ins Bad um sich ganz offensichtlich für Tom zu stylen. Ich war schon gespannt was heute Abend mit den beiden passieren würde. Es war echt nur noch eine Frage der Zeit, und wenn auch noch Alkohol im Spiel war, würde es sich bestimmt nicht verzögern.
"Boah was macht die da drin so lange?", stöhnte ich nach einer halben Ewigkeit. "Warum so ungeduldig? Nervös?", fragte Alina. "Ich? Ach Quatsch wie kommst du nur da drauf?!" Sie zuckte nur vielbedeutend mit den Schultern. Was meinte sie damit jetzt schon wieder? Hm... irgendwie war es unklar geworden, niemand wusste mehr so wirklich, wie es um Bill und mich stand. Ich wusste es ja selbst nicht. Also eigentlich ja schon, aber irgendwie auch nicht...Ich wollte bei ihm sein, seine Nähe spüren, so wie früher, dass er einfach wieder so liep ist. Aber ich konnte es nicht, er denkt dann er könnte alles mit mir machen, dass ich sowieso wieder zurückkommen werde. Ach das ist doch alles scheiße! Aber ich glaube, alle denken wirklich, dass ich ihn nicht mehr liebe. Laura auch, die hat ja eh nur noch Augen für Tom und bekommt nichts mehr mit, aber Alina? Ich wusste nicht, was sie darüber dachte, wollte aber auch nicht mit ihr reden. Früher oder später werde ich mich wohl wieder von Bill "entlieben". Dann hat sich das. "Lena, was sitzt du noch so dumm rum, komm wir gehn endlich", meinte Laura, als sie aufgekratzt aus dem Bad kam. Jaja sicher, wir konnten jetzt "endlich" gehn, weil wir ja die ganze Zeit auf MICH warten mussten, nur weil ICH nicht vom Bett aufstehn wollte... Wenn man verliebt ist kriegt man gar nichts mehr mit, da kann sich schon mal ein Dreher im Kopf einschleichen, liebe Laura. Das sagte ich aber nicht laut, und selbst wenn, sie hätte es sowieso nicht gehört ^^
"Ah, welch ehrenhafter Besuch von zwei so wunderschönen Damen", begrüßte uns Tom und schaute Laura mit einem seltsamen Kaninchenblick an. Ich quetschte mich an den beiden vorbei durch die Tür und ging ins Zimmer. Direkt auf dem ersten Bett rechts gammelte Bill. Ich vesrpürte ein seltsames Gefühl im Bauch, was man weder eindeutig gut, noch schlecht zuordnen konnte. "Hi", sagte er tonlos. "Hey..." Einen Moment verweilten meine Augen auf ihm, dann wendete ich mich den anderen vier Jungs zu. Ich setzte mich wohlwissend auf das große Doppelbett, in dem wohl Andi und Jan schliefen und NICHT auf Bills. Tom holte seinen Koffer vom Schrank und kramte erst mal für jeden von uns ein Fläschchen V+Energy raus. Okay... sie hatten also wirklich was dabei. Dankend nahm ich an, obwohl ich nicht wirklich wusste, wie das schmeckt. Egal, war eigentlich ganz lecker. Wir laberten irgendwas rum und tranken aus. "War das schon alles?", fragte Laura. "Was denkst du denn? Neee sicher nich, wir ham noch genügend Vorräte", zwinkerte Tom ihr zu und holte sogleich eine Flasche "Berenzen Plum" aus der Nachttischschublade. "Okay... aber damit müssen wir schon ein Spiel machen, sonst isses ja langweilig. Also... macht ihr alle mit?" Wir stimmten alle zu. Da wusste ich auch noch nicht, was auf uns zukommen würde. Das Spiel hieß "Kartenblasen". Ein Stapel Spielkarten lag auf einem mit diesem Zeugs gefüllten Pinnchen. Man musste versuchen die Karten alle runterzupusten, bis auf die unterste, die musste leigen bleiben. Wenn man das schafft, muss der, der als nächstes dran wär, das Pinnchen leertrinken. Wenn mehr Karten als die letzte liegen bleiben, ist der Nächste mit Pusten dran, wenn man alle Karten runterbläst, muss man selbst trinken. Wie sich später rausstellte, war das nicht die einzige Flasche, er hatte noch eine zweite und noch eine Flasche roten Wodka. Ein bisschen merkte ich das schon, mir war leicht schwummrig. "Lass uns mal was andres machen... wie wärs mit Flaschendrehen?!", schlug Domi vor. Das hatte er bestimmt mit Tom abgemacht, dass die es so drehen konnten, dass er mit Laura knutschen musste oder sowas. "Ja!", stimmte dieser nämlich sofort ein. Auch Laura war begeistert. "Oh nee, Flasch'ndrehn 's dumm", nuschelte Bill. Ou, der hatte aber auch schon ein im Schuh^^. "Ach komm, Billy, wenn nich alle mitmachen, machts kein Spaß, jetzt sie kein Spielverderber!" Bill stimmte also doch zu und wir spielten wunderbar schönes Flaschendrehen. Zu erst musste Domi strippen, das war echt lustig, ich glaube, da hat er sich gewünscht er hätte das mit dem Flaschendrehen nicht vorgeschlagen. "Okay, auf wen die Flasche zeigt, der muss..." er grinste fies "der muss...einen Orgasmus vortäuschen" Glücklicherweise hatte die Flasche mit mir Erbarmen und zeigte nicht auf mich, sondern auf Tom. Diesem war es sichtlich peinlich, aber er machte es trotzdem. Laura glubschte ihn an wie ...was weiß ich was, ich wollte mir gar nicht vorstellen, welche Fantasien sich grade in ihrem Kopf abspielten^^. "Auf wen die Flasche zeigt, der muss Bill küssen - MIT Zunge!", sagte Tom, wohl in der Hoffnung, dass es Domi treffen würde, um sich an ihm zu rächen. "Ja klar, ich will aber nich mit Domi knutschen, Tom! Du bist blöd!", protestierte Bill, der wohl grade dieselben Gedanken gehabt hatte wie ich. "Pech, man muss alles machen, Aussteigen oder Verweigern gibts nicht, ham wir vorhin alle beschlossen", zickte der seinen Bruder an und drehte die Flasche. Um die beiden zu besänftigen, da ich keine Lust auf Zwillingsgekloppe hatte, sagte ich: "Mensch, jetzt regt euch mal ab, Jungs! An Regeln muss man sich nunmal halten und Tomm zick nicht immer so rum... was guckt ihr denn so blöd?!" Alle starrten mich an. Hä? Langsam schaltete mein Kopf, ich sah auf die Flasche, die auf mich zeigte. Na klasse! Grade hab ich gesagt wir müssen alle alles mitmachen, und jetzt wünschte ich mir, das niemals gesagt zu haben geschweige denn überhaupt zu diesem doofen Spiel eingewilligt zu haben. Pech für mich, es waren die Regeln! Ich rückte näher zu ihm und küsste ihn einfach. Es fühlte sich an wie bei unserem ersten Kuss, so ungewohnt, aber doch irgendwie vertraut. Ein heftiges Kribbeln machte sich in meinem Bauch breit, doch ich ließ mir nichts anmerken. Mehr oder weniger lustlos "lutschten" wir ein paar Sekunden aneinander rum, dann war ich auch befreit.
Irgendwann dann hatten wir keine Lust mehr Flaschendrehen zu spielen, Tom und Laura lagen eh schon knutschend auf seinem Bett rum, keine Ahnung wie die da hingekommen waren. Ich war auch nicht mehr ganz geistig anwesend, wusste nicht wirklich, was ich tat. Irgendwie torkelte ich zu Bills Bett rüber, wo er drauf saß und Löcher in die Luft starrte. Anscheinend blieb meine Aktion nicht unbemerkt, denn er schaute mich. Einfach so, ohne dass man jegliche Gefühle in seinem Blick erkennen konnte. Sein Blick fesselte mich, ich musste schlucken. Es war schon lange her, dass wir uns mal so nah waren. Mein Herz fing an wie wild zu hämmern, als ich mich ihm plötzlich näherte und unsere Lippen sich berührten. Ja, plötzlich. Wohl eher vom erhöhten Alkoholgehalt in meinem Blut, als von irgendwelchen vernünftigen Überlegungen geleitet, wurde der Kuss intensiver. Sanft aber bestimmt drückte ich ihn mit meinem Körper aufs Bett runter. Als ich schließlich eher mehr als weniger auf ihm lag, wurde auch Bill, der sich vorher mehr zurückgehalten hatte, "aktiver". leicht kraulte er mir den Nacken, während wir uns immer noch küssten. Meine Zweifel an dem, was ich da grade tat verdrängend, gab ich mich dem völlig hin, wonach mein Herz seit Wochen so geschrien hatte. Es war einfach göttlich, ihn so extrem dicht bei mir zu haben, seine weichen, vollen Lippen zu berühren, seine warme Zunge mit der kleinen silbernen Piercing-Kugel mit der eigenen zu umkreisen. Wie wild mein Herz schlug, es drohte, mir gleich aus der Brust zu springen, und zu spüren, wie seines fast noch schneller klopfte. Obwohl ich ziemlich benebelt war, bekam ich all das haargenau mit. Ich genoss seine Berührungen in vollen Zügen. Gott, wie hatte ich das vermisst.

 

50.
Ich weiß nicht mehr, wie lange das gegangen war. Irgendwann hatte Domi uns vorsichtig darauf hingewiesen, dass es schon nach Nachtruhe war und ich gehen sollte, weil bestimmt bald die Lehrer Kontrolle gehen würden und es sicher nicht so gut wäre, wenn sie uns so vorfinden würden. Laura war zu dem Zeitpunkt auch schon nicht mehr dagewesen. Generell waren mir ein paar Details des gestrigen Abends über Nacht verloren gegangen. Ich wachte nur am nächsten Morgen mit einem gewaltig schmerzenden Kopf und einem Rest Übelkeit im Bauch auf. Ich konnte mir nicht mehr wirklich erklären, wie es dazu gekommen war, dass Bill und ich rumgemacht hatten. Ich wusste nur, dass es ein schreklicher Fehler gewesen war. Gut, es war zwar schön gewesen, es war zugegeben sehr schön gewesen. Aber das ging nur in Ordnung, weil wir beide nicht mehr wirklich bei Bewusstsein gewesen waren. Ich fürchtete mich jetzt shcon vor dem moment, wenn wir uns gleich im frühstückssaal sehen würden. Das wird bestimmt so megapeinlich. Ich kann ja nicht so tun als wäre nichts gewesen...oder doch? Nein, das konnte ich nicht, ich war zwar betrunken, aber nicht so sehr, dass ich sagen könnte, ich hätte einen Filmriss gehabt und wüsste gar nicht mehr, was gestern Abend gelaufen ist. Früher oder später müsste ich es ihm erklären. Ich erwischte mich bei dem Gedanken, vielleicht einfach zu ihm zu gehen und zu sagen, dass ich ihn immer noch liebte. Aber tat ich das denn noch? Oder waren die ganzen Gefühle nur die Erinnerungen an die schönen Momente, die wir miteinaner hatten? Das konnte ich jetzt im Nachhinein im nüchternen Zustand nicht mehr feststellen. Ja, bestimmt war es so, ich hatte mir das nur eingebildet. Immerhin hatte ich ja auch mit der Knutscherei angefangen und das würde ich normalerweise nicht tun, also war auch alle andere dem Alkohol zuzuschreiben. Es war einfach ein Ausrutscher. Fertig, aus!
"Was war denn da gestern mit Bill, Lena?", musste Laura mich natürlich sofort noch vor dem Frühstück darauf ansprechen. "Wie? Das mit Bill? Lena, was hast du gemacht?", fragte nun auch Alina, die davon ja gar nichts mitbekommen hatte und beide guckten mich erwartungsvoll an. Oh nein, das konnte ich gar nicht leiden, dieser "Lena, WAS ist los?"-Blick. "Ich... ahhhhhhhhhhhh", schrie ich , "Jetzt lasst mich doch einfach mal in Ruhe! Nix war da, ja? NIX!!! Ich geh Tischdecken" Ich rannte raus und schmiss die Tür hinter mir zu. Man, warum mussten die jetzt sofort noch nachbohren. Können die sich nicht denken, dass ich das erst mal selber verdauen muss?! Warum sind die nur so verdammt neugierig? Das ist echt schrecklich. Als ich unten ankam, mustse ich feststellen, dass Bill auch schon da war und den Tisch deckte. Er sah nicht besonders gut aus heute Morgen. Man sah ihm an, dass er gestern was getrunken hatte. Na hoffentlich merken das die Lehrer nicht, sonst sind wir dran.
Ich zählte das Bestcke ab, wollte mich grade umdrehen und es zum Tisch bringen, als ich gegen Bill stieß. "Sorry", murmelte er sofort. "Nein, Bill. Mir tuts leid" "Ist.. schon okay, wir sind doch nur zusammengeknallt", sagte er nun doch etwas verwirrt. "Das...mein ich auch gar nicht", gab ich zu. Naja, der Essenssaal war zwar ein ziemlich blöder Ort, aber früher oder später mussten wir doch darüber reden und das klar stellen. Und mir war es lieber früher als später. "Ähm, wegen gestern Abend. Es... tut mir leid, das war dumm von mir. Ich will dich damit nicht verletzten und das hatte ich auch nicht vor, es war nur... zu viel Alkohol, das hab ich nciht so ganz vertragen, ich wusste nicht-" "Was ich gemacht hab", sprach Bill meinen Satz zu Ende. Ich war perplex, die Situation war ziemlich komisch. Ich wartete darauf, dass er noch irgendwas dazu sagte, und das tat er dann auch: "Nene, is schon okay. Ich glaub wir warn alle so ziemlich besoffen, is kein Problem. Das muss dir nicht leid tun" Es freute mich, dass er das sagte, aber irgendwie war mir immer noch etwas unbehaglich, ich hatte das Gefühl da kommt noch was. Etwas stimmte hier nicht, die Art, wie er sprach war sehr...seltsam. Und ich hatte Recht. "Wirklich nicht, es war einfach ein dummer Fehler von uns beiden. Du liebst mich nicht mehr und ich dich auch nicht. Wir sollten das ganze einfach vergessen" Wums! Das hatte gesessen. Er liebte mich nicht mehr! Es war dumm von mir, deswegen jetzt traurig oder enttäuscht zu sein, was konnte ich auch anderes erwarten, immerhin hatte ICH ihn doch immer zurückgewiesen, es musste ja so kommen. Ach Quatsch, ich liebe ihn doch auch nicht mehr, es ist vorbei. Nur wenn etwas ausgesprochen wird, ist es immer viel realer und klingt härter. Bestimmt war ich jetzt nur so geschockt, weil das jetzt das entgültige Ende unserer Beziehung war. Jetzt war wirklich alles für immer vorbei. "Lass uns einfach von vorne anfangen udn Freunde werden, ja?! Ich will nicht für immer im Streit auseinander gehen", fügte er noch hinzu. "Sicher", antwortete ich und bemühte mich, mir nicht anmekren zu lassen, dass ich total fassungslos war.
Ich musste diese Situation erst mal verarbeiten. Okay, es war vorbei. Er liebte mich nicht mehr. Und es wird nie wieder so sein wie es einmal war. Freunde. Nicht mehr und nicht wneiger sollten wir für den Rest unseres Lebens sein.

 

Dieses Erlebnis nahm mich mehr mit als erwartet. Den ganzen Tag ging es mir nicht gut, ich bekam Fieber und musste im Bett bleiben, durfte kein Skifahren. Dadurch war ich gezwungen, mehr über Bill und mich nachzudenken als mir lieb war.
Liebte ich ihn wirklich nicht mehr? Oder hatte ich mich die ganze Zeit selbst belogen? Ich zerbrach mir darüber den Kopf, kam aber schließlich zu dem Ergebnis, dass er mir sehr viel bedeutete, klar, ich hatte ihm so viel zu verdanken. Aber als Liebe konnte man das nicht mehr bezeichnen.

 

 

51.
Leider vergingen die Tage viel zu schnell. Ich wurde glücklicherwiese schnell wieder gesund, aber der Rest des Aufenthalts war einfach nur so toll, dass die Zeit wie im Flug verging. Und schon war der letzte Abend gekommen. Wir hatten uns alle furchtbar aufgeregt, weil so viel in die letzten beiden Tage reingequetscht wurde: Skiralley (richtig geschrieben?^^), normale Skieinheiten, dann eine Gruppenaufgabe, die wir für den Abschlussabend vorbereiten mussten, Skirennen. Zwischendurch schlauerweise Essen und das nötige fünf mal am Tag umziehn, wo sollte da die Zeit bleiben, auch noch Koffer zu packen?! Irgendwie hatten wir das dann doch noch hinbekommen und jetzt gingen wir runter in den Partykeller. Zielstrebig ging Laura auf den Tisch zu, an dem Tom, Bill und ihre Zimmerkompanen saßen. "Hey", hauchte sie ihm entgegen und sie mussten uns mal wieder ausgiebig demonstrieren, wir herrlich es ist, verliebt zu sein. Die beiden klebten echt Tag und Nacht zusammen. Gut, Nacht eher weniger, da die Lehrer immer ihre dämlichen Kontrollgänge machten, aber eben so oft wie möglich. Laura und Tom gingen auf die Tanzfläche, wo schon relativ viele Leute waren, und mussten sich natürlich heiß und innig befummeln. Ich musste grinsen: "Dass denen das gar nicht peinlich is..." "Kennst doch Tom, dem is fast nix peinlich", meinte Domi. "Und schon mal gar nicht wenns darum geht, seine Beute zu demonstrieren!", sagte Bill mit einem etwas skeptischen Unterton. "Beute? Hallo? Das ist meine Freundin....", verteidigte ich Laura. Ja sicher, wie kann man sie denn als beute bezeichnen. "Jaja, is ja gut...ich frag mich nur, wie lange das hält, ich mein, ihr kennt ja Tom. Sie tut mir jetzt schon leid" "Hmm", antwortete ich nachdenklich. Wenn man's so sieht, konnte man Laura echt als beute bezeichnen, sie sah nun mal gut aus. Lange Beine, lange, dunkelbraune Locken, ungewöhnlich grüne Augen und die richtigen Rundungen an den richtigen Stellen  aber nicht dick ;D Ich hoffte nur, dass Tom es diesmal ernst meinte und sie nicht nur eine Affäre war, wie die vielen anderen Mädels, von denen ich im Laufe der letzten Jahre mitbekommen hatte. Vielleicht hätte ich sie auch warnen sollen... ach Quatsch, sie kannte ihn genauso lange wie ich und musste wohl wissen, auf was sie sich einließ. "Komm, wie gehn auch tanzen", forderte Bill mich auf und zog mich an der Hand von meinem Stuhl hoch. "Was? Ich kann aber nich tanzen", versuchte ich zu protestieren. Doch es hatte keinen Zweck. "Ich doch auch nich, is egal. Hauptsache, wir ham Spaß" Na wenn er meint. Im Großen und Ganzen war ich ganz froh, dass wir uns wieder relativ gut verstanden. Ich hätte erst gedacht, dieses "Lass uns Freunde werden" funktioniert nicht, aber irgendwie klappte es doch - zumindest bis jetzt. Und das war wirklich besser als irgendwelches Rumgestreite oder gegenseitiges Ignorieren. Immerhin war Bill ja vor unserer Beziehung auch immer jemand gewesen, mit dem man gut reden konnte.
Als ich Bill aber dann tanzen sah oder, ich deutete es mal als Tanzen, musste ich schmunzeln. Dagegen war ich ein Tanztalent xD Gut, aber so lange er Spaß hat, mir sollte es recht sein. Eigentlich hat er doch immer gesagt, dass er nicht gern tanzt. Naja, wahrscheinlich war er neidisch auf seinen Burder ^^ In gebührendem Abstand, es sollte ja nicht so aussehen wir bei Laura und Tom, tanzten wir den ganzen Abend durch und ich hatte sogar auch Spaß dabei. Gegen Mitternacht mussten wir aber dann ins Bett, am nächsten Tag stand die Heimreise an. Schade eigentlich, es war echt schön, oder anders ausgedrückt: So ne Scheiße, die 2 Wochen warn sowas von obermegahammergeil, wir wollten noch gar nicht nach Hause!^^
"Schade, dass wir schon wieder fahrn oder?", meinte Alina. "Hmm, ich hab überhaupt keine Lust wieder in die Schule zu gehn", stimmte ihr Laura zu. "Du Laura?", fing ich vorsichtig an. "Hmm?" "Äähhm, wegen Tom" "Ich weiß, ihr denkt, dass er mich bald wieder abschießt, aber ich bin mir sicher, diesmal ist es was anderes..." "Sicher? Ich mein, vielleicht bildest du dir das nur ein, er-" "Ich weiß ja wohl am besten über ihn bescheid und was da zwischen uns ist. Ihr gönnt mir auch gar nichts. Gute Nacht!", meckerte sie und machte das Licht aus. Na Klasse, jetzt war sie beleidigt, dabei wollte ich doch nur... ach weiß ich selbst nicht, vielleicht wollte ich ihr so ein bisschen die Augen öffnen. Aber wenn sie sich selbst so sicher war, konnte man sie nicht davon abbringen. "So war das gar nicht gemeint, natürlich gönnen wir es dir. Aber ich erinner mich nur zu gut daran, dass DU auch mal meintest, ich sollte mir an Bill nicht die Finger verbrennen!" "Ja, womit ich wohl auch Recht hatte, oder wer konnte sein Schwanz nich inner Hose behalten?!" "Sag mal has du sie noch alle?!", keifte ich sie an. "Is doch wahr!" "Du bist so... ach lass mich doch einfach!" Sie wollte grade noch etwas erwidern, als Alina sich einmischte: "Mädels, is jetzt gut! Lass uns schlafen!" Brav befolgten wir ihren Rat und versuchten zu schlafen. Doch es wollte mir nicht gelingen. Irgendwie hat mich das grede total aus der Bahn geworfen. Mir kamen wieder die ganzen Bilder in Erinnerung, dachte an den eben vergangenen Abend und wurde wieder sauer auf Bill. Ach nein, das ist doch Quatsch, es ist alles geklärt und ausgesprochen...obwohl, erklärt hat er es mir immer noch nicht-aber nur weil ich es doch nicht wollte. "Lena, warum weinst du denn jetzt?", ich erschrak und drehte mich um. Vor meinem Bett kniete Laura. Ich wischte mir über die Wangen, stimmt, ich hab gar nicht bemerkt, dass ich angefangen habe zu weinen. "Es is nur ein verdammt beschissenes Gefühl, wenn man betrogen wird. Man kommt sich so dumm und nutzlos vor... erst recht wenn man vom selben Typ auch noch schwanger ist", flüsterte ich zurück, weil cih Alina nicht wecken wollte. "Tut mir echt leid wegen grade... Freunde?" Ich nickte. "Mir tuts auch leid, ich will nur nicht, dass du enttäuscht wirst", sagte ich ihr."Ich weiß...." Sie drückte mich nochmal kurz und ging zurück in ihr Bett.

 

 

52.
Am nächsten Morgen hieß es: 6 Uhr aufstehn, alle durchs Bad schleusen^^ Rest zusammenpacken. Dann mussten die Zimmer geräumt werden, alle Koffer auf den Parkplatz, Skikeller ausräumen und dann gab es erst Frühstück. Da die Busse aber noch nicht da waren und vorraussichtlich auch noch nicht so schnell ankommen würden, weil sie im Stau steckten, hieß es für uns erst mal warten. Also setzten wir uns in die Caféteria, des "Hotels". Irgendwie konnte man nichts machen, da wir nicht wussten, wann die Busse kamen und alles schon eingepackt war. Nach ca zwei Stunden Wartezeit tauchten die beiden kleinen Mädchen auf, die uns zu Anfang den Brief für Bill gegeben hatten. Sie standen in der Tür und trauten sich wohl nicht so richtig, reinzukommen, beobachteten Tom und Bill aber die ganze Zeit. Nach einer Weile kamen sie dann doch auf uns zu und baten sie um ein Autogramm. Brav folgten sie Twins natürlich der Bitte. Ich fand die Sitation seltsam, ich war ja fast nie dabei gewesen und habe es nie so richtig mitbekommen, wie sie Autogramme geben mussten und das alles. Für mich war Bill nie richtig ein Star gewesen, ich kannte ihn ja schon vorher und hatte ihn immer als normalen Menschen angesehen, manchmal vergaß ich sogar, dass er berühmt war. Ein paar Fotos machten sie auch noch zusammen, dann waren die Mädchen anscheinend zufrieden und gingen wieder.
Gegen 15 uhr konnten wir dann auch endlich mal losfahren. Nach dem üblichen Gequetsche, weil es ja immer zu wenige Plätze für alle gibt (tz lächerlich), saßen wir dann gemütlich in den Sitzen. Ich steckte mir die Stöpsel meines Mp3Players in die Ohren und döste so vor mir hin. Auch wenn es schön war, die letzten 2 Wochen waren mindestens genauso anstrengend gewesen. Als ich grade dabei war, mich ins Land der Träume zu verabschieden, stubste Laura mich an. "Was is denn?" "Kannst du vielleicht mit Tom Plätze tauschen?" Ich überlegte kurz. "Klar, kein Problem" Also nahm ich mein paar Sachen und setzte mich auf Toms Platz neben Bill. Komisch, bei jeder Busfahrt kam es immer so, dass ich letztendlich neben Bill saß. "Hey" "Hey" Er guckte wieder aus dem Fenster und wir schwiegen uns an. Wuah, sehr unangenehme Situation.
I: "Äh Bill?"
B: "Hm"
I: "Ich wollte nur noch mal sagen... ich bin froh, dass wir das jetzt soweit geklärt haben"
B: "Ja, ich auch"
I: "Aber...nein, das is doof"
B: "Was denn?"
I: "Ich... also..., versteh mich jetzt nich falsch, aber ich muss einfach noch was wissen, um wirklich damit abschließen zu können und das is jetzt doof, weil ich es vorher immer nicht hören wollte und jetzt will ichs im Grunde ja doch wissen und- "
B: "Frag doch einfach"
Ich machte eine kleine Pause, dann fragte ich schüchtern: "Warum hast du ... mich betrogen?" Zu meiner Verwunderung lachte er leicht: "Und das war jetzt so schwer....Mensch Lena, du machst es dir auch echt kompliziert"
I: "Ja man, ich wusste ja nich, ob du dann irgendwie beleidigt bist oder so"
B: "Hmm... ich war ja ziemlich angesoffen, hab die Mädchen mit dir verglichen... weil ich dich so vermisst hab...", sagte er leise. Ich schluckte. Mit dieser Antwort hätte ich nicht gerechnet. Es versetzte meinem Herz einen heftigen Stich, dass alles kaputtgegangen ist, nur weil er mich vermisst hat. Mich VERMISST hat. Im Grunde ist es doch volkommen sinnlos, dass wir uns so gestritten haben, das alles hätte nicht passieren müssen. Denn dass er mich vermisste war doch ein Zeichen dafür, dass er mich geliebt hat, und ich hab ihm immer das Gegenteil unterstellt. man, Lena, das ist mal wieder so typisch für dich. Scheiße... es hätte alles ganz anders ausgehen können. Aber jetzt war es nunmal so, es hat sich alles geändert, wir waren nur noch Freunde. Ich zwang mich zu einem Lächeln. "Okay", sagte ich so gefasst wie möglich. "Aber is jetzt auch egal...", schob Bill schnell und etwas fröhlicher hinterher. "Hmm..." "Alles klar?" "Jaja, bin nur müde", log ich. "Stimmt, war total anstrengend... und die letzte Nacht eher kurz", plapperte er munter wie immer weiter "Aber sonst fand ichs total cool" Ich gab ihm keine Antwort. Ich war wirklich müde, aber schlafen konnte ich jetzt sowieso nicht mehr, zumal im Bus schlafen eh eine Sache für sich ist. "Oh, sorry du bist ja müde und ich laber dich zu. Willst du am Fenster sitzen, da kannst du dich besser anlehnen, is echt bequem!" Ich nickte und wir tauschten Plätze. "Danke, du bist echt lieb", sagte ich noch bevor ich mich in meinem Kissen vergrub. Boah ne...ich konnts nich glauben, es war wirklich sowas von sinnlos, dass unsere Beziehung gescheitert ist...mal wieder nur weil ich blöde Kuh ihn nie wollte erklären lassen...Es wunderte mich schon ein bisschen, dass mich das jetzt so runterzog, immerhin war ich mir vor ein paar Tagen noch sicher gewesen, dass ich ihn nicht mehr liebte. Aber war das wirklich so? War es nur die Erinnerung an unsere schöne Zeit und dass diese jetzt vorbei war oder ...? Oder war da vielleicht doch noch mehr als ich mir eingestehen wollte? Mein Bauch tendierte mehr zu letzterem. Aber selbst wenn... dann hätte es sowieso keinen Sinn, von seiner Seite war doch auch nicht mehr als Freundschaft mehr da. Leise weinte ich in mein Kissen, trocknete die wenigen Tränen sofort wieder ab, ich wolte nicht, dass jemand es mitbekommt, dass ich hier rumsaß und flennte. Wie sah das dnen aus? Und vor allem, was würde Bill dann von mir denken, ich mein, er ist ja nicht dumm und wenn ich plötzlich, nachdem wir nochmal über das Thema gesprochen haben, hier rumheule, ist das ja wohl alles ziemlich eindeutig. Nach ein paar Stunden machten wir dann bei McDonald's Pause. Sehr zum Gefallen von Bill und Tom, die sich natürlich Massenweise Burger kauften und in sich reinstopften. Echt verwunderlich, wie in so, ich sags jetzt mal, dünne Menschen so viel Fastfood reinpasst und wie die dann noch nicht mal zunehmen. "Alina, wo sitzt du denn? Ich hab dich seit der Abfahrt nicht mehr gesehn", fragte ich sie. "Ich sitz neben Andi", sagte sie. "Ähmm... Alina? Alles normal bei dir oder bist du krank?" Sie sah echt nicht mehr ganz normal aus und antwortete auch nicht. "Hallo? Hörst du mir zu?" "W..was?" "Ob alles in Ordnung ist" "Ja sicher..." antowrtete sie, sah aber immer noch so seltsam aus. Sie starrte so ins Leere. Oder...Moment mal, ich verfolgte ihren blick: Sie starrte nicht ins Leere, sondern beobachtete Andi. Oh nein, wie's aussah, war nun auch meine zweite beste Freundin schwer verknallt. Das passte doch wie die faust aufs Auge. Bill, Tom und Andi waren beste Freunde, und Alina, Laura und ich. Wie im Fernsehn... Voll nicht normal. Ach ja, stimmt ja, wir waren nicht im Fernsehen und deswegen waren Bill und ich ja auch kein Paar mehr. Wäre auch nicht normal gewesen, wenn wir genau schön drei Pärchen gewesen wären... Sowas ist viel zu schön um wahr zu sein. "Träumst du? Wir fahrn wieder", riss mich Bills Stimme aus meinen Gedanken.
"Lena...Lena wir sind da", hörte ich Bill von ganz weit weg. Langsam kam ich zu mir. Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn wir waren immer noch im Bus. Ich machte meine Augen auf - und sah ihn ganz nah vor mir. Einige Sekunden lang starrte ich ihn einfach nur an. Irgendwas in mir drängte mich dazu, ihn einfach jetzt an dieser Stelle zu küssen. "Wir... sollten aussteigen", meinte Bill nach ein paar weiteren Sekunden.

 

53.
Drei Wochen darauf waren wir bei Bill und Tom zu Hause zum DVD-Abend eingeladen. "Ich geh dann jetzt zu Bill", rief ich Birgit im Rausgehen zu und schloss die Tür hinter mir. Es war nicht weit von hier zu ihm, also konnte ich zu Fuß gehen. Ich mein, in einem 850 Seelendorf ist zu neimandem wirklich weit. Auf dem Weg wurde ich immer nervöser. Ich machte mir viele Gedanken, obwohl das eigentlich völlig sinnlos war. Was sollte schon groß passieren?! Naja gut, Alina und Andi würden sich sicher näher kommen heute, denn es war in den letzten Tagen mehr als deutlich geworden, dass er auch nicht ganz abgeneigt war. Und ich dachte mir, dass dieser DVD-Abend auch größten Teils diesem Zweck diente.
Ich zupfte mich nochmal schnell zurecht, bevor ich anschellte. Sofort hörte ich Scotty bellen, kurz darauf wurde die Tür geöffnet und er fiel über mich her. Ich streichelte und kraulte ihn durch. "Da hat dich wohl einer ziemlich vermisst", stellte Bill fest. "Hmm" "Komm, jetzt lass die Lena erst mal reinkommen, hast noch genug zeit mit ihr zu kuscheln", meinte er grinsend und zog Scotty am Halsband zurück in die Wohnung. Wir umarmten uns erst mal zur Begrüßgung, dann zog ich meine Jacke aus und hängte sie auf den Haken. Hier drin war es wie immer kuschelig warm, was im Winter sehr angenehm war. Ich fühlte mich ein bisschen falsch hier. Lange schon war ich nicht mehr bei Tom und Bill zu Hause gewesen...das letzte Mal als wir noch zusammen waren. Ich folgte ihm die Treppe hoch in sein Zimmer und stellte dort erst mal meine Tasche ab. "Sind die anderen eigentlich schon da?", fragte ich. "Ja, sind alle in Toms Zimmer, du bist wie immer die Letzte" "Ja sicher, ich bin nie die Letzte" Wir gingen dann auch sofort rüber in Toms Zimmer, worüber ich ganz froh war, denn an Bills Zimmer hingen einfach zu viele Erinnerungen. Tom hatte schon ein schönes Matratzenlager aufgebaut, wo die vier anderen drauf rumgammelten. "So, der King is da, wir können anfangen", meinte ich scherzhaft. "Endlich ey", stöhnte Tom gespielt. "Ich war pünktlich, kann ich ja nix für wenn ihr es alle nich erwarten könnt endlich im Halbdunkeln aneinander rumzugrapschen", eigentlich war das nicht so ganz ersnt gemeint aber an vier etwas peinlich berührten Blicken bemerkte ich, dass die das wohl alle wirklich vorhatten. Bill grinste mich an, da er auch bemerkt hatte, dass ich mal wieder geradeaus in ein Fettnäpfchen gerannt war. Peinlich! Egal, ignoriern. "Was gucken wir denn als erstes?", lenkte ich schnell ab. "Also ich bin für 'Weil es dich gibt'", sagte Laura sofort. Niemand hatte was dagegen also guckten wir das als erstes. Komisch, Tom hatte gar nichts dagegen, sonst steht er ja nicht so auf Schnulzenfilme. Naja, wahrscheinlich war es ihm wurscht, was geguckt wird, solange er an Laura rumfummeln kann. Bill und ich quetschten und kackndreist in die Mitte, zwischen die beiden Pärchen, oder eher das Pärchen und das angehende Pärchen und es konnte losgehen.
Nach einer Weile fingen Alina und Andi an meiner rechten Seite an rumzuknutschen, Laura und Tom waren eh schon bei der Sache, nur Billy und ich saßen brav da und guckten wenigstens noch auf den Fernseher. Der Film war so schnulzig schön, dass ich anfing zu weinen. Warum gibt es im wahren Leben nur nie ein Happy-End? Warum saßen vier Leute da jetzt rum und waren glücklich am rumknutschen, nur ich sitz mal wieder stur neben Bill, mit genügend Abstand versteht sich. Es war nicht so, dass wir auf Distanz gingen, nein wir redeten viel miteinander, waren wirklich gut befreundet, aber es war nicht das, was ich wollte. Ich wollte mehr. Das war mir spätestens grade in diesem Moment richtig klar geworden. Ich wünschte mir, dass Bill jetzt einfach meine Hand nehmen würde, mich lieb anguckt, mir sagt, dass er mich liebt und alles wird gut. Aber nein, stattdessen glotzt er nur dämlich auf diese scheiß Glasscheibe. Er merkts noch nich mal, dass ich am heulen bin und ihn beobachte. Klasse. "So, was als nächstes?", fragte er als der Film zu Ende war und ging zum Fernseher um die DVD aus dem DVD Player zu nehmen. Es kam keine Antwort. Von Alina, Andi, Tom und Laura konnte man es wohl auch nicht erwarten, denn sie bekamen gar nichts mehr mit. Ich konnte und wollte nicht reden, weil ich so heftig weinen musste. Er drehte sich um und kam auf mich zu: "Wasn los?" Ich schüttelte den Kopf. "Ich komm mir hier so dumm vor" "Hmm, lass mal rüber in mein Zimmer gehen", sagte er, nahm sich die restlichen DVD's mit und zog mich an der Hand vom Boden hoch. "Kuck mal, die merken das gar nicht", meinte er belustigt.
Er setzte sich auf sein Bett und zog mich auf seinen Schoß. "Kleine, was hast du denn?" "Nichts", schluchzte ich eher weniger glaubwürdig. Bill schlang seine Arme um mich und drückte mich an sich. Das machte alles nur noch schlimmer. Ich legte meinen Kopf in seinen Nacken und weinte sein halbes Shirt voll. "Hmm... kannst mir doch nich erzählen, dass du nur wegen dieses Films so fertig bist..." "Nein...ich..es... ach ich kann das nich sagen" "Ach...du kannst mir alles sagen, ehrlich. Ist... irgendwas mit deinen Eltern? Oh Gott, schlagen die dich?" "Nein!", schrie ich schon fast, das war echt absurd. Er war so lieb zu mir, das machte es noch schlimmer. Ich wollte einfach wieder mit ihm zusammen sein, aber wenn ich das sagen würde, würde das unsere Freundschaft zerstören und sie war die einzige Chance, ihm überhaupt in irgendeiner Weise nahe zu sein. "Ich kanns nich sagen... tut mir leid" Schweigen "Okay", kam es dann leise von ihm. "Wollen wir noch nen Film gucken?" Ich nickte, wischte mir die Tränen von den Wangen. "Welchen willst du?" "Saw2, den kenn ich noch nich" "Wenn du meinst..." Er stopfte die DVD schell in den DVD Player. "Wolln wir vielleicht lieber hier schlafen anstatt bei den da drüben...?" "Ja...ich hab irgendwie kein Bock auf die", antwortete ich ehrlich. Ich zog mir die Hotpants und das Top über, was ich mir zum Schlafen mitgebracht hatte, über. Auch Bill zog sich... aus (xD), wie immer eben beim Schlafen. Wir legten uns beide in sein Bett, es war ja groß genug für zwei, und kuckten uns Saw2 an. Baaahhhh war das abartig. Vielleicht hätte ich mich doch für nen anderen entscheiden sollen... naja jetzt war es eh zu spät.
Ich war schon fast eingeschlafen als der Film zu Ende ging. Bill stieg leise aus dem Bett um mich nicht zu wecken. Wie süß. Er krabbelte zurück und gab mir eine leichten kuss auf die Wange, flüsterte: "Gute Nacht" Oh Gott, träumte ich das jetzt oder war das wahr? Ich kuschelte mich in das Kissen, was so schön nach Bill roch. Ich erinnerte mich daran, wie wir uns zum ersten Mal geküsst hatten, hier in diesem Zimmer, auf diesem Bett hatten wir gesessen. Schon wieder fing ich an zu weinen... das machte mich alles so fertig.

 

54.
Früh morgens wachte ich auf, hatte irgendwas Wirsches geträumt. Ich drehte mich um und sah Bill friedlich schlafen. Er sah wie immer so zauberhaft süß aus, wie ein weltfremdes Wesen. So schön und anziehend, und doch unnahbar. Ich versuchte wieder einzuschlafen, aber es ging einfach nicht, konnte keine Ruhe finden. Ich musste ihn einfach immer und immer wieder ansehen, wie sein Brustkorb sich hob und senkte, seine Lippen mir verführerisch entgegensprangen. Sollte ich...? Nein, ich kann nicht einfach über ihn herfallen und ihn küssen, vor allem was wäre wenn er dann aufwacht? Aber andererseits schläft er immer so tief und fest, vor allem um die Uhrzeit. Mit pochendem Herzen beugte ich mich über ihn, so leise und vorsichtig wie möglich, dass er nicht aufwacht. Seine Lippen zogen mich förmlich an, wir waren uns so nah, es hätte kaum noch ein Haar dazwischen gepasst. Ich spürte seinen leichten Atem im Gesicht. Ich stand auf und ging ins Bad. Tadelte mich selbst, ich konnte ihm doch nicht einfach mitten in der Nacht einen Kuss rauben. Als ich die Dusche erblickte umspielte ein Lächeln meine Lippen, sie erweckte eine ganz bestimmte Erinnerung in mir. Ja, damals war es noch so schön gewesen. Ich glaube, hätte mir da jemand gesagt, dass ich ein Jahr später hier nachts rumsitzen würde, am verzweifeln wegen dieser Situation in der ich steckte, ich hätte es nicht geglaubt. Ich hätte niemandem geglaubt, der mir erzählt hätte, dass es zwischen Bill und mir einmal anders laufen würde. Ich hatte ja so fest daran geglaubt, dass er perfekt ist und wir für immer zusammen bleiben. Aber niemand ist perfekt, auch kein Bill Kaulitz. Aber das muss er auch gar nicht, ich wollte ihn so, wie er war.
Ich konnte nicht mehr, ich wollte diesen Schmerz jetzt loswerden. Und ich kannte auch eine Lösung. Ich öffnete den Badezimmerschrank. Hier mussten sie doch irgendwo Rasierklingen haben, immerhin war das das Bad zweier angehender Männer. Ah, da waren sie auch schon. Ich streckte gierig meine Hand nach ihr aus. "DA bist du" Ich erschrak und drehte mich um. In der Tür stand Bill. Sein Blick fiel auf das glänzende Metall in meiner Hand. "Was in aller... spinnst du?!", fauchte er mich so leise wie möglich an, dass niemand wach wurde. Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, fühlte mich so ertappt und schämte mich richtig, ich schämte mich so, dass ich es schon wieder tun wollte. Schnell lief er auf mich zu und riss mir die Klinge aus der Hand. Ich ließ es ihn einfach machen, stand da wie ein Stock (^^). Seine Augen spiegelten maßlose Enttäuschung wieder. Er schmiss die Klinge zurück in den Schrank und knallte ihn zu. "Lena, jetzt sag endlich, was los ist! Man, das kann doch nich sein, dass du dir lieber die Arme aufschneidest als mit mir zu sprechen, was hast du denn? Du kannst mir doch vertraun verdammt", fuhr er mich an. Ich blieb weiter stummt. Er packte mich an den Schultern und rüttelte mich durch. "Jetzt rede doch!"  "Hör auf!", zischte ich und schubste ihn von mir weg. "Du machst mir Angst!" Wahrscheinlich begriff er erst jetzt, was er grade getan hatte. "Oh nein, es tut mir so leid, ich wollte nicht so grob sein... es ist nur, DU machst MIR Angst. Ich mach mir solche Sorgen um dich, bitte, bitte rede doch mit mir!" "Es geht nicht... mir tuts auch leid, ich bin so dumm" "Aber du kannst doch nicht-" "Bill! Bitte, frag nicht ständig danach, das macht es nur noch schlimmer... ich kanns dir nicht sagen, bitte respektier das. Ich vertraue dir, aber DAS kann ich nicht sagen" Er nickte stumm, unverkennbar sehr enttäuscht. Diesen Blick konnte ich fast nicht ertragen, am liebsten hätte ich es ihm ins Gesicht geschrien, aber das wäre das Ende gewesen. Deswegen blieb ich schweigsam, ging hinter ihm her zurück ins Bett. Ich fragte mich, warum er überhaupt ins Bad gekommen war, er schlief doch sonst immer so lange er konnte, nachts wachte er nie auf. Aber ich war auch froh, dass er da war, sonst hätte ich es schon wieder getan. Er war einfach mein Engel, rettete mich immer wieder - und doch war er der Grund für diese ganze Scheiße...
"Bill?" "Ja?" Ich rückte ein Stück näher an ihn ran, worauf es in meinem Bauch zu kribbeln anfing. "Ich hab dich lieb", flüsterte ich ihm ins Ohr. "Ich dich auch", flüsterte er zurück und legte seinen Arm um mich. Urgh, so war das eigentlich nicht geplant gewesen, aber wenn er es für richtig hielt und es für ihn so okay war... ich hatte damit kein Problem. Ich schloss die Augen, spürte seine Körperwärme, atmete seinen Duft ein. Es war so himmlisch und gleichzeitig die Hölle.
55.
Die ganze Woche schon klebten Laura und Alina die ganze Zeit nur an ihren Schatzis rum. Glücklicherweise war Bill da, dann war ich wenigstens nicht so ganz abgeschoben. Ja, abgeschoben, so kam ich mir vor, obwohl ich ganz genau wusste, dass es total lächerlich war. Das ist nunmal so wenn man frisch verliebt ist, aber ich fand es einfach unfair, dass die beiden so glücklich waren und nich nur dumm daneben saß. Nicht dass ich neidisch wäre, nein ich gönnte es ihnen voll und ganz, sie waren so liebe Menschen, hatten schon so viel Mist mit mir und wegen mir durchgemacht, da sollte es ihnen auch mal gegönnt sein. Nur ich fühlte mich daneben noch mieser als sowieso schon. "Alina, kommst du heute wieder zu mir, Franze lernen?", fragte ich sie Freitag in der Pause. "Nee, sorry, aber Andi und ich wollten ins Kino" "Achso..." Na Klasse, das war sowas von klar... wieso hab ich eigentlich gefragt?!
"Hey, wir könn doch zusammen lernen, vielleicht kannst du mir noch das ein oder andere erklären, ich hab nich aufgepasst", meinte Bill und grinste ganz unschuldig. Jaja, er mal wieder, er hasst Französisch, und wenn man nicht aufpasst is man am Arsch. Aber wozu hat man denn Lena, die kann es nämlich und kann immer schön alles nochmal erzählen wenn der feine Herr keine Lust hatte aufzupassen. Aber was soll's, ich lernte lieber zusammen für Arbeiten, meinetwegen konnte ich ihm dann noch was erklären, also stimmte ich zu.
Wie verabredet stand er dann um vier auf der Matte. "Hallo, Bill. Ich bin Birgit", begrüßte sie ihn. "Hallo", sagte er höflich und gab ihr die Hand. "Komm, wir gehen in mein Zimmer", sagte ich und schob ihn an Birgit vorbei, bevor sie noch irgendwas Peinliches sagen konnte. Nicht dass ich das von ihr erwartet hätte, aber man kann ja nie wissen. Sicher ist sicher. Bill pfiff anerkennend, als er mein neues Zimmer sah. "Schönes bescheidenes Reich", grinste er. Ich liebte dieses Lächeln. Es war immer noch dasselbe wie vor zwei Jahren. Er ließ sich auf meinem Schreibtischstuhl nieder und schaute sich im Raum um. "Ähm, möchtest du vielleicht was trinken?" "Ja, habt ihr RedBull?" "Sicher. Bin gleich wieder da... kannst schonmal meine Franzesachen rausholn, sind in der zweiten Schublade", sagte ich und ging runter um zwei RedBull zu holen. Als ich wieder ins Zimmer kam kuckte mich Bill mit einem sehr seltsamen Gesichtsausdruck an. "Was hast Du denn?", fragte ich nichts ahnend. "Was-ist-das?" Er hielt mir einen Zettel entgegen, im Bruchteil einer Sekunde fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass dieser "Fetzen" Papier ein Ultraschallbild war. Ich ging zu ihm, knallte die RedBull auf den Schriebtisch und riss ihm das Bild aus der Hand. "Wo hast du das her?!", fragte ich geschockt. "Es lag in der Schublade, aus der ich deine Sachen rausholen sollte." Oh nein, ich hatte es schon im Gefühl, dass jetzt gleich nichts Gutes kommen würde. "Oh mein Gott, nein!!" "WAS? Kannst du mir vielleicht mal erklären was das zu bedeuten hat? Bist du deswegen so komisch in letzter Zeit? Weil du schwanger bist? Aber von wem denn? Lena, ich erkenn dich gar nicht mehr wieder"
I: "Nein, das ist ganz anders... ich... war schwanger", ich sah ihn bedeutend an. Er schien es nicht zu verstehen, überlegte einen Moment und fragte dann: "Nein, sag nicht das Kind war von mir?!" Meine Augen füllten sich wieder mal mit Tränen, ich sah auf den Boden und nickte kaum merkbar. "Was? Aber... wie konnte das passieren und... hast du etwa abgetrieben oder was? Ich versteh jetzt gar nichts mehr... und wann hattest du vorgehabt mir das zu sagen? Es einfach vor mir zu verheimlichen... das hätte ich nie gedacht, ich bin so enttäuscht von dir", fuhr er mich an. "Jetzt lass mich doch auch mal was sagen!", schrie ich, "Du unterstellst mir ernsthaft ich würde ein Kind von DIR abtreiben, glaubst du wirklich sowas könnte ich? Mensch, denk doch mal nach! Ich wollte es dir sagen, aber ich erinner mich nur zu gut daran, dass als ich ins Hotelzimmer kam um es dir zu sagen, ich dich mit dieser Schlampe beim ficken erwischt hab. Glaubst du eigentlich, das war toll? Glaubst, es ist einfach schwanger zu sein? Wenn man weiß dass der Freund keine Kinder will und schon mal gar nicht in dem Alter? Meinst du es ist toll zu sehen, wie du mich betrügst, während ich ein Kind von dir im Bauch hatte?!" Dazu sagte er gar nichts, er fragte nur: "Und warum lebt es jetzt nicht mehr?" "Wie ja eventuell weiß, hatte ich leider einen Autounfall, bei dem ich DEIN Kind verloren habe!" "Was? Boah nein... das wird mir alles zu viel", war das letzte, was er sagte bevor er aus dem Zimmer stürmte. Ich hörte, wie kurze Zeit später die Haustür zuknallte. Wie ein Häufchen Elend ließ er mich zurück, allein. So hatte ich es ihm ganz bestimmt nicht sagen wollen, er sollte es irgendwann erfahren, aber nicht heute, nicht hier und nicht so. Und er verstand überhaupt nichts, gar nichts. IHM wurde das zu viel? Also ob es für mich leicht gewesen wäre... manchmal war er so dermaßen egoistisch. Grade in diesem Moment hasste ich ihn. Aber nur, weil er so....dumm grade war, hätte er mich nicht einfach in den Arm nehmen und trösten können?! Aber ich hasste auch mich selbst, ich hätte nicht vergessen dürfen, dass das Ultraschallbild in der Schublade war... Und es war bestimmt auch nicht grade toll, von einer auf die andere Sekunde zu erfahren, dass man vielleicht Vater geworden wäre. Klar, dass er sich verarscht von mir fühlte, aber ich habs ihm doch versucht zu erklären...
Da klingelte das Telefon. Ein völlig verzweifelter und hektischer Tom meldete sich am anderen Ende. "Lena, was ist passiert? Was hast du mit Bill gemacht?"

 

56.
"WAS? Ich hab gar nichts mit ihm gemacht!", verteidigte ich mich. "Ist jetzt auch egal, Lena, du musst mir helfen, ich glaube er will sich was antun!", seine Stimme klang ernst, zu ernst um ein Scherz zu sein, und ich traute Tom auch nicht zu, solche Scherze über seinen Bruder zu machen. "Oh mein gott, nein. Ich bin gleich da!" Klack. Ich raste die Treppe runter, schlüpfte in irgendwelche Schuhe, die ich grade finden konnte, riss meine Jacke vom Haken und knallte die Tür hinter mir zu. Ich hatte keine Zeit bescheid zu sagen, wo ich hinwollte. So schnell ich konnte rannte ich durch die Straßen zu Bills und Toms Haus. Tom kam mir ganz aufgeregt entgegen. "Er ist nicht zu Hause, er ist weggelaufen, ich weiß nicht wo er ist, ich glaube, er will sich umbringen!", schrie er total panisch und unter Tränen. Ich hatte Tom noch nie weinen gesehen, es schockte mich total. Er hatte eine furchtbare Angst um seinen Bruder, ich konnte mir ganz genau vorstellen, was in ihm vorging, mir ging es ja nicht viel anders. "Wo kann er denn hingelaufen sein?" "Ich weiß nich... vielleicht.. wir hatten mal so einen Song, den hat Bill selbst geschrieben und-" "Red nicht lange! WO?" "Auf dem Dach der Fabrikhalle", flüsterte er. Ohne ein weiteres Wort rannte ich in Richtung der Fabrik. Sie war das einzige richtig hohe Gebäude hier im Dorf außer der Kirche. Wenn ich richtig interpretierte, was Tom meinte, wollte er sich vom Dach stürzen.
Ich konnte nicht mehr, ich bekam keine Luft mehr, meine Beine waren schwer wie Blei, doch mein Wille führte mich weiter. Als wir an der Fabrikhalle ankamen, sah man von unten, dass jemand gerade aufs Dach stieg. "Nein!", schrie Tom, "Lena, jetzt mach doch mal was" "Von hier unten kann er uns nicht hören, wir müssen hoch", japste ich, nach Luft ringend. Drinnen fanden wir zum Glück sofort die Tür zum Treppenhaus nach oben. Es waren endlos viele Stufen, meine Waden brannten wie Feuer, ich konnte meine Beine kaum noch anheben, hatte das Gefühl immer langsamer zu werden, dass ich nicht voran komme. Ich war voller Panik und Angst, Angst dass wir zu spät sein könnten. Endlich waren wir oben angekommen, ich sah Bill noch am Rand des Daches stehn, nein, hoffentlich tut ers nicht. Ich wollte zu ihm hinrennen, doch das Dach war voller Eis, ich rutschte aus und knallte mit voller Wucht der Länge nach hin. "Verdammt!", fluchte ich vor mich hin. Ich rappelte mich wieder auf und näherte mich ihm. Tom blieb am Treppenaufgang stehen. "Nein! Bill, bitte tu das nicht!", flehte ich ihn an. "Bitte...tu dir das nicht an, tu mir das nicht an und Tom und deinen Eltern...Ich will nicht, dass du gehst" Weinend sackte ich in mir zusammen, meine Beine konnten mich nicht mehr tragen. Ich hatte so Angst um ihn, ich wollte ihn um keinen Preis verlieren. Immer noch hatte er mir den Rücken zugekehrt, nichtmal eine Jacke hatte er an, nur ein T-Shirt. Und es war verdammt kalt, es schneite und meine Hände drohten zu erfrieren. "Du darfst dein Leben nicht aufgeben... das hast du mir doch selbst immer gesagt, es gibt immer einen Grund, für den es sich lohnt noch weiterzuleben. Bitte...bitte zerstör mein Leben nicht entgültig...du bist der einzige Grund warum ich noch lebe... lass mich nicht allein, wenn du gehst ist mein Leben wertlos, dann bin ich wertlos, dann kann ich dir gleich hinterherspringen" "Du hast doch gar keine Ahnung...", war das einzige, was er von sich gab, immer noch kalt den Rücken zu mir gewandt. "Wovon hab ich keine Ahnung? Von Verzweiflung, dem Gefühl wertlos und nutzlos zu sein, niemals mehr glücklich zu werden? Bitte...Bill lass mich nicht im Stich...ich liebe dich doch, ich lebe für dich, du bist mein ein und alles, ich kann und will nicht ohne dich leben! Verdammt, jeden Tag will ich nichts anderes als mit dir zusammen zu sein, ich vermisse dich so unendlich, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Weißt, was für eine Qual das ist direkt neben dir zu liegen, ohne irgendwas machen zu dürfen, so zu tun als wären wir nur Freunde, wenn ich doch so viel mehr will? Und ich tu mir das alles nur an um die Freundschaft zu dir zu erhalten, weil es Dich glücklich macht, so wie es ist, weil DU es so willst und ich will verdammt noch mal nicht, dass du unglücklich bist!" Jetzt war alles raus. Offener und ehrlicher hätte ich es ihm gar nicht sagen können. Ich hatte Angst, wusste nicht, wie er jetzt darauf reagieren würde. Was wäre wenn das ihn jetzt nur noch mehr dazu treiben würde, zu springen. Dann wär ich schuld daran. Er drehte sich um und sah mich an. Er hatte geweint, seine ganze Schminke war verlaufen, die Augen rot und verquollen und doch war das Schönste, was es auf dieser Welt gab. "Meinst du das ernst?", fragte er. "Natürlich! Oder denkst du ich würde dich hier anlügen?" Er sagte nichts, sondern drehte sich wieder Richtung Abgrund.
Mein Herz schien still zu stehen.

 

57.
 Doch dann wich er einen Schritt zurück, drehte sich zu mir und kam auf mich zu. Ich stand auf, obwohl meine Beine wie verrückt wackelten und ich kaum stehen konnte zwang ich mich dazu. Er fiel mir in die Arme. Ein Gefühl von Erleichterung machte sich in mir breit. Mir fiel nicht nur ein Stein vom Herzen, sondern wohl eher gleich ein ganzer Steinbruch. Fest presste ich ihn an mich. "Mach sowas nie wieder...ich hatte solche Angst um dich" "Ich muss dir noch was sagen", sagte er ganz ernst. Ich wartete, total angespannt, hatte irgendwie Angst vor dem, was jetzt kommen würde. "Ich liebe dich!" "Nein" "Doch. Ich liebe dich! LENA, ICH LIEBE DICH ÜBER ALLES!" Ich konnte es nicht glauben. Ich fühlte...nichts. Gar nichts. Die letzten Minuten waren so schrecklich gewesen, ich konnte mich grade nicht freuen, noch nicht. "Lass uns gehen, hier ist es viel zu kalt", stellte ich fest. Bill stimmte mir zu und wir steigen gemeinsam mit Tom die Treppen wieder runter. "Aber... ich dachte... du meintest doch dass du mich nicht mehr-" "Mensch, Kleine, hast du's immer noch nich begriffen? Ich hab das nur behauptet, dass wir endlich wieder normal miteinander reden und dass ich bei dir sein konnte" "Och man, wir sind so blöd... das hab ich doch aus dem selben Grund auch nur behauptet" Das hätte ich echt niemals erwartet... Der arme Bill, ihm gings die ganze Zeit nicht anders als mir, ich hab auch noch immer rumgeheult und wollte nicht sagen, warum, dann findet er plötzlich raus, dass ich von ihm schwanger war und dachte, ich hätte es vor ihm verheimlichen wollen...Kein Wunder, da hätte ich auch nicht mehr gewusst, was ich tun soll.
Warum muss nur immer sowas Schreckliches passieren, dass wir dämlichen Menschen es endlich mal checken und einfach ehrlich sagen, was wir denken und fühlen ?!
"Man, Billy, was machst du nur immer für Sachen?", meinte Tom und umarmte ihn herzlich. "Ich hatte total Angst um dich, tu mir sowas nie wieder an", fügte er leiser hinzu, aber ich bekam es trotzdem mit. Als das Zwillingsgekuschel beendet war, gingen wir Hand in Hand nach Hause. Irgendwann konnte ich nun entgültig nicht mehr laufen. Ich war so fertig, meine Knie schmerzten von dem Sturz. Bill nahm mich auf den Arm und trug mich das letzte Stück zum Haus. Leicht fiel es ihm nicht gerade, zumal er auch nicht der Kräftigste war. Aber die Geste allein war schon süß genug. "Aber... erzählt es bitte nicht Mum... und auch sonst keinem, okay?" Wir nickten und schellten an der Tür. "Huch", meinte Siemone nur, als sie mich so auf Bills Armen sah. "Nix da huch, Lena bleibt jetzt hier, die lass ich nicht mehr gehn", sagte Bill und setzte mich im Hausflur ab.
Oben im Zimmer klopfte er neben sich aufs Bett. Ich folgte seiner Bitte nur zu gerne, legte mich in seinen Schoß. Eine Zeit guckten wir uns einfach nur an, sagten nichts. Ich genoss es, es machte mich glücklich, sehr glücklich. Das ganze Leid, der ganze Schmerz des letzten halben Jahres war wie weggpustet, einfach nicht mehr da. Ich fühlte mich leichter und frei als würde ich schweben. "Denkst du oft daran?", fragte er. "Woran?" "An unser Kind" "Ich weiß nicht... ich hab irgendwie versucht es zu verdrängen und zu vergessen, aber manchmal...kommen mir die Gedanken, wie es jetzt wäre wenn alles anders gelaufen wäre...was hättest du denn dazu gesagt?" "Wir hätten es auf jeden Fall bekommen!" Mit so einer überzeugten Antwort hatte ich eigentlich nicht gerechnet, aber jetzt wurde mir mal wieder bewusst, warum ich meinen Bill so sehr liebte. "Es tut mir alles so leid, ich hab mich echt benommen wie ein Idiot...kannst du mir das verzeihn?" Ich wusste erst nicht so recht, was genau er jetzt meinte. Doch erkannte dann, dass er meinte, dass er mich betrogen hat. Ich lächelte. "Hab ich doch schon längst... oder wär ich sonst hier?!" "Ähh.. nein, ich denk nich" "Also.." Er beugte sich zu mir runter und küsste mich. Ich zitterte, mein Herz raste. Ich war einfach glücklich. Ich legte meine Hand in seinen Nacken, fuhr ihm durch die Haare. Nein, wie hatte ich es vermisst diese göttlichen Lippen zu berühren. Seine Zunge, das Piercing... alles war so vertraut und trotzdem neu. Angespannt und locker zugleich, dieses Kribbeln, was sich über meinen ganzen Körper verbreitete und dieses Gefühl im Bauch, wie beim Achterbahn fahren - spätestens jetzt hätte ich mir selbst nicht mehr vormachen können, dass es keine Liebe war. Wozu dieser Mensch fähig war... er bestimmte mein ganzes Leben, von ihm war es abhängig ob ich glücklich oder todtraurig war. Nur mit ihm konnte ich glücklich werden - und das war ich jetzt. Endlich!
Bill lag nun auf mir, ich umarmte ihn, drückte ihn fest an mich. Hier war nichts mehr außer der rosaroten Wolke, auf der ich zu schweben schien, und uns. Nur wir beide, für immer! Ich wünschte mir, dass dieser Moment ewig dauert und niemals endet. Er war einfach perfekt. Doch dann klopfte es an der Tür. Bill ließ von mir ab und sagte genervt: "Ja?" Seine Mutter kam ins Zimmer. "Sorry, ich wollte gar nicht lang stören. Lena, ich hab mit deiner Mutter telefoniert, sie hat dir eben Schlafsachen vorbeigebracht", sagte sie und stellte meine Tasche ins Zimmer. Ich bedankte mich freundlich. Aber Bill passte es gar nicht ins Konzept, dass sie uns gestört hatte. "Moah man, is ja gut und jetzt stör uns nich und geh raus!", motzte er seine Mutter an. "Bill, is okay... sie hat's doch nur gut gemeint", versuchte ich ihn zu besänftigen, aber sie war schon draußen. Ja, seine Mutter war sehr nett, aber manchmal war es auch etwas zu viel des Guten. Es störte mich ja auch ein bisschen grade. "Is doch wahr... kann die sich nich denken, dass wir nicht gestört werden wollen?!" "Komm, jetzt reg dich nich auf, is egal jetzt. Es war grade so schön", sagte ich, bevor ich ihn wieder küsste.
Als wir am Abend zusammen in seinem Bett lagen, ich in seinen Armen und dicht an ihn gekuschelt, fand ich keinen Schlaf. Bill schlummerte längst friedlich vor sich hin. Heute war so viel passiert. Noch heute morgen als ich aufgestanden bin hätte ich nie damit gerechnet, nur wenige Stunden später wieder so glücklich zu sein und hier zu liegen. Wir hatten uns am Nachmittag so heftig gestritten, er wollte sich umbringen... und jetzt war die Welt wieder in Ordnung. Alles an einem Tag... Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. Ich weinte einfach drauf los, konnte mich gar nicht mehr beruhigen. "Was'n los?", fragte Bill total verpennt. "'Tschuldigung, ich wollte dich nicht wecken", murmelte ich. "Hey... weinst du etwa?" Ich schüttelte überflüssigerweise den Kopf, da er es längst bemerkt hatte. Er nahm mich in den Arm. "Ich liebe dich, Bill!", flüsterte. "Aber deswegen musst du doch nicht weinen...", lächelte er. "Nein... ich bin einfach nur so glücklich!" Er guckte mich ganz lieb an, wischte mir die Tränen von der Wange. Wir legten uns wieder hin, Bill zog mich ganz eng an sich rein. Ich atmete noch einmal tief ein und aus und schlief schließlich ein.

 

58.
Ein Sonnenstrahl fiel auf meine Augen, ich wachte auf und sah mich im Zimmer um. Dann drehte ich mich um, neben mir lag immer noch Bill, tief und fest schlafend. Ich sah ihm eine Weile dabei zu. Jeden seiner Atemzüge beobachtete ich genau. Er war so schön. Ich stand auf und sah aus dem Fenster: Es war eine wunderschöner Novembertag. Eisig kalt, aber strahlend blauer Himmel. Ich öffnete das Fenster, sog die frische Luft ein. Hach, war das herrlich. Ich fühlte mich blendend. Fröhlich ging ich ins Bad um zu duschen, das Wasser prasselte heute Morgend ganz besonders angenehm auf mich nieder. Ich wickelte mich in ein Handtuch, ging zurück ins Zimmer um mir was zum Anziehen aus meiner Tasche zu holen, da ich es grade total vergessen hatte. Mein Schatz schlief immer noch. Ich ging zurück ins Bad, putzte mir die Zähne, föhnte und schminkte mich ein bisschen und kam wieder ins Zimmer. Bill schlief immer noch. Der würde echt gandenlos den ganzen Tag durchpennen, wenn ihn niemand weckt^^. Ich beugte mich über ihn, flüsterte ihm ein "Guten Morgen, mein Engel!" ins Ohr. Er streckte sich und machte schließlich die Augen auf, dann sah er auf die Uhr. "Boah Lena, es ist erst halb 12", stöhnte er. "Eben. Steh auf, du verpasst sonst den schönen Tag", flötete ich gut gelaunt. Er drehte sich einfach wieder um und wollte weiterschlafen. "Hey!", ich schlug ihn mit einem Kissen. Er versuchte sich zu wehren, riss mir das Kissen aus der Hand und warf es in die Ecke des Raumes. Er sah mich an: "Weißt du was?" "Hm?" "Ich würd dich jetzt furchtbar gerne küssen." "Dann tu's doch einfach!"  Bill stemmte sich auf, umklammerte mich fest und küsste mich. "Mhh... ich lass dich nie wieder gehn", sagte er und legte mich hin. Er zog die Decke über uns und verwickelte mich in einen weiteren traumhaft schönen Kuss.

 

 

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